Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Paul Colinet (* 2. Mai 1898 in Arquennes, Seneffe, Belgien.; † 23. Dezember 1957 in Forest (Brüssel)) Dichtkunst Der Vogel ist im Koffer, der Koffer im Ei, das Ei im Felsen, der Felsen im kleinen Finger, der kleine Finger im Mond, der Mond im Hahn… Continue Reading „Dichtkunst“
Marceline Desbordes-Valmore (* 20. Juni 1786 in Douai; † 23. Juli 1859 in Paris) Erinnerung. Als eines Abends plötzlich er erblaßte, Als seine Stimme unverhofft verstummte Im halbgesproch’nen Wort, als seine Augen So brennend heiß, mich schwer verwundeten Mit Leiden, die ihm eigen, wie ich wähnte – Als seine Züge von… Continue Reading „Erinnerung“
Henri Chopin (* 18. Juni 1922, heute vor 100 Jahren, in Paris; † 3. Januar 2008 in Dereham, Norfolk) Seite aus der Notation des Soundpoems sol air (1964). Was wie elektronische Musik klingt (Audio unten), wurde ausschließlich mit der Stimme des Autors auf Magnettonband erzeugt.… Continue Reading „Henri Chopin 100“
Der französische Schriftsteller Pierre Louÿs war ein Meister der erotischen Literatur und ein Fälscher. Von ihm stammt der Roman Dieses obskure Objekt der Begierde (verfilmt von Luis Buñuel) und, eine Sensation, die angebliche Übersetzung einer bisher unbekannten griechischen Dichterin aus dem Umkreis der Sappho, Bilitis. Er… Continue Reading „Der verlorne Brief“
Emile Verhaeren (* 21. Mai 1855 in Sint-Amands bei Antwerpen; † 27. November 1916 in Rouen) DIE BRENNENDEN SCHOBER (Auszug) Glut in des Abends Tiefe die Ebene hellt. Aufspringend Sturmgeläut bellt und gellt, Stößt wund sich am starrenden Firmament; – Ein Schober brennt! Die Menge, in Wegschleusen drängend, heult! Die Menge, durchs Dorf sich… Continue Reading „Die brennenden Schober“
L&Poe Journal #02 Essay Essay von Bertram Reinecke (Vierte und letzte Folge) Montieren: alte Verse vs. neue Verse Textanfang und -ende am Beispiel Familien-Werte Montieren: alte Verse vs. neue Verse Wenn es einerseits schwieriger scheint, in alten Strophenformen zu bauen, weil Reim und Rhythmus… Continue Reading „Über Haltung und Versgrammatik (4)“
L&Poe Journal #02 Essay Essay von Bertram Reinecke (Dritte Folge) Versbau und Beliebigkeit Verskollaboration organisieren – Einzelfälle Über Haltung und Versgrammatik (3) Versbau und Beliebigkeit Arbeite ich mit Zeilen lebender DichterInnen[1], reagieren diese manchmal mit Freude, manchmal mit Neugier oft aber auch mit Verunsicherung.… Continue Reading „Versbau und Beliebigkeit“
Jean Moréas (* 15. April 1856 in Athen; † 30. April 1910 in Paris) Stanze Sagt nicht: das Leben ist ein Festgelage; So spricht die Torheit wohl und ein gemeiner Sinn. Doch sagt nur ja nicht: es ist grenzenlose Plage; Dies zeugt von schlechtem Mut, dem alle Kräfte fliehn. Lacht, wie die… Continue Reading „Stanze“
L&Poe Journal #02 Essay Essay von Bertram Reinecke (Zweite Folge) Bei der Lektüre eines französischen Textes Beim Lesen eines spätstalinistischen Dichters Über Haltung und Versgrammatik (2) Bei der Lektüre eines französischen Textes Besonders deutlich wird mir die umschriebene Farbenblindheit wenn ich beobachte, wie nahezu… Continue Reading „Bei der Lektüre eines französischen Textes“
Heute drei polyglotte Siebenzeiler aus einer größeren Serie, die Helmut Schulze auf seiner Facebookseite veröffentlicht. camminando dimentico des derniers pas que j’ai faits it’s reality that i mow nie sei’s, daß ich heu verschmäh’ and a lot to it I owe le parfait plus-que-parfait… Continue Reading „at the border of a must“
Wird mal wieder Zeit für Boris Vian! (* 10. März 1920 in Ville-d’Avray; † 23. Juni 1959 in Paris) Wären die Dichter nicht so dumm Und wären sie auch nicht so faul Sie machten alle Menschen glücklich Um sich zu kümmern ganz in Ruh… Continue Reading „Wären die Dichter nicht so dumm“
Rainer Maria Rilke (* 4. Dezember 1875 in Prag; † 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, Schweiz) LES QUATRAINS VALAISANS XXI Après une journée de vent, dans une paix infinie, le soir se réconcilie comme un docile amant. Tout devient calme, clarté … Mais à l’horizon s’étage, éclairé et doré, un beau bas-relief… Continue Reading „Aus den Walliser Gedichten“
Paul Éluard (* 14. Dezember 1895 in Saint-Denis bei Paris; † 18. November 1952 in Charenton-le-Pont bei Paris) Kritik der Dichtung Das Feuer erweckt den Wald Die Stämme die Herzen die Hände die Blätter Das Glück in einen Strauß gebunden Verwirrt sehr leicht schmelzend gesüßt Ein ganzer Wald von Freunden Der sich versammelt bei den… Continue Reading „Kritik der Dichtung“
Lautréamont (Eigentlich Isidore Lucien Ducasse, * 4. April 1846 in Montevideo, Uruguay; † 24. November 1870 in Paris) Erster Gesang, fünfte Strophe Mein ganzes Leben lang sah ich die Menschen mit engen Schultern, ohne eine einzige Ausnahme, stupide und zahlreiche Taten vollbringen, sah sie ihresgleichen verdummen und die Seelen mit allen Mitteln… Continue Reading „Die Gesänge des Maldoror“
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