Kategorie: Europa

4. Wer ist das Du?

Höchst anregend ist, was Eisenreich zur Entstehung einiger Gedichte berichtet, etwa zu „Benedicta“. Als sie Celan eine gerade erstandene Schallplatte mit jiddischen Volksliedern vorspielte, blieb die Nadel hängen, so dass sich der Satz „´s mus asoj sajn“ immerfort wiederholte. Dieser Satz war die Antwort… Continue Reading „4. Wer ist das Du?“

3. Carlo Bordini

Aus Anlaß der Herausgabe seiner sämtlichen Gedichte in Italien, eines langen Gedichts in Frankreich und eines Dossiers in der Zeitschrift Europe liest Carlo Bordini im Juni dreimal in Paris. Luca Sossella, der Verleger von Marco Baliani, Carmelo Bene und in jüngerer Zeit des legendären… Continue Reading „3. Carlo Bordini“

2. Allererstes Schema

Der Juni gehört traditionsgemäß dem Poesiefestival. Schon zum elften Mal findet es dieses Jahr statt – vom 4. bis zum 12. in der Akademie der Künste (Hanseatenweg 10) – und widmet sich dieses Mal dem Mittelmeer. Wunderbares Festival, wunderbares Thema! In über 50 Veranstaltungen stellen… Continue Reading „2. Allererstes Schema“

1. Alice-Kommentator

Als Martin Gardner 1960 seinen Lewis Carroll-Kommentar ‚The Annotated Alice‘ herausbrachte, machte er gleich die erste Fußnote zu einem Rattenschwanz nicht enden wollender Zitate. Er heftete den Rattenschwanz an die erste Zeile des Gedichtes, mit dem ‚Alice in Wonderland‘ beginnt (‚All in the golden… Continue Reading „1. Alice-Kommentator“

155. Angelika Janz – kreide

Neu bei fixpoetry.com: Künstler der Woche Angelika Janz „kreide“ visuelle poesie Dort außerdem von der Autorin: Autorenbuch, Gedichte Prosa: Barackenleben In den Barackenwintern der Nachwende – brandiger Kaffeeduft in überheizten Räumen, mit einer Handvoll Menschen aus dem Nichts der Statistik- beginnt, eiskalt,  brühwarm, die… Continue Reading „155. Angelika Janz – kreide“

154. Autopsie

Der Burscheider Dichter und Lyriker Georg Pawlak und sein musikalischer Partner, Gitarrist Tobias Schaaf, konnten einen erfolgreichen Abend auf der RÜ-Bühne in Essen gestalten. Im Rahmen der Literatur- und Kleinkunstprogramme zur Kulturhauptstadt Europas präsentierte Georg Pawlak im Rahmen einer szenischen Lesung sein neues Programm… Continue Reading „154. Autopsie“

152. Abschied von Frankfurt

Sie schaut demonstrativ nach vorne. Und spricht erst einmal über das, was sie in der bayerischen Landeshauptstadt erwartet. Die 40.000 Bände große Bibliothek im Lyrik Kabinett München zum Beispiel, dessen Führung Maria Gazzetti Ende des Jahres übernimmt. Seit ihr Abschied von Frankfurt am 30.… Continue Reading „152. Abschied von Frankfurt“

151. Unwirsche Antwort an Tom

(vgl. L&Poe #146. Beton) Ach Tom, darauf kann man nicht rasch antworten. Du fragst, warum ich Eva Strittmatter nicht großartig finde? Wärst du hier, holte ich den Stapel Bücher vor und würde mit dem Finger HIER und DORT zeigen, was ich meine. Viele HIERS und… Continue Reading „151. Unwirsche Antwort an Tom“

150. Brodsky und das Englische

Als Joseph Brodsky im Jahr 1977 seine erste englische Schreibmaschine kaufte – ein Exemplar der Marke ‚Lettera‘ – geschah dies, weil er, wie er sagte, W. H. Auden ’näherkommen‘ wollte. Denn Brodskys Verhältnis zur englischen Sprache war einfach und kompliziert zugleich. Einfach, weil er… Continue Reading „150. Brodsky und das Englische“

149. Charms lesen

Ganze zwei Gedichte hatte Juwatschow, der sich (er hatte viele Pseudonyme) als Dichter meistens Charms nannte, zu Lebzeiten veröffentlicht. 1905 geboren, Mitte der Zwanziger zum verrückten Star der russischen Literatur aufgestiegen, verboten, verfolgt, verhaftet, verhungert 1942 in der Gefängnispsychiatrie des belagerten Leningrad. Nach und… Continue Reading „149. Charms lesen“

148. Wie Rauch ins Nichts

»Das ist das Schwerste: sich verschenken / und wissen, daß man überflüssig ist, / sich ganz zu geben und zu denken, / daß man wie Rauch ins Nichts verfließt«, heißt Selma Meerbaum-Eisingers Gedicht Tragik, entstanden Ende Dezember 1941, das sich wie ein Testament liest. Sie fügt hinzu:… Continue Reading „148. Wie Rauch ins Nichts“

147. Arabisch-Deutscher Versschmuggel

Das Konzept hinter „VERSschmuggel“ verzichtete auf den üblichen Ablauf, nachdem die Dichter ihre Texte einreichen und von einem Übersetzer bearbeiten lassen. Stattdessen bildeten sich fünf Dichterpaare, die einander gegenseitig ins Deutsche bzw. Arabische übersetzten, ohne die jeweils andere Sprache zu beherrschen. In langen und… Continue Reading „147. Arabisch-Deutscher Versschmuggel“

146. Beton

Ich bin nicht unbedingt ein Freund von Eva Strittmatters Gedichten; aber gar nicht wenige Verse hängen mir im Kopf. Der trochäische Rotdorn meiner Kinderjahre fällt mir jedes Frühjahr ein, und ein Pasternakgedicht beginnt: „Einer ist hinausgegangen./ Und der Winter fiel auf ihn./ Mit ihm… Continue Reading „146. Beton“

145. Neue Inhalte, zu Ende gedacht

Mit dem sozialistischen Realismus hatte Pasternaks Art zu schreiben nichts zu tun. Er war auf anderes aus: „Erkenntnisse, Erkenntnisse – die möchte ich in der Kunst sehen, nicht Richtungen, die ich schon erprobt habe und die ich kenne. Und nicht den Kampf zwischen den… Continue Reading „145. Neue Inhalte, zu Ende gedacht“

144. Zuflucht:Literatur!

„Neue Heimat – neue Sprache – neue Literatur?“, fragt die Runde am 3. Juni ab 20 Uhr im Literaturhaus, mit der Rumänin Carmen-Francesca Banciu und dem Iraker Abbas Khider, seit 2000 in Deutschland. „Die ganze Welt im Gedicht“ am 4. Juni ab 20 Uhr… Continue Reading „144. Zuflucht:Literatur!“