Leseecke 28

FullSizeRenderLeseecke ist eine Rubrik, die sich langsam, Stück für Stück der digitalen Veröffentlichung aller 154 Sonette Shakespeares in Günter Plessows Übersetzung und dem Originaltext (im Jubiläumsjahr 2016 bei Signaturen) anschließt und hier Leseecke und Forum zur Diskussion über die Sonette und / oder Übersetzungen sein kann. Jedenfalls ich werde an 154 Tagen (mit Zwischenraum, um durchzuschaun) mir jeweils eins der Sonette vornehmen und hier den Originaltext und zusätzliches Material anbieten. Einladung zum Pendeln von Shakespeare zu Plessow und zurück (wenns sein muß auf Umwegen über Schlegel/Tieck, Bodenstedt, George, Kraus & Co). (Die Zahl neben dem Wort Leseecke ist die Nummer des Shakespearesonetts). Zur Originalschreibweise: u / v und i / j sind fast regellos austauschbar, liue lies live, ioy lies joy.
Sonette 22-28 bei Signaturen hier
Bisherige Folgen der Leseecke hier.

27

HOw can I then returne in happy plight
That am debard the benifit of rest?
When daies oppression is not eazd by night,
But day by night and night by day oprest.
And each (though enimes to ethers raigne)
Doe in consent shake hands to torture me,
The one by toyle, the other to complaine
How far I toyle, still farther off from thee.
I tell the Day to please him thou art bright,
And do'st him grace when clouds doe blot the heauen:
So flatter I the swart complexiond night,
When sparkling stars twire not thou guil’st th’ eauen.
  But day doth daily draw my sorrowes longer,
  And night doth nightly make greefes length seeme stronger

Einige Anmerkungen zum Text:

  • plight Lage
  • That am debard dem versagt wird
  • ethers either’s raigne reign, Herrschaft
  • 7 toyle Mühe
  • 10 blot verdunkeln
  • 11 swart complexiond von schwarzer (Gesichts-)Farbe
  • 12 twire blicken, blinzeln eauen even(ing)

Deutsche Fassung von Otto Gildemeister:

 Wie soll ich denn wohl wieder fröhlich werden,
 Da mir des Ruhens Wohltat bleibt verwehrt,
 Da nie die Nacht wegnimmt das Tags Beschwerden,
 Da Nacht den Tag und Tag die Nacht beschwert?
 Die beiden, die doch sonst sich nie vertragen,
 Schütteln die Hand sich zur Tortur an mir,
 Der Tag mit Wandern und die nacht mit Klagen,
 Wie fern ich wandre, ferner stets von dir.
 Dem Tage schmeichl’ ich vor, wie deine Pracht
 Ihn schmücke, wann Gewölk am Himmel dunkle;
 So schmeichl’ ich auch der schwarzwangigen Nacht,
 Du seist ihr Kleinod, wann kein Sternchen funkle;
  Doch täglich macht der Tag mein Leiden länger,
  Nächtlich die Nacht die bange Trauer bänger.

Quellen

  • Q = Shake-speares Sonnets. Never before imprinted (1609) (Quelle der Originaltexte)
  • B = Benson, Poems: Written by Wil. Sh. (1640)
  • Burrow = W. Shakespeare: The Complete Sonnets and Poems. Ed. Colin Burrow (Oxford World’s Classics), Oxford University Press, 2002
  • B/H = Shakespeare, The Sonnets. Hrsg. Raimund Borgmeier, Michael Hanke. Stuttgart: Reclam, 2006
  • Borgmeier = Shakespeare: The Sonnets. Die Sonette. Engl. u. in ausgewählten deutschen Versübersetzungen. Hrsg. Raimund Borgmeier. Stuttgart: Reclam, 1974

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