Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Dann erschien im Frühjahr 2001 der Doppelband 7/8 mit den «Gesängen» gleichsam als Schlussstein von Sattlers [Hölderlin-]Ausgabe – und unter die vielen anerkennenden Kommentare mischten sich da und dort auch konsternierte, gar entrüstete Stimmen. Sattler huldige dem modischen Kult des Fragmentarischen, hiess es etwa;… Continue Reading „Neue heilige Texte“
In der FR vom 28.8.03 schreibt er über das gleiche Thema (?) am Beispiel der „Ostalgieshows“, Zitat: Aber welcher Ostdeutsche vergleicht sich schon mit einem Polen oder Tschechen? Ein paar kenne ich, lieber Richard Wagner, die das seit, mindestens, den späten 60er Jahren taten… Continue Reading „„Ostalgieshows““
Schlechte Nachrichten für junge & lebende Dichter: According to the Poetry Society’s findings, just 28 of the poets published by the UK’s eight major imprints are under 40. More evidence of this stark „generation gap“ is reflected in an Arts Council snapshot of the… Continue Reading „Toter Dichter – guter Dichter“
Sometimes even its author won’t know, warns James Fenton / The Guardian August 23, 2003
Ein Privileg war es, mit zwei Grossmüttern zwei Heimaten zu haben. Bei der einen wohnte sie mit ihren Eltern. Der Vater war ein Monteur, der im ganzen Land für die elektrischen Installationen in Käsereibetrieben unterwegs war. Die andere Grossmutter lebte in einem Nachbardorf. Weil… Continue Reading „Viivi Luik, Estland“
Im Gedicht „Praha 1990“ der Französisch-Schweizerin Sylviane Dupuis beginnt die zweite Strophe mit dem Ausruf „Étrangère!“, der die schockartige Erfahrung der Fremdheit pointiert an den Anfang setzt. Barbara Köhler verbannt die „Fremde“ ans Versende und macht aus ihr eine blasser wirkende Apposition: „Du wirst… Continue Reading „Versschmuggel“
Die chilenische Kulturzeitschrift „CasaGrande“ wollte Blätter mit Texten chilenischer und deutscher Dichter auf die Stadt niederflattern lassen. Aber die örtlichen „Organe“ erlauben es nicht: Bereits mehrmals hat die Zeitschrift ihr ungewöhnliches Projekt erfolgreich verwirklicht. Die erste Etappe von „Lluvia de Poemas“ (Gedichtregen) war La… Continue Reading „Gedichtregen“
It is hard to understand why the English poet Charlotte Mew (1869-1928) isn’t better known. She deserves more readers. Virginia Woolf recognized that she was „very good and interesting and unlike anyone else,“ and Thomas Hardy, whom she revered as the „King of Wessex,“… Continue Reading „Charlotte Mew“
Ungeschönt und ungekürzt sind alle Texte versammelt, die Martin Merz in die Tasten seiner Schreibmaschine gehämmert hat – ohne je zu korrigieren, ohne Widerruf oder Überarbeitung, wie Klaus Merz von der quasi eruptiven Schreibweise seines Bruders berichtet. So bleibt einem beim Lesen, den qualitativen… Continue Reading „Martin Merz (1950 – 1983)“
Wie Adorno Eislers Vertonung der Becherhymne als ästhetischen Widerstand las, zeigt D. Razumovsky in der SZ vom 20.8.03
Die Autoren Ines Geipel und Joachim Walther haben jetzt bekannt gegeben, daß sie an einem „Archiv unterdrückter Literatur in der DDR“ arbeiten. Für Literaturwissenschaftler könnte sich hier ein Fundgrube auftun, etwa in den Gedichten von Edeltraut Eckert, deren Schwester ein Schreibheft mit 101 Gefängnis-Gedichten… Continue Reading „Archiv unterdrückter Literatur in der DDR“
Zum 70. Geburtstag von Reiner Kunze: Ostthüringer Zeitung 21.8.03 / Berliner Morgenpost 16.8.03 / Berliner Zeitung 16.8.03
Das «Poem über den Laut» [von Andrej Bely] ist ein genialisches Kompilat, in dem angelesenes Wissen und beiläufige Assoziationen, dichterische Einbildungskraft und missionarischer Eifer, philologische Akribie und philosophische Spekulation sich zu einer wahrhaft glossolalischen Wortflut vereinigen, die Relikte – Laute, Silben, Wörter, Wortverbindungen –… Continue Reading „Sprachverrückt“
Indem er sprachliche Mechanismen freilegt und genussvoll ausweidet, verwickelt er sich auch leicht in kleine Diskurse, hält wie beiläufig, absichtsvoll absichtslos, vertrackte Fragen hin, winzige Theoreme: «‹ich bin ein gedicht› – sicher einer der verzwacktesten sätze deutschsprachiger lyrik. ein / widerborst. der ist wovon… Continue Reading „«gedichtbegleitende massnahme»“
Er, der vom Klang des Walisischen bezaubert war, gab sich bis auf rare Ausnahmen karg und nüchtern im Umgang mit der englischen Sprache – was die Hintergründigkeit der scheinbar so geradlinig vorgebrachten Gedanken oft noch irritierender macht. Unversehens könnte sich der Leser in einer… Continue Reading „Die Vogelscheuche Nächstenliebe“
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