Lyrikzeitung & Poetry News

7. Mai 2012

18. LESEFLUSS RHEIN 2012

Polnische und deutsche Lyriker lesen entlang des Rheins – Julia Fiedorczuk, Adam Wiedemann und Dariusz Sośnicki aus Polen und Esther Kinsky, Marion Poschmann und Norbert Scheuer aus Deutschland.

Lyrik gilt oft als unübersetzbar. Die Kunststiftung NRW macht in ihrem Projekt die Probe aufs Exempel und schickt neun Lyrikerinnen und Lyriker aus drei Ländern in ein literarisches Experiment. Unterstützt von ihren Übersetzern und in der konzentrierten Atmosphäre des Europäischen Übersetzer-Kollegiums Straelen bringen die Dichterinnen und Dichter aus Polen, den Niederlanden und Deutschland ihre Gedichte in die jeweils anderen Sprachen. Die Ergebnisse dieses kreativen Prozesses präsentieren sie bei Lesungen in Köln, Bonn, Düsseldorf und Höxter. Im Rahmen dieser Lesereise wird am 8. Mai im Europäischen Übersetzer-Kollegium in Straelen der Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW an die polnische Übersetzerin Sława Lisiecka verliehen. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis ist der höchstdotierte Übersetzerpreis Deutschlands.

Kooperation: Kunststiftung NRW Im Rahmen von “Klopsztanga.Polen_grenzenlos_NRW”: Klopsztanga

7.05.2012 – 20:00 Uhr
Literaturhaus Köln
Schönhauser Str. 8
50968 Köln
Veranstalter: Polnisches Institut Düsseldorf

4. Mai 2012

11. Chachlackisch

Einsortiert unter: Polen, Polnisch — Schlagworte: — lyrikzeitung @ 11:03

Die verschwindenden Ortschaften in der ehemaligen Woiwodschaft Przemysl, im Grenzgebiet zwischen Polen und der Ukraine: in den Gedichten von Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki gibt es sie noch. Es gibt die Erinnerungen an heimliche Orte, verbotene Zusammenkünfte, an das nichtexistente Wirtshaus, die ständigen Bedrohungen, Wahnsinn und Alkohol, die psychiatrische Klinik und das immerwährende Sterben. Seine Gedichte nehmen ihren Ausgang an bestimmten Einzelheiten oder Personen, am runden Stempel »Bibliothek der Tkaczyszyn-Dyckis aus Wólka Krowicka«, am nie verklingenden Schrei der sterbenden Mutter und an einzelnen Worten der (ebenfalls aussterbenden) »chachlackischen« Muttersprache des Dichters. / Kurier

Erste deutschsprachige Buchpublikation von EUGENIUSZ TKACZYSZYN-DYCKI (Polen): GESCHICHTE POLNISCHER FAMILIEN / Dzieje rodzin polskich (2005; Editon Korrespondenzen, Frühjahr 2012) • In Zusammenarbeit mit dem Instytut Polski, Wien und der Edition Korrespondenzen

21. April 2012

74. Miron Białoszewski bei Reinecke & Voß

Und wenn dann ein Rühm in Warschau staunt, dass ein Miron Białoszewski dort wirken darf (nicht kann, sondern darf), dann ist das ein Fingerzeig. In einem kleinen Nachwort in diesem Auswahlbändchen erzählt er davon. 1961 kam von Miron Białoszewski noch “Mylne wzruszenia” („Irrige Rührungen“, 1961), und das war’s dann im Wesentlichen auch. Dann verlor auch Polen diesen leichten Atem der Freiheit. Und als Białoszewski 1983 starb, war er selbst eigentlich schon Legende. Auch wenn seine Gedichte bis heute in Polen beliebt sind.

Eine Schwierigkeit für den Ruhm außerhalb der Landesgrenzen spricht Rühm an: die Sprachbarriere. Die in Deutschland in Bezug auf Polen auch immer mit einer Aufmerksamkeitsbarriere verbunden war. Während der westliche Buchmarkt sich am anglo-amerikanischen orientierte und dem Osten zumeist eher ein Achselzucken gönnte, feierte man in der DDR zwar gern Völkerfreundschaft, doch was da in Polen gedruckt wurde, war den Wärtern des richtigen Weges zumeist viel zu suspekt. …

Dass Białoszewski jetzt mit diesem kleinen Auswahlbändchen spät dennoch ankommt hierzulande, ist der Wrocławer Dichterin und Übersetzerin Dagmara Kraus zu verdanken. Und wer mit dem Ende des Büchleins beginnt, bekommt so eine Ahnung, wie komplex hier die Arbeit des Übersetzens war. Zu drei Gedichten von Miron Białoszewski hat Bertram Reinecke nämlich ein paar junge deutsche Lyriker gebeten, eine Nachdichtung zu versuchen. Einige hat er auch selbst probiert. Die Titel der Gedichte kann man gar nicht herschreiben – außer auf polnisch. Denn das Spiel mit den Worten, ihren Anklängen, Verwandlungsmöglichkeiten beginnt Miron Białoszewski schon im Titel. Die Worte werden vieldeutig, beginnen sich, kaum dass man sie gefasst zu haben scheint, zu verwandeln. / Ralf Julke, Leipziger Internet Zeitung

Miron Białoszewski “Wir Seesterne” Herausgegeben und übersetzt von Dagmara Kraus mit einer Erinnerung von Gerhard Rühm und Nachdichtungen von Kenah Cusanit, Norbert Lange, Kerstin Preiwuß, Bertram Reinecke, Monika Rinck, Schuldt und Ulf Stolterfoht
Reinecke & Voß 2012
19cm x 12cm, 120 Seiten, 12 Euro
ISBN 978-3-942901-03-1
Bestellen unter : info[at]reinecke-voss.de

20. April 2012

73. “Es reicht”

Einsortiert unter: Polen — Schlagworte: — lyrikzeitung @ 18:55

Der letzte Gedichtband der Nobelpreisträgerin Wisława Szymborska kam heute in den Handel. Der schmale Band trägt den Titel “Wystarczy” (Es reicht). Er enthält 13 Gedichte, die sie selbst noch zur Veröffentlichung vorbereitet hat, sowie Kopien einiger unvollendeter Gedichte in mikroskopischer Handschrift mit Korrekturen, an denen sie bis zu ihrem Tod am 1.2. noch gearbeitet hatte.

Das im Krakauer Verlag a5 erschienene Buch kostet 29 Złoty ($9.00; €7). In mehreren Warschauer Buchhandlungen war es schnell ausverkauft. …

Eins der neuen Gedichte widmet sich der Hand: “Siebenundzwanzig Knochen / fünfunddreißig Muskeln / etwa zweitausend Nervenzellen / in jedem unserer fünf Finger / Das reicht / um “Mein Kampf” zu schreiben / oder Pu baut ein Haus”. /  Washington Post

14. April 2012

48. Resonanz

Einsortiert unter: Deutsch, Deutschland, Polen — Schlagworte: — lyrikzeitung @ 15:55

[Monika] Taubitz['] Lyrik findet heute in Polen eine große Leserschaft. „Ich habe das Gefühl, dass meine Lyrik dort so verstanden wird, wie sie gemeint ist“, sagt sie. / Südkurier

14. März 2012

64. Sarmatische Begeisterungsfähigkeit

Einsortiert unter: Deutschland, Polen, Ukraine, Weißrußland — Schlagworte: , — lyrikzeitung @ 17:34

Der österreichische Schriftsteller und Übersetzer Martin Pollack, der 2011 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung erhalten hat, kuratiert den auf drei Jahre angelegten Schwerpunkt „Tranzyt – Literatur aus Polen, der Ukraine und Belarus“ auf der Leipziger Buchmesse. Die Presse (Wien) berichtet:

2005 hat Pollack eine Anthologie namens „Sarmatische Landschaften: Nachrichten aus Litauen, Belarus, der Ukraine, Polen und Deutschland“ herausgegeben. „Die Polen erinnern sich gern an das einstige Sarmatien“, erklärt Pollack: „Für sie ist das so eine Art innerkontinentales Atlantis.“ In der Spätantike verstand man unter Sarmatien die große Region zwischen Weichsel, Wolga, dem Schwarzen Meer und der Ostsee. Die polnisch-litauische Adelsrepublik der frühen Neuzeit übernahm diesen Namen, in ihr lebten Polen, Weißrussen und Westukrainer in einem Staatenverband, in dem die Polen die Führung innehatten: „Für sie war das ein Goldenes Zeitalter.“

Eines könne sich der Westen aber von den Osteuropäern abschauen, meint Pollack: die Begeisterungsfähigkeit für Literatur. „Ich habe Lyrik-Lesungen erlebt, bei denen die Säle gerammelt voll mit jungen Leute waren, die gejubelt haben.“ So etwas wünsche er sich auch für Leipzig…

/ Die Presse 14.3.

Die Leipziger Buchmesse dauert von 15. bis 18. März. Insgesamt präsentieren 2071 Verlage über 100.000 Bücher aus 44 Ländern.

Das Autoren-Camp ist die wichtigste Neuerung. Es dient der Vernetzung von Autoren.

1. März 2012

1. Testament Wisława Szymborskas

Am Mittwoch wurde das Testament der am 1.2. in Krakau gestorbenen Dichterin Wisława Szymborska veröffentlicht. Darin spricht sie von einer literarischen Stiftung und einem neuen Literaturpreis.

In Übereinstimmung mit dem Willen der Dichterin plant die Stadt Krakau die Gründung eines Literaturmuseums.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Magdalena Sroka sagte: “Viele hervorragende Schriftsteller lebten und leben in Krakau, und oft wurden die Nachlässe nach ihrem Tod verstreut.” Dafür brauche man das Museum.

Neben Szymborska lebte mit Czesław Miłosz ein weiterer Nobelpreisträger in Krakau – nach dem Fall des Eisernen Vorhangs war er aus dem amerikanischen Exil zurückgekehrt.

Auch Stanisław Lem verbrachte den größten Teil seines Lebens in Krakau. Zu den bekannten Autoren, die eine Zeitlang hier lebten, gehörten Sławomir Mrożek und Konstanty Ildefons Gałczyński.

Gleichzeitig wurde bekannt, daß ihr letzter Gedichtband mit dem Titel “Wystarczy” (Es reicht) Ende April erscheinen wird.

Gerade erschienen ist eine neue Ausgabe ihrer “Wierszy wybranych” (Gesammelten Gedichte).

/ Polskie Radio

Mehr: Bericht der Gazeta Wyborcza

25. Februar 2012

112. Polnische Lyrik

Einsortiert unter: Deutsch, Polen — Schlagworte: , , — lyrikzeitung @ 22:05

Unter dem Motto „Der siebte Engel ist ganz anders“ präsentieren Pawel Krzak aus Krakau und der Büdinger Gitarrist Ekaterine Davitashvili polnische Lyrik von Paul Celan bis Wislawa Szymborska. / Gelnhäuser Tageblatt

Vgl. auch L&Poe 59. Rückblende Juni 2001: Nicht jeder mag Berlin:

Ebenfalls in Berlin zeigt eine Ausstellung in der Stiftung “neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum” Leben und Werk des Dichters Jakob van Hoddis. (Was hier gezeigt werde, fragt eine Besucherin im Eingang. Irgendein russsischer Dichter, sagt einer vom Personal. Der andere durchwühlt meine Tasche wie am Flughafen.).

22. Februar 2012

100. Lyrik bei Tag und Nacht

Einsortiert unter: Polen, Ukraine, Weißrußland — Schlagworte: , , , — lyrikzeitung @ 13:36

Tranzyt. Messeschwerpunkt auf der Leipziger Buchmesse

Poetische Tage und Nächte warten auf Lyrikfans. Bei Tage stellt sich das “Internationale Poesiefestival Meridian Czernowitz” in Leipzig vor. In mehreren Veranstaltungen lesen Lyrik-Stars und Newcomer. Am Nachmittag des ersten Messetages steht zeitgenössische Lyrik aus Polen, der Ukraine und Belarus auf dem Programm. Die Teilnehmer debattieren, was die neue lyrische Richtung in diesen drei Ländern auszeichnet. Die tranzyt-Nacht auf der Leipziger Theaterbühne Skala vereint Slam-Poetry und Musik aus Polen, der Ukraine und Belarus.

Spannend sind nicht nur die Literaturen aus den drei Ländern sondern auch die Literaturzeitschriften und -portale. In Leipzig stellen sich die Zeitschrift des Vereins translit e.V., die deutsch-polnisch-ukrainische Zeitschrift “RADAR” und das Webportal literabel.de für belarussische Gegenwartsliteratur vor.

Vielfältige Literaturen – vielfältige Buchmärkte

“Polen, Belarus und die Ukraine stehen für unterschiedliche politische Systeme”, erläutert Oliver Zille. “Ebenso verschieden haben sich die Buchmärkte der einzelnen Länder entwickelt und so sind auch die statistischen Gegebenheiten zu unterschiedlich, um eine wirkliche Vergleichbarkeit der bekannten Daten und Fakten herzustellen.”

Polen verfügt über den größten Buchmarkt innerhalb des Programmschwerpunktes. Die gut 38 Millionen Einwohner sorgten 2010 für einen Umsatz von 736 Millionen Euro im Buchmarkt. Der Deutsche Buchexport nach Polen lag 2010 bei 19,79 Millionen Euro. Im Jahr 2009 wurden 24.380 Bücher veröffentlicht davon 13.430 Neuerscheinungen . 26 Prozent der publizierten Titel sind Übersetzungen. Die 200 größten Verlage verzeichneten 98 Prozent des Umsatzvolumens.

Polen verzeichnet insgesamt 3.000 Buchhandlungen und 31.100 Unternehmen im Verlagswesen. Zu den wichtigsten Vertriebswegen zählen der Buchhandel/Buchketten, Supermärkte/Warenhäuser, Direktverkauf/Buchklubs und das Internet . Polen gehört seit 1995 zur weltweiten Spitzengruppe der Lizenzkäufer deutscher Titel. Die Hälfte der Lizenzen entfallen auf Belletristik. Eine Studie aus dem Herbst 2012 der Arbeitsstelle für Leseforschung der Nationalbibliothek ergab, dass 46 Prozent der polnischen Bücherfans gern Übersetzungen fremdsprachiger Literatur lesen, darunter zahlreiche Neuübersetzungen deutscher Klassiker des 20. Jahrhunderts wie Fallada, Remarque oder Rilke. Die Zahl der regelmäßigen Leser liegt stabil bei 12 Prozent der Bevölkerung. Besonders beliebt beim Publikum sind Thriller, Liebesromane und Reportagen. E-Books und E-Reader erfreuen sich vor allem bei jungen Polen großer Beliebtheit.

Belarus stellt mit 9,5 Millionen Einwohnern das bevölkerungsärmste Land des Programmschwerpunktes. 2010 erschienen 10.774 Titel mit einer Gesamtauflage von 42 Millionen Stück. Das Verlagswesen vereint 837 Unternehmen, von denen etwa 100 marktentscheidend sind.

Zwei Drittel der Bevölkerung bekennt sich zum Lesegenuss, während ein Drittel keine Bücher zur Hand nimmt. Weißrussisch ist die Amtssprache in Belarus. Etwa 75 Prozent der Bevölkerung nutzt im Alltag das Russische. Der Mehrheit er Publikationen erscheint daher in dieser Sprache. Nur etwa ein Drittel wird auf Weißrussisch veröffentlicht. Immerhin 13,3 Prozent der Einwohner können nicht auf Weißrussisch lesen und 62 Prozent zeigen an weißrussischer Literatur nur wenig Interesse. Hoch im Kurs steht hingegen zeitgenössische, ausländische Literatur insbesondere russische.

In der Ukraine leben rund 45 Millionen Einwohner. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung beherrscht sowohl die ukrainische als auch die russische Sprache. Offizielle Amtssprache ist nach der Unabhängigkeit 1991 das Ukrainische. Die russische Kultur und Literatur beeinflusst aber weiterhin die Gesellschaft. So wird der ukrainische Buchmarkt stark mit russischer Belletristik versorgt. Andererseits steigt die Nachfrage nach Büchern in der ukrainischen Sprache. Den Buchmarkt teilen sich 350 Verlage. Im letzten Jahr gaben 60 Prozent dieser Unternehmen ein Umsatzwachstum an. Im Jahr 2010 betrug die Gesamtauflage an Büchern und Broschüren knapp 34 Millionen Stück, davon erschienen knapp 17 Millionen auf Ukrainisch und gut 15 Millionen auf Russisch.

54 Prozent der Bevölkerung in der Ukraine lesen regelmäßig. Sie kauften zu 38 Prozent ukrainische und zu 60 Prozent russische Publikationen. Bücher auf Deutsch werden von 1,1 Prozent der Ukrainer erworben.

Insgesamt 2.780 Autoren und Mitwirkende in 2.600 Veranstaltungen kommen zu Europas größtem Lesefest “Leipzig liest” nach Leipzig. Das komplette Programm ist online unter www.leipzig-liest.de verfügbar. Wer viel unterwegs ist, kann die mobile Programm-Version unter www.leipzig-liest.de/mobil erreichen.

99. Schillernd, vielfältig und reich: “tranzyt. Literatur aus Polen, der Ukraine und Belarus”

Neuer Programmschwerpunkt der Leipziger Buchmesse

Prosa und Lyrik, Gesellschaftspolitik und Fußball, Diktatur und Demokratie – die Literaturszenen in Polen, der Ukraine und Belarus versprechen neue Namen, spannende Themen und bewegende Geschichten. Zur Leipziger Buchmesse präsentieren vom 15. bis 18. März junge Wilde und preisgekrönte Routiniers erstmals den Programmschwerpunkt “tranzyt. Literatur aus Polen, der Ukraine und Belarus”. “Mit ´tranzyt´ wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern den Blick auf diese weitgehend unbekannten Literatur-Landschaften schärfen”, erklärt Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. “Gerade über literarische Texte, erhalten die Leser ein differenziertes Bild der verschiedenen Kulturen.”

Wie gehen Schriftsteller mit den historischen Ereignissen und den teils dramatischen, politischen Entwicklungen um? Welche Aufgaben kommen Autoren und Künstlern in der Diskussion über die Zivilgesellschaften gegen einen alles beherrschenden Staat zu? Wie können die Künstler als Kreative jenseits der jeweiligen Landespolitik wahrgenommen werden? Unterscheiden sich Prosa oder Lyrik aus diesen drei Ländern voneinander oder vom Rest der Welt?

In 20 Veranstaltungen des Programmschwerpunktes “tranzyt” geben 32 Autoren aus Polen, der Ukraine und Belarus Antworten auf diese Fragen. Von den “tranzyt”-Gästen haben einige bereits auf Deutsch publiziert. Hierzu gehören Joanna Bator, Sylwia Chutnik, Piotr Siemion und Andrzej Stasiuk aus Polen sowie Swetlana Alexijewitsch und Alhierd Bacharewitsch aus Belarus. Deutsche Ausgaben gibt es zudem bereits von den ukrainischen Autoren Juri Andruchowytsch, Andrej Kurkow, Natalka Sniadanko, Oksana Zabuzhko und Serhij Zhadan.

Kurator des Programmschwerpunktes ist Martin Pollack, Experte für Geschichte und Literatur Mittel- und Osteuropas, Autor, Übersetzer und Träger des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung 2011. “Brilliant, bedeutend und beeindruckend sind die literarischen Landschaften Polens, der Ukraine und Belarus”, verspricht Pollack. “Sie verdienen es, von einem großen Publikum entdeckt zu werden. Die teils bestürzenden politischen Entwicklungen sollten unsere Neugier auf neue Themen, Zusammenhänge und Wechselwirkungen von Geschichte, Politik und Kultur noch erhöhen.” “tranzyt” ist ein Projekt der Leipziger Buchmesse, der Robert Bosch Stiftung und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit in Kooperation mit der Rinat Ahmetov Stiftung “Rozvytok Ukrajiny”, der Allianz Kulturstiftung, dem Lviver Verlegerforum und dem Polnischen Institut Berlin, Filiale Leipzig. Koordiniert wird das Programm von der Kulturmanagerin Kateryna Stetsevych.

Fußball und Politik – eine runde Sache?

Politik und Fußball sind vielfältig verknüpft – nicht nur in Polen und der Ukraine. Aber 2012 liegt die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit ganz besonders auf den gastgebenden Ländern der Fußball-Europameisterschaft. Anlässlich der EM haben sich elf Autorinnen aus der Ukraine auf die Suche nach einem Fußball gemacht. Was dabei herausgekommen ist, erfahren die Zuschauer der Veranstaltung “Wodka für den Torwart”. Unter dem Titel “Freistoß. Fußball und Gesellschaft in Polen, der Ukraine und Belarus” geht “tranzyt” der Frage nach, wie sich der Fußball und das Turnier auf die politischen und kulturellen Entwicklungen dieser Länder auswirken.

LEIPZIGER BUCHMESSE
(15. bis 18. März 2012)

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