Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Ein Zeitsprung, ein Milieuwechsel, eine radikal veränderte Atmosphäre: die Pension des Fräulein Schröder in der Berliner Nollendorfstraße, wo Christopher Isherwood sein Haupt niederlegte, sofern er zum Schlafen kann und nicht den angeblich so frischen deutschen Jungens aus den Vorstädten nachspürte, vorzugsweise Arbeiterkinder, freilich arbeitslos.… Continue Reading „70. Briten in Berlin“
Philippe Jaccottet wurde mit dem Großen Preis der Schweizerischen Schillerstiftung 2010 geehrt. Jaccottet zählt zu den bedeutendsten Lyrikern französischer Sprache. Sein Werk umfasst Gedichte, lyrische Prosa, Essays zu Literatur und Kunst sowie zahlreiche Übersetzungen aus dem Griechischen (Homer), aus dem Deutschen (Hölderlin, Musil und… Continue Reading „69. Großer Schillerpreis für Jaccottet“
Edition und Kommentar von Goethes „West-östlicher Divan“, die Hendrik Birus 1994 vorlegte, wurden sofort als Meilenstein der Philologie gefeiert. Birus befreite den 1819 erschienenen „Divan“ von späteren Zusätzen in der „Ausgabe letzter Hand“, der die meisten späteren Editionen folgten, und bot diese bereicherten Fassungen… Continue Reading „68. Künftiger, duftiger Divan“
Der Dichter, Essayist und Herausgeber Michael Krüger (66) erhält den Joseph-Breitbach-Preis 2010. Der Lyriker habe mit seinen Gedichtbänden wie „Diderots Katze“ (1978) oder „Die Dronte“ (1985) an die großen Traditionen des 20. Jahrhunderts angeschlossen, teilte die Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur mit.… Continue Reading „66. Breitbach-Preis für Michael Krüger“
Jens Petersen hat Goethe, Mörike, Rilke, von Fallersleben und viele andere durch die elektronische Mangel gedreht. Die Google-Sprachtools wurden als digitale „Assistenten“ verwendet, um ganz neue Lyrik zu produzieren. Plötzlich erzielen selbst die romantischsten Klassiker eine urkomische Wirkung, wenn sie auf dem Umweg über… Continue Reading „64. Finnland, Japan und zurück“
Dann wird es heiterer, der Pflanzenreichtum auf Teneriffa, ein Rosenwort für Gertrude Stein, deren bekanntester Satz „Rose is a rose is a rose is a rose“ besser ins Alemannische als ins Hochdeutsche zu übersetzen sei: „A Ros isch a Ros isch a Ros“ und… Continue Reading „63. Das Grün auswendig lernen“
Innokenti Annenski gehört zu den grossen Illusionslosen, doch genau dies machte ihn frei. Frei, sich in «Quälenden Sonetten» und «Redefetzen» auszudrücken, aber auch in einem hoch lautmalerischen Gedicht wie «Glöckchen klingen» (1906), das futuristische Lautexeperimente vorwegnahm. «Ding-Dang-Dong, / Ding-Dang . . . / Dido… Continue Reading „62. Bahnbrechender Einzelgänger“
Die vor 40 Jahren verstorbene Schriftstellerin Nelly Sachs galt lange Zeit als lyrische Anwältin Israels, ihr Werk wurde nicht zuletzt durch die Begründung zum Erhalt des Nobelpreises 1966 oft auf die jüdische Thematik festgeschrieben. Dem schwedischen Schriftsteller Aris Fioretos ist es nun gelungen, mit… Continue Reading „61. Deutsche Dichterin“
Mit der „Aktion wider den undeutschen Geist“ ging der 10. Mai 1933 unrühmlich in die deutsche Geschichte ein. Am Mittwoch ist der „Tag der Bücherverbrennung“ ein Gedenktag, der moderner Literatur Raum gibt. Aus diesem Anlass lasen am Montag 53 Autoren der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N.… Continue Reading „60. Andreas Altmann las“
Die Anlieger haben in letzter Minute versucht, Agnes Miegels Ehre als Heimatdichterin zu retten. Es bleibt unbestritten, dass Agnes Miegel sich um die deutsche Literatur verdient gemacht hat – und um die ostdeutsche Heimat der vielen Heimatvertriebenen, die auch in St. Arnold leben. Es… Continue Reading „59. Umbenennung“
Flucht und Verwandlung heißt die vom schwedischen Autor und Übersetzer Aris Fioretos kuratierte Ausstellung, die dem Besucher die fragile Dichterexistenz der Nelly Sachs in Erinnerung ruft. Zu sehen sind da also beispielsweise die Kette aus Mondsteinen, die sie zur Nobelpreisverleihung trug, Privatfotos, auf denen… Continue Reading „58. Fragile Dichterexistenz“
In der Wortkunst der deutschsprachigen Schweiz nimmt Eugen Gomringer – er ist 1925 in Bolivien geboren − seit Jahrzehnten eine dominante Stellung ein. Kein anderer hiesiger Dichter ist in Anthologien so stark vertreten wie er, keiner ist als Dichtungstheoretiker vergleichbar einflussreich gewesen, und keinem… Continue Reading „57. Gomringers Sonette“
In der Geschichte der Dichterverehrung in Deutschland ist Hausen im Wiesental ein einzigartiges literarisches Laboratorium. Zum 250. Geburtstag Hebels beginnt man hier nun, den größten Sohn des Ortes, der freilich in Basel geboren wurde, mit anderen Augen zu sehen. Was daraus folgen mag? Ein… Continue Reading „56. Dichterverehrung“
Arnold Stadler ist ein würdiger, geradezu idealer Hebelpreisträger im Jubiläumsjahr, schreibt die FAZ. Auch ist der Preis wohl ein würdigerer Preis als mancher andere, für die Zeitung; denn sie druckt die Dankrede ab, in der er über vieles plaudert und auch einige Sentenzen gibt… Continue Reading „55. Dankesrede von Arnold Stadler zur Verleihung des Hebelpreises“
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