Schlagwort: Leopold Federmair

82. Modernistische Musik

Nein, die alten, allzu alten Topoi haben ausgedient, haben darum auch in zeitgenössischen Versen nichts mehr zu suchen. Und wenn es auch schon etwas her sein mag, dass Torquato Tasso als Kronzeuge erlesenen lyrischen Geschmacks herhalten musste, zeugt die Absage doch vom Anspruch, den…

87. Überraschende Textgebilde

In den ersten Jahren dieses Jahrhunderts sind in Österreich zwei Dichter gestorben, von denen man erwartet und gewünscht hätte, dass sie ihr Werk, das sich in den jeweiligen Konturen allerdings längst erkennen liess, noch um den einen oder anderen Aspekt bereichern. Die Rede ist…

3. Übersetzungsschwierigkeiten

Die Übersetzer sind also gefordert, wohl auch überfordert – die berühmte «Unübersetzbarkeit», der unweigerliche Verlust von Bedeutungsschichten. Als Beispiel hier nur der Titel des letzten Buchs. «Mundar» ist im Spanischen ein Neologismus, Gelman hat aus el mundo ein Verb gemacht. Solches tut er hier…

111. Sprachvertrauen

Das literarische Unternehmen, das Michael Donhauser seit mindestens fünfzehn Jahren mit grosser Konsequenz und Gelassenheit verfolgt, wirft immer wieder die Frage auf, wie wir der Welt gegenübertreten. Denn dass wir es tun und dass in dem, was Heidegger als Dasein charakterisierte, die Glücksbedingungen des…

Katholisch – arabisch – poetisch

Michael Braun bespricht für die BaZ vom 18.9.03 neue Zeitschriften. Zwei Auszüge: Weit näher an die poetischen Einzelheiten tastet sich in Heft 159 der «manuskripte» ein famoser Essay des Schriftstellers Martin Mosebach heran. Seine Exegese entziffert die Czernin’ schen Sonette als romantischen Idealfall der…

Celan verstehen 2

Werkausgaben von Paul Celan, mochte man meinen, gibt es genug, neben all den Briefen, Autobiographien, Untersuchungen, die in den letzten Jahren erschienen sind. Gesammelte Werke in fünf Bänden, historisch-kritische Gesamtausgabe, die schöne und nützliche Tübinger Ausgabe, die die Entstehungsgeschichte der Gedichte wirklich sinnfällig macht…

Das kleinste Teilchen des Gedichts

sei mithin in der Lage, alles zu bedeuten. Das ist die Zuspitzung eines Satzes, mit dem Czernin unlängst einen manifestartigen Text in der Wiener Literaturzeitschrift «kolik» (Heft 18) begann: «So bedeutet jedes Gedicht nicht weniger als alles . . .» Und vermutlich ist derselbe…