Kategorie: Rußland

23. Das Sa-umnische als sozialer Dialekt der russischen Futuristen

Von Kai Pohl, junge Welt 6.9. Der soziale Dialekt Sa-um war die Ausrufung einer neuen Sprachpraxis. Nicht die Bedeutung der Worte, allein ihr Lautbild, der Klang zählte: »Ausdruck von Begeisterung!«, »Rebellion, Gewitter, Wirbel, Kampf, Skandal, Brand …« – »Die Gedichte sollen nicht den Frauen… Continue Reading „23. Das Sa-umnische als sozialer Dialekt der russischen Futuristen“

14. Lyrik der Hölle

2007 erschien im kleinen Wiener Verlag Edition Korrespondenzen ein Gedichtband, der die ganze Vorstellung über die Lyrik der Leningrader Katastrophe revolutionierte. «Blockade» entstammte der Feder von Gennadi Gor, der Entdecker war der Übersetzer Peter Urban, der sich zunächst der Kurzprosa zugewandt hatte. Der von… Continue Reading „14. Lyrik der Hölle“

13. Lyrik in der Hölle

In der NZZ schreibt Oleg Jurjew über das Leben und Sterben in der Hölle des belagerten Leningrad. Selbstverständlich wurde in der Hölle viel Literatur produziert! Die meisten der Schriftsteller, die in der Stadt geblieben waren (viele waren ins Landesinnere evakuiert worden), wurden mobilisiert und… Continue Reading „13. Lyrik in der Hölle“

3. Russisch und Nenzisch

Durch das Künstlerinnen-Projekt „Licht und Schatten“ und die Fotoausstellung einer Kollegin über das Konzentrationslager Ravensbrück wurde sie auf Jelisaweta Kusmina-Karavajewa aufmerksam: Eine Russin, die als erste Frau in Sankt Petersburg Theologie studiert und nach der Oktoberrevolution ihr Land verlassen hatte, in Paris Nonne geworden… Continue Reading „3. Russisch und Nenzisch“

123. Das süße Weinen und die Revolution

Valeri Scherstjanoi liest Alexej Krutschonych 1) Das süße Weinen 2:04 Auch wer weder Russisch noch Sa-umnisch beherrscht, kann deutlich hören, wie der rauhe „Tsara“ in das Süßholzgeraspel der Poesie einbricht (bei 0:16). Nicht nur Belyj, auch der feine Herr Kandinsky erschrickt da. Außerdem, wie… Continue Reading „123. Das süße Weinen und die Revolution“

118. Wenn die Waffen heulen oder Warum Sa-um-Gedichte „ordentliche“ Titel haben

1. Valeri Scherstjanoi erläutert das Prinzip der Sa-um-Texte Krutschonychs. Er vergleicht sie mit Kurt Schwitters („aber vermittelt über Daniil Charms“) und spricht über das Leben Krutschonychs und seiner Freunde. 1:08 Textbeispiel: Тянуткони Непонятные нони, Зверь испугался Откуда галь ся. 2. Scherstjanoi liest das Gedicht… Continue Reading „118. Wenn die Waffen heulen oder Warum Sa-um-Gedichte „ordentliche“ Titel haben“

114. Hygiene des Halses

Marinetti: Der Krieg ist die Hygiene der Welt Krutschonych: Sa-um ist die Hygiene des Halses Valeri Scherstjanoi liest und erklärt Alexej Krutschonychs Sa-um-Gedicht „Die Kehle“ Горло рахам мах – раха мойла хар рахам мхе матоха трухан – лум мул хал Mehr hier: Alexei Jelissejewitsch Krutschonych… Continue Reading „114. Hygiene des Halses“

109. Scherstjanoi liest Krutschonych

Die russische Lyrik der Moderne ist dem deutschen Leser in zahlreichen Einzelausgaben und Anthologien vorgestellt worden. Wir konnten Ossip Mandelstam und Anna Achmatowa lesen, Alexander Block und Sergej Jessenin, Marina Zwetajewa und Daniil Charms. Von den Futuristen wurden Wladimir Majakowski und Welemir Chlebnikow in… Continue Reading „109. Scherstjanoi liest Krutschonych“

105. Mein Futurismus

Der Futurismus war für Scherstjanoi von Anfang an ein Lebensmittel und ein Mittel des Widerstands. Ein Klang, der die Geräusche der Straße in sich aufnahm und schon deshalb verknüpft ist mit einem Leben, das nicht trennen kann zwischen den Wonnen der Poesie und den… Continue Reading „105. Mein Futurismus“

95. Hinterm Prellbock auf der Niemandsschneise

Die poetische Umrundung der Welt führt die Leser von OSTRAGEHEGE diesmal über Russland (Olga Sedakova), Tschetschenien (Apti Bisultanov) und Kolumbien (Alberto Vélez) nach Leipzig (Thomas Böhme) und Berlin (Kerstin Hensel und Daniela Seel). Nico Bleutge, der Daniela Seel in der Rubrik „Junge deutschsprachige Lyrik“… Continue Reading „95. Hinterm Prellbock auf der Niemandsschneise“

143. Dünnes Eis

Für die Entstehung einer Kunstmusik im zaristischen Russland war Michail Glinka von herausragender Bedeutung: Statt sich an westeuropäischen Vorbildern zu orientieren war er einer der ersten Komponisten, die ein genuin russisches Idiom in ihrer Klangsprache realisierten. Mit seiner Entscheidung, am Gedicht »Ruslan und Ljudmila«… Continue Reading „143. Dünnes Eis“

96. e.poesie

poesiefestival berlin So 19.6.20:00 Akademie der Künste, Pariser Platz, Foyers Eintritt €10/7 Mit und von Ondřej Adámek Tschechien / Sjón Island; Mark Barden USA / Zakaria Mohammed Palästina; Eliav Brand Israel / Michael Stauffer Schweiz;  Dmitri Kourliandski Russland / Stanislaw Lwowski Russland und Rozalie Hirs Niederlande sowie Natalia Pschenitschnikowa Stimme, den Schauspielerinnen Anna Kubelík und Samia Dauenhauer, weiteren Solisten / Performern, dem KNM Berlin sowie dem KNM campus ensemble. e.poesie… Continue Reading „96. e.poesie“

102. Der ganzen erstaunten und verwirrten Welt

Die Experimente mit der Sprache gehören zum Grundbestand des Futurismus. Und der 1886 geborene Alexej Krutschonych hat dafür die radikalsten Ansätze entwickelt. Auch 1912 erschien sein erster Text in der Kunstsprache, die er dafür gemeinsam mit Chlebnikow geschaffen hat: Sa-um. Manchmal auch als Zaum… Continue Reading „102. Der ganzen erstaunten und verwirrten Welt“

66. Zwei junge Dichter

Im Herbst 1963 stach der junge Dichter Dmitri Bobyschew dem jungen Dichter Joseph Brodsky [dessen Name, bevor er amerikanisiert wurde, Iossif Brodskij war] die Frau aus. Das war nicht cool. Die beiden waren enge Freunde. Sie traten oft gemeinsam in alphabetischer Folge bei Lesungen… Continue Reading „66. Zwei junge Dichter“

43. Russische Philosophie

Über ein in Lausanne erschienenes «Dictionnaire de la philosophie russe» schreibt Felix Philipp Ingold in der NZZ u.a.: Man lernt aber auch, was das russische Denken der romantischen oder symbolistischen Dichtung, der strukturalen Linguistik oder dem Futurismus zu verdanken hat; und man erfährt, welchen… Continue Reading „43. Russische Philosophie“