Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Sollte es wirklich, wie Enzensberger suggeriert, am Ende mehr Verfasser als Leser von Gedichten geben? Allerdings fallen einem schon Lyrikbände ein, die sich auf Anhieb und nicht erst im Lauf eines Jahrhunderts sehr viel besser verkauften als 1.354 Mal. Wolf Wondratscheks im Selbstverlag erschienene… Continue Reading „18. Lampingsche Variable“
Joachim Ringelnatz Silvester bei den Kannibalen Am Silvesterabend setzen Sich die nackten Menschenfresser Um ein Feuer, und sie wetzen Zähneklappernd lange Messer. Trinken dabei – das schmeckt sehr gut – Bambus-Soda mit Menschenblut. Dann werden aus einem tiefen Schacht Die eingefangenen Kinder gebracht Und… Continue Reading „17. Kannibalen“
Wohl kaum ein lyrischer Aufbruch wurde so stiefmütterlich behandelt wie der von Arno Holz und seinen Mitstreitern. Einzig er selbst fristet, verkürzt als Naturalist etikettiert, im germanistischen Kanon eine Randexistenz. Der Stil der Dichtergruppe wurde damals sofort von konservativen Geistern als Verirrung abgelehnt. Der… Continue Reading „16. Ein Aufbruch“
Sappho, Frg. 30 Voigt Mädchen … die ganze Nacht … deine Liebe besingen und die der jungen Frau mit dem Veilchenschoß. Doch aufgestanden … geh zu deinen Freunden … Soviel wie die hellstimmige … Schlaf wollen wir sehen. ________ Da waren die jungen Frauen,… Continue Reading „13. Veilchenschoß“
Wenn nun ein Sterblicher den Traumgott Morpheus zu seinem „Bruder“ erklärt, dann bewegt er sich selbst in den fluiden Zonen des Traums und des ewigen Schlafs. Der Lyriker und Übersetzer Wolfgang Schlenker, der sich im August 2011 im Alter von 47 Jahren das Leben… Continue Reading „12. „bruder morpheus““
Jede Lyrikbibliothek ohne Kookbooks ist eine traurige Sache. (literaturwerkstatt berlin)
Gerhard Falkners Gedicht beginnt mit dem Vorsatz, über das Nicht-Erinnern zu sprechen: „Es gibt hier nichts/was an dich erinnert“. Das ist ganz offensichtlich ein Widerspruch in sich selbst. Denn schon mit dieser Aussage zeigt das in einem sommerlichen Straßencafé sitzende Ich, wie intensiv es… Continue Reading „7. Unzuverlässiges Ich“
Der 1980 im nordrhein-westfälischen Meerbusch geborene und heute in der Schweiz lebende Westermann ist eine Ausnahmegestalt unter den jüngeren Lyrikern, die meist eine sprachexperimentelle Neuausrichtung ihrer Gattung anstreben. Westermann dagegen bekennt sich zu einer Poesie der „Dringlichkeit“, die primär die unsichere Kontur und Selbstwahrnehmung… Continue Reading „6. Dringlichkeit“
Abdelwahab Meddeb bei Facebook: Damit sich jeder von uns in die Situation Raja Ben Slamas versetzen kann, schlage ich euch vor, daß ihn jeder in seinem eigenen Namen und in der ersten Person ausspricht Habs getan: Ich verlange von dem islamistischen Berichterstatter der Verfassungskommission… Continue Reading „4. Wir sind Raja Ben Slama“
Der Lyriker Andre Rudolph erhält das Stadtschreiberstipendium 2013 der Universitätsstadt Tübingen. Wie seine Vorgängerinnen und Vorgänger wird Andre Rudolph für drei Monate im ehemaligen Aufseherhäuschen am Stadtfriedhof leben. Von April bis Juni 2013 bekommt er ein Stipendium, um in Ruhe an aktuellen Projekten zu… Continue Reading „103. Andre Rudolph Stadtschreiber“
Das gefällt mir: Lyrik im Gesindehaus! (Aber nein; leider trifft sich auch da nur der Kunstverein. Eintritt 8 Euro, 1 Getränk im Preis enthalten.)
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