Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Kaum bemerkt von der breiteren österreichischen Öffentlichkeit hat der 1963 in Südtirol geborene Oswald Egger heuer den Peter-Huchel-Preis bekommen, die renommierteste Auszeichnung für deutschsprachige Lyrik. Der Umschlag seines neuesten Gedichtbandes nihilum album zeigt auf der Innenseite eine Wabenstruktur unregelmäßiger, in sich geschlossener Rahmen. Das… Continue Reading „6. Unberechenbar“
Der Band versammelt ausgewählte Gedichte aus den seit langem vergriffenen Gedichtveröffentlichungen „Dich noch und“ und „Das neue Leben“ sowie eine große Zahl neuer Gedichte. „Dichtung, alle Dichtung“, schreibt Michael Donhauser, „hat ihren Grund, sofern es einen Grund gibt, in der Euphorie!“ Ob Birnbaum, Berberitze,… Continue Reading „7. Euphorisch“
Durch ihre Literarisierung verlor die Dichtung aber auch ihre Eindeutigkeit. Nicht nur weil, wie Plato bemängelte, alles Schriftliche offen interpretierbar war, da es bloss Worte, nicht aber Intonation, Mimik und Gestik zu registrieren vermochte, die bestimmten, wie etwas wirklich gemeint war. Nein: Zusätzlich zu… Continue Reading „Überblickbarer Text“
Das Totalitätsdenken war die radikalste Abstraktion der konkreten Welt und zugleich die tiefste Verbeugung vor der Realität, die dem menschlichen Denken je möglich war. An einer Stelle schrieb Hegel: „grabe einen Toten aus und befrage die Made, die an seinem Fleische nagt: Was der… Continue Reading „Dichter Hegel“
Das literarische Unternehmen, das Michael Donhauser seit mindestens fünfzehn Jahren mit grosser Konsequenz und Gelassenheit verfolgt, wirft immer wieder die Frage auf, wie wir der Welt gegenübertreten. Denn dass wir es tun und dass in dem, was Heidegger als Dasein charakterisierte, die Glücksbedingungen des… Continue Reading „111. Sprachvertrauen“
Über die Finalisten und die Preisträger von Meran (#22) schreibt Paul Jandl in der NZZ vom 8.5.: Prall gefüllt ist der kulturelle Fundus des aus Stuttgart stammenden und in Berlin lebenden Ulf Stolterfoht. Stolterfohts «lingualer drang» amalgamiert die Sprache des Barock mit jener der… Continue Reading „25. Der Meraner Geschmack“
Diese Eigenschaft (mit einem „vielleicht“ davor) schreibt Wieland Schmied dem Künstler Attersee zu. Wie sehr im ostmittelsüddeutschen Raum die Grenzen verschwimmen, zeigt auch dies Zitat aus der Siebenbürgischen Zeitung (#80): In die Düsseldorfer Ausstellung „Bild-Zeichen“ des renommierten Malers und Grafikers Franz Kumher, eines Banater… Continue Reading „81. Österreichischst“
Anna Seghers-Preis an Ulf Stolterfoht: «Florian Höllerer, Leiter des Literaturhauses Stuttgart, hat den 1963 geborenen Lyriker Ulf Stolterfoht für die Auszeichnung mit dem Anna Seghers-Preis 2005 der Anna Seghers-Stiftung vorgeschlagen, weil dieser Autor in seinen Gedichten meisterlich mit der Sprache spielt und auf eine… Continue Reading „45. Engeler Newsletter“
Die Autorentage Schwalenberg 2005 finden in Detmold vom 2.-4.9. statt. In diesem Jahr steht die Veranstaltung unter dem Motto „das alphabet der welt“: Inger Christensen steht mit ihrem Werk im Mittelpunkt der Autorentage. Es ist ihre faszinierende Kunst, Inhalt und Form, Sinn und Ästhetik,… Continue Reading „5. Alphabet der Welt“
Um Paul Wühr hat sich eine Gemeinschaft aus Autoren und Literaturwissenschaftlern gebildet, darunter finden sich Namen wie Franz J. Czernin, Ferdinand Schmatz und andere Vertreter einer avancierten Lyrik. Ähnliches geschieht um Friederike Mayröcker, die für viele jüngere Autoren eine künstlerische Orientierungsgröße darstellt: „Die Mayröcker… Continue Reading „78. Unikatkünstler“
Der österreichische Schriftsteller und Dichter Michael Donhauser ist am Samstag Abend in Neuberg an der Mürz (Steiermark) von Kunststaatssekretär Morak mit dem Ernst-Jandl-Preis für Lyrik 2005 ausgezeichnet worden. Jury-Mitglied Jörg Drews würdigte in seiner Laudatio Donhausers „unauffällige Radikalität“. / Kleine Zeitung 20.6. Mehr: Die… Continue Reading „68. Unauffällige Radikalität“
Es gibt kaputte Landschaften bei Donhauser, aber keine hässlichen. Weil sein Schreiben ein Sehen und kein Beobachten ist, ist es auch kein Werten. Auffallend die Adjektivlosigkeit seiner Beschreibungen. Die Dinge werden nicht qualifiziert, sondern aktualisiert. Sie handeln. Sie zeigen sich im Tun der Worte.… Continue Reading „89. Donhausers Sehen“
Der Schriftsteller Michael Donhauser erhält den mit 14.600 Euro dotierten Ernst-Jandl-Preis für Lyrik 2005. Donhauser sei „ein unzeitgemäßer Dichter, der seine poetischen Landschaften fernab der Trends und Moden entwirft“, teilte Kunststaatssekretär Franz Morak (ÖVP) heute mit. Die Auszeichnung wird Donhauser bei den Ernst-Jandl-Lyrik-Tagen im… Continue Reading „109. Michael Donhauser erhält Jandl-Preis für Lyrik“
Zu welchen Letternoperationen die poetische Arbeit in der gegenwärtigen Anagramm-Szene in Wort und Bild führt, das zeigt ein Kompendium mit dem sprechenden Titel «Die Welt hinter den Wörtern». Das Spektrum der Texte reicht von Unica Zürn und Andre Thomkins über Kurt Mautz und Elfriede… Continue Reading „63. Anagramm-Handbuch“
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