57. Weiszklee schreibt über open mike

Lyrik wird von einem einzigen Lektoren gelesen, die Prosa ist auf 5 aufgeteilt, jeder wählt die 3 Texte, die er für die besten hält, aus. 20 Lesende, 5 Lyrik, 15 Prosa. …

Sondersituation Lyrik: 15 Minuten Lyrik am Stück sind zu viel, das weiß jeder, immer schon, es wird trotzdem seit Jahren nicht geändert. Lyriklektor dieses Jahres war Christian Döring, nicht wirklich ein eingefleischter Lyrikkenner, letztlich überrascht also die miserable Auswahl nicht, lauter Innerlichkeit (im schlechtesten Wortsinn, wenn das Wort überhaupt einen guten Wortsinn haben kann), Kitsch, Wörter wie Seele und Himmel, gehauchte Bedeutsamkeiten. Dazwischen ein lispelnder Schweizer, Levin Westermann, dessen Vortrag auch sonst recht seltsam war (über Sprachfehler bei Lyrikern müsste mal jemand arbeiten, ich kenne auch einen Stotterer, der hervorragend dichtet), der gewann dann den Lyrik-Preis, keine Ahnung, seine Gedichte “hatten” immerhin “irgendwas” (mehr bekam ich leider nicht mit, es war unmöglich, dem Vortrag dieser Gedichte zu folgen). Am zweiten Tag gab es dann noch einmal Lyrik, die in möchtegern-intellektuellen Aneinanderreihungen von technischen und philosophischen und anderen fachsprachlichen Wörtern bestand, also nicht wie Ulf Stolterfoht oder Ron Winkler oder Daniel Falb oder …, sondern schlecht gemacht. Kurz: Enttäuschend, nächstes Jahr bitte wieder ein Lyriklektor, der über Lyrik Gehaltvolleres sagen kann, als dass jeder Lyriker nur eine Stimme im Chor ist (jeden vortragenden Lyriker nannte er konsequent nicht Mensch, sondern Stimme, die Metapher vom Chor fiel in aller Peinlichkeit ganz unverblümt mindestens dreimal, vielleicht öfter, ich bin gut darin, so was zu verdrängen), letztes Jahr zum Beispiel hatte man Urs Engeler für den Job, die Gedichte, die der auswählte, waren vielleicht nicht berauschend, aber hatten wenigstens so etwas wie eine interessante Form, und es gab keine gar so schlimmen Ausreißer nach unten.

/ hier

NB 16.11.: Der Blogger Weiszklee kommentiert seinen Beitrag und die Reaktionen und schreibt: „An einigen Stellen habe ich dann doch etwas zu scharf geschossen, das tut mir leid, ich habe die Respektlosigkeit gegenüber Herrn Döring entfernt, und nicht nur die.“ Mehr im Kommentar. [Obiger Auszug bleibt in der, nun also teilweise revidierten, ursprünglichen Fassung! Es kommt mir weniger auf – richtige?! – Meinungen an.]

29 Comments on “57. Weiszklee schreibt über open mike

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  3. p.maroldt hat recht, dass, was Bloggwart weiszklee gestern, in seinem, im Stil eines Erfahrungsberichtes gehaltenen Eintrag, von sich gab, war voll von diesem geckenhaften Ton, bei dem man sich fragt, woher er kommt, woher diese vollmundigen Eitelkeiten, jenes großspurige Befinden darüber, wer alles gut ist und wer nicht ? weitaus belangreicher ist es doch die hier erwähnten Diskurse ins Spiel zu bringen, anhand derer Aussagen zu treffen allein sich lohnen könnte

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  4. der blogeintrag ist kein „flapsiges gestöber“ sondern schein-konkretes gekeife letztlich völlig ohne inhalt. und auf eine peinliche art und weise selbstverliebt. eigentlich ist er genau das, was er meinen gedichten vorwirft. recht interessant für die „junge deutsche lyrik“ (wasauchimmerdasist?), daß als reaktion auf so einen beitrag mehr diskutiert wird als bei vielen persönlichen begegnungen in der ach so großartig lebendigen berliner literaturszene.

    für mich geht es in bezug auf weiszklees formulierung überhaupt nicht um die (sicher erlaubte) frage, woraus sich christian dörings kompetenz speist, ebensowenig um die frage, ob er auch schlechte texte ausgewählt hat.

    für mich geht es darum, daß er als jemand, der nun wirklich langjährig intensiv mit gedichten und dichtern gearbeitet hat, angeblich kein eingefleischter lyrikkenner ist, was ja suggeriert, es gäbe jene eingefleischten lyrikkenner irgendwo. und wer sind die dann bitte?

    ihr vielleicht? super. dann verleiht euch in zukunft selbst die preise.

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    • wo du „ihr“ sagst: wir zweifeln nicht an deiner qualität.
      zum blog noch: ich las ihn kursorisch, als boulevard, der er ja auch ist, und da verzeihe ich auch einiges. da dich nun „einiges“ betrifft: schau einfach gelassen darüber hinweg.
      und tatsächlich haben wir wahrscheinlich so wenige eingefleischte lyrikkenner wie der vatikan.

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    • der kommentar zu meinen texten ist mir auch aufrichtig ziemlich schnurz. ebensowenig fühl ich mich von einem „ihr“ angegriffen.
      mich ärgert nur, daß wegen eines so belanglosen blogeintrags letztlich mehr debattiert wird als auf sämtlichen lesungen, die ich dieses jahr besucht habe.
      in meinem literatenumfeld wird zwar auch gestritten, aber nur im kleinen kreis beim bier. innere emigration könnte man das nennen.

      mein mitleid mit dem verkannten daniel falb (dessen texte ich sehr schätze) hält sich in grenzen. mal ehrlich: es ist ja nicht so, daß er nicht die gebührende anerkennung fände.
      eigentlich ist es doch ein sehr gutes zeichen: es geht zur not auch ohne leonce-und-lena- oder förderpreis.
      da finde ich die monopolphantasien von einigen der schreibschulvertreter (ich betone: ich schere da nicht alle über einen kamm) viel bedrohlicher, die nicht zuletzt über seilschaften hinter den kulissen laufen.
      das gilt auch für solche opportunisten wie jean-michel berg bei dessen artikel in der süddeutschen mir viel eher das kotzen kommt, als bei journalistisch wirklich unterirdischen „berichten“ wie in der frankfurter rundschau.
      und bei aller liebe, entbehrt es in meinen augen auch nicht einer gewissen ironie, wenn gerade anja utler anderen leuten vorwirft, der lyrik den fehdehandschuh hinzuwerfen und selbst dann auch noch einen text auszeichnet, der bei allem potential auch eine menge leerlauf hat. wir reden hier wohlgemerkt von: dichtung. und ich hatte gehofft, das niveau der rezensenten hätte sich seit 1950 gesteigert.

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      • Es freut mich außerordentlich, so eine Diskussion in Gang gesetzt zu haben. Und: Ja, ich behaupte einfach nur, sage ganz ohne objektiven Anspruch meine spontane Meinung, das ist mein gutes Recht als Rezipient. (Dass der Ton irgendwie überheblich rüberkommt, tut mir leid, ist ein generelles Problem von mir, auch ich arbeite dran.) Ein als Lektor auftretender Christian Döring (ob er nun „““Lyrikkenner“““ ist oder nicht) darf das aber nicht. Er tut es aber und plappert zwischendurch etwas über einen Chor ins Mikro. Das ärgerte mich, daran liegt es vielleicht, dass ich so herabwürdigend schrieb.

        Wie ich es verstanden hatte, war es von Utler nicht als Vorwurf gemeint, der Lyrik den Fehdehandschuh hinzuwerfen. Und die Auswahl: Ich bin mit der Entscheidung nicht glücklicher oder unglücklicher, als wenn du den Preis gewonnen hättest (das darfst du natürlich anders sehen), beide grundverschiedenen Ansätze sind irgendwie interessant auf die Weise, dass ich sagen würde: Die sollen dranbleiben, weiterschreiben, irgendwann kann ich sie hoffentlich schätzen, darauf würde ich mich freuen. Vielleicht muss ich dazu auch an meiner Rezeption arbeiten.

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      • guten morgen! um das abzuschließen: das hier ist nicht meine open-mike-frust-debatte. wenn überhaupt, dann ist es eine kommunikations-frust-debatte, eine meta-debatte, weil hier (semi-)anonym über etwas diskutiert wird, was eigentlich nicht in die kuschelkleingartenatmosphäre eines blogs bzw. dessen kommentarzeile gehört.
        ich hätte mich nicht so ausführlich geäußert, wenn ich nicht gesehen hätte, daß es doch einige kommentare zu dem thema gibt und nicht wüßte, daß da draußen in den unendlichen dualsystem(at)ischen weiten auch noch viele „stille“ leser aus der szene sind.
        um dem vorwurf des nachtretens vorzubeugen, nenne ich auch meinen vollen namen.
        was den fehdehandschuh angeht: auch ich bin unsicher, wie das zu interpretieren ist, glaube aber, daß j.-m. berg es in der sz richtig versteht: der fehdehandschuh war als allgemeines negativlabel gemeint, und davon ausgehend entwickelte sie dann das (positive) bild der kälte, indem wasauchimmer nachhallt.
        in jedem fall gilt: etwas weniger orakelduktus wäre in einer situation, wo publikum und noch mehr die kandidaten nach einer stunden- bzw. tagelangen leseorgie potentiell neben sich stehen, durchaus angebracht.
        meine texte sind hier höchstens mittelbar das thema, die brauchen auch nicht mich als beschützer, sondern verteidigen sich selbst gut genug.
        es ist jedem ungenommen, sie schlecht, eitel oder albern zu finden und das öffentlich kundzutun.
        daß man die rede vom „chor“ etc. als schwülstig empfindet, kann ich zwar verstehen, sehe das selbst aber anders: während andere lektoren teilweise unendlich dröge germanisteninhaltsangaben der von ihnen ausgewählten (größtenteils schlechten) texte verlesen, sagt c.d. zum beispiel, daß der chor der lyrik die wahrheit gesprochen habe. man mag das (auch, weil einige gedichte schwach waren und die auswahl für einige beobachter schwer nachvollziehbar) lächerlich finden, vielleicht hat er es nicht einmal so gemeint, aber es ist angesichts der mutlosigkeit und blutarmut vieler prosatexte und deren lektoren auch ein bissiges statement, eine in der gestelzten floskelhaftigkeit versteckte provokation – und die interessiert mich.
        und noch ein wort zu dir, weiszklee: ich bin ein freund der scharfen polemik und hab ein faible für fehdehandschuhe, da ich glaube, daß sie (manchmal) erkenntnisfördernder sind als aufmerksamkeitsabtötende sachdebatten oder (lyrisches) gewaber; in jedem fall sind sie ehrlicher als in unangreifbarem poststrukturalistenneusprech versteckte boshaftigkeiten.
        ABER: wenn man gegen alles keift und gleich vorweg noch anbringt, daß man zu ulrike draesner fährt, dann endet der polemiktiger 1. als bettvorleger, da keinerlei eigene position herausgearbeitet bzw. erkennbar wird, du dich also letztlich hinter bergen von negativlabels versteckst und 2. liegt über allem eine plüschige selbstzufriedenheit.
        der rest ist schweigen.

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      • Ich glaube, so weit von einander sind wir nicht, und unsere gesamte Diskussion steht nur unter dem ungünstigen Eindruck meines unflätigen und rüpelhaften Blogeintrags. Wir sind beide nicht glücklich mit dem meisten, was beim Open Mike gelesen wurde. Lassen wir es dabei bewenden; über unsere Differenzen können wir zu anderer Gelegenheit diskutieren, das kann spannend werden, aber dazu müssen wir anders ansetzen.

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  5. das Nachträgliche und Nachtragende, lieber Ron, die Verkannten anzuführen, wirkt leider auch immer >so ein bisschen, als wäre die Qualität der Verkannten tatsächlich abhängig von der Qualität ihrer Rezeption. und hebt die Bedeutung der Auswahlkompetenz in gewisser Weise hervor.

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  6. etwas gelöst davon: das problem, das ich in bezug auf darmstadt gerade sehe, ist, dass herr döring ebenso die vorauswahl zum literatischen märz mitbestimmt. mit-, also natürlich gibt es hier noch zwei weitere menschen, die das lektorat inne haben, aber für die so called zwei wichtigsten nachwuchspreise ist eine solche überschneidung zumindest bedenklich, meine ich.

    (btw: in der lm-jury aber dafür gänzlich neue namen wie, zitat „kurt darawert“ und „minika Rinck“ hmmm hmmm)

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  7. beim nachlesen der texte von levin westermann auf literaturwerkstatt.org, den (l.w.) ich beim vortrag nur schwer von tarkowskis „stalker“ trennen konnte (dies aber als kompliment): – die zahl der pathostragenden hauptworte ist schon sehr groß, und sie sind im text nicht immer gut abgefangen / abgehängt / abgehangen. was anja utler hier aber vielleicht belohnt hat, ist genau dieses risiko. und das ist gar nicht unerfreulich. das weite herz, gegenüber einer getragenen stimme im untergang. – ich muss da noch weiter drüber nachdenken, denn zugleich sind die texte nicht unbedingt einnehmend, aber doch gibts da eine ziemlich unverstellte dringlichkeit, mit der sie sprechen, und die vielleicht für sie spricht… hm. möglicherweise lässt sich das noch weiter klären.

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    • vergessen, lieber Richard? warum dann lesen? anscheinend gibt es ja auch Entzündungsbedarf.
      eigentlich schade, dass sich Weiszklee in Sachen Döring wieder zurückgenommen hat. wenigstens die Frage, woraus sich Dörings Kompetenz in Sachen junger Lyrik speist, muss doch erlaubt sein. so ein bisschen für die Dialektik. ich war angesichts zweier ausgewählter GedichtverfasserInnen ziemlich fassungslos — angesichts dessen, was da draußen aktuell an wenn nicht einzigartigen, so doch zumindest eigensinnigen und/ oder jetztbezogen agierenden Poetiken kursiert, siehe z.B. Freie Radikale (luxbooks 2010).
      leider passt es in eine Tradition, in der etwa ein Daniel Falb nie nach Darmstadt eingeladen wurde.

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      • hey r.,

        aber aufregung for aufregung’s sake kann es dann auch nicht sein. man bleibt ja mitunter dabei stecken, und wenn das der fall, kann man es sich auch sparen; festzustellen, dass etwas peinlich oder respektlos oder bloße provokation gewesen sein mag, ist gut und schön, vielleicht, aber von hier aus sollte dann, wenn es einem schon so wichtig erscheint, dass man kommentiert, das hinter- und nachfragen beginnen, wenn man also nicht nur feststellen, sondern auch verstehen will, um dann möglicherweise zu widersprechen.

        wo verbleibt der diskurs, wenn man alle empörung hinter sich gelassen hat?

        es wäre natürlich interessant, zu wissen, wer alles von denen, die mitgemacht haben, nicht eingeladen wurde.

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  8. @ weiszklee:

    „Einzig Isabella Antweiler bitte ich, ganz und gar aufzuhören, zu dichten.“ ist dir aber – als respektlosigkeit – nicht peinlich genug, um entfernt zu werden?

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    • auf feiglinge antworten, die ihren namen nicht nennen — wie das tun? einfach auch mit pseudonym. aber es soll um die sache gehen: lest doch bitte obigen blog nicht als essay, da hat weiszklee schon recht. es ist ein flapsiges gestöber, mein gott, das deutet sich ja schon bei der anrufung draesners zu beginn an. und jemanden zu bitten (sic!), mit etwas aufzuhören, ist von einer entwaffnenden ehrlichkeit. und ehrlich gesagt, was ist daran schlimmer als an der verklemmten duldung des schlechten und an hintenrumgerede?!

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  9. auf das bashing (watch out! english!) meiner texte als „nicht wie ulf stlterfoth sondern schlecht…“ gehe ich hier mal nicht ein, läßt mich aufgrund des gesamtniveaus dieses „beitrags“ (ähem) zum open mike auch eher schmunzeln. aber gegen schlichte falschinformation hab ich schon was: wer christian döring als „nicht wirklich eingefleischten lyrikkenner“ bezeichnet, muß sowas von keine ahnung vom betrieb haben, daß die dummheit noch durchs internet hindurch wehtut.

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    • Mein ganzer Beitrag ist natürlich ziemlich (ziemlich viel) auf Krawall gebürstet, ich erhebe keinen Anspruch aus wissenschaftliche Exaktheit oder auf journalistische Recherchetiefe, ich habe auch nicht als eine große meinungsbildende Instanz Verantwortung für die Wahrheit (was ist das?). Ich schreibe und schaue, was passiert. Ich sehe mich oder mein Online-Ich da mehr als eine Figur, die agiert, und das Re-Agieren der anderen Figuren zeigt sich unglaublich spannend.

      An einigen Stellen habe ich dann doch etwas zu scharf geschossen, das tut mir leid, ich habe die Respektlosigkeit gegenüber Herrn Döring entfernt, und nicht nur die.

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  10. das, was ich befremdlich fand, ja, ähnlich deplaziert, wie das sonstauchrechtseltsam-label zu levin westermann in der besprechung oben (und von späteren vermeintlichkeiten wie möchtegern-intellekt, der wenig möchtegern war, abgesehen) war mehr der kommentar von ilija trojanow, bevor er ansetzte, den preis für janko marklein auszuloben.

    sinngemäß kam im placebocharmanten clownsschuh (pardon) dann folgendes: man solle sich doch nicht nur dazu angehalten fühlen, lediglich die englische sprache einzuphrasen, da gäbe es noch türkisch, dänisch usw. usw. weiter mit „and the winner is…“

    gut, die intention bei schickschöner wetterlage könnte gewesen sein, lediglich etwas zu sensibilisieren, was den umgang mit versatzstücken anbelangt, (ein mitunter dichtes gedränge von) anglizismen für sich selbst im schreiben durchaus mal in frage zu stellen, es vielleicht nicht als hippe notwendigkeit zu verstehen, so dass denn jemand tut. hätte kritik sein können, hätte, hätte, aber:

    zum tritt wurde die witzelnde aussage dadruch, dass gerade der von der taz-jury vergebene preis an einen text ging, der enorm viel mit englischen (song)zitaten und einigen phrasen gearbeitet hat.

    im verkünden der eigentlichen preise, der so „echten“, dotierten preise dann wirkte der kommentar auf nicht wenige mehr wie ein nachtreten in sachen taz-jury, ein arges von oben herab als wenig dezentes abhusten vom opernbalkon in richtung taz-preisträger. und das schien unschön, auch recht seltsam.

    vielleicht hätte es für ein wohlgemeintes rütteln an besagter stelle eben doch ein paar mehr eindeutige worte gebraucht, als eben nur dieses diffuse anreißen.

    denn das missverstehen, hier immer noch vorausgesetzt, die intention war eine irgendwie gut gemeinte, war dergestalt ordentlich vorprogrammiert.
    mag ja sein, dass ich das innere der haut nach außen getragen habe, an diesem tag, sieht ja fein aus manchmal und bitzelt so schön, aber ich hatte einen wirklich, wirklich fiesen geschmack im mund.

    zum ersten tag: der war textlich nach meinem dafürhalten in sachen prosa sehr schwach, der zweite tag zog diesen eindruck dann etwas zurecht. in sachen lyrik war für mich lediglich eine lektor-auswahl sehr unverständlich, da mir die entsprechenden texte sehr, sehr schwach erschienen, unbewegend eher.

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