Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Joseph Roth (* 2. September 1894 in Brody, Ostgalizien, heute Ukraine; † 27. Mai 1939 in Paris) Natur Hinter den Häusern der Stadt, dort wo die Verbotstafeln stehn, beginnt Gottes freie Natur, die den Menschen gehört. Parzelliert und in Grundbüchern eingetragen sind die Quellen, die Äcker, die Wälder, der Wind, die Tannen, die Eichen,… Continue Reading „Natur“
hrěch ~a m Sünde; herbski ~ Erbsünde (HORNJOSERBSKO-NĚMSKI SŁOWNIK, https://www.soblex.de/? ) Róža Domašcyna Hab die synonyme gewechselt das wort sünde weiblich besetzt flötet wie wind so ich finde die erste silbe mit gespitzten lippen wie zum kuss sich nähernd nachschmeckend genüsslich auskostend sogar süßlich anzüglich und dann der schluss… Continue Reading „Sünde, hrěch“
Tom de Toys, 26.11.2022 @ G&GN-INSTITUT (g-gn.de) NA(c)HRUF auf HME 2005 traf ich Enzensberger zufällig eine halbe Stunde vor seiner Lesung an der Tür zum Konzertsaal auf dem 5.ilb (Internationales Literaturfestival Berlin), in dessen Rahmenprogramm ich selber involviert war, da ich als Mitglied der… Continue Reading „Nachruf & Gedicht“
Im Alter von 93 Jahren starb vorgestern in München der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger, einer der großen Intellektuellen der Bundesrepublik und ein bedeutender Lyriker, Essayist, Herausgeber und Übersetzer. Hans Magnus Enzensberger (* 11. November 1929 in Kaufbeuren; † 24. November 2022 in München) wortbildungslehre in den toten hemden ruhn die… Continue Reading „Hans Magnus Enzensberger †“
Ruth Wolf-Rehfeldt (Geboren am 8. Februar 1932 in Wurzen bei Leipzig) Ruth Wolf-Rehfeldt: Introverse, um 1980, aus: Marvin und Ruth Sackner: Schreib/ maschinen/ kunst//. Mit über 570 Abbildungen Aus dem Englischen von Claudia Kotte. München: Sieveking, 2015, S. 162. Ruth Wolf-Rehfeldt war eine Pionierin… Continue Reading „Introvers“
Paul Celan (geboren am 23. November 1920 in Czernowitz, damals Rumänien, heute Ukraine; gestorben vermutlich am 20. April 1970 in Paris) Wie sich die Zeit verzweigt, das weiß die Welt nicht mehr. Wo sie den Sommer geigt, vereist ein Meer. Woraus die Herzen sind, weiß die Vergessenheit. In Truhe, Schrein… Continue Reading „Wie sich die Zeit verzweigt“
Friedrich Hölderlin Gesang des Deutschen Vis consilí expers mole ruit sua; Vim temperatam di quoque provehunt in maius. Horat.* O heilig Herz der Völker, o Vaterland! Allduldend, gleich der schweigenden Mutter Erd‘, Und allverkannt, wenn schon aus deiner Tiefe die Fremden ihr Bestes haben!… Continue Reading „Hölderlin & Rühmkorf“
Ernst Jandl (* 1. August 1925 in Wien; † 9. Juni 2000 ebenda) sie mehr den anderen dieser sie weniger er mehr die andere diese ihn weniger sie mehr den anderen dieser sie weniger er mehr die andere diese ihn weniger sie mehr den anderen dieser sie weniger er mehr die… Continue Reading „mehr die anderen“
Gastón Salvatore (* 29. September 1941 in Valparaíso; † 11. Dezember 2015 in Venedig) Ich habe deine Spuren gesucht auf dem zerknüllten Bettuch. Ein Geruch von Kälte ist immer unter den Träumen begraben. Noch verdeckt dein Körper den Spiegel über dem Waschbecken. Vielleicht finde ich dich nur deswegen nicht. Aber… Continue Reading „Ich habe deine Spuren gesucht“
Konstantin Ames s Wegeverhalten Trampeln auf deiner, meiner Gesundheit herum. Nennen s Spaziergang. Als ob Deutschreicher Österländer das könnten! Sind für die Theorie zu infantil, verkörpern lieber Ellenbogen, Oden, Essays. Verscherbeln s letzte Rilkesilber, tanzen Raben an, Kumpels im Kunstpelz belobigen ihre Organe, rücken… Continue Reading „s Wegeverhalten“
Horst Samson landregen die tür fällt ins schloss der Schlüssel steckt von außen und ich denke dass die tür ins schloss gefallen ist und der Schlüssel von außen steckt das zimmer ist klein es riecht nach Schimmel in den ecken spinnweben überall hat sich… Continue Reading „die bewegung der antillen unter der schädeldecke“
L&Poe Journal #02 Nach dem Start der Ausgabe 02 im zeitigen Frühjahr kam eine intensive Arbeitsphase im Zusammenhang mit dem zweiten Band meiner Edition der Barockdichterin Sibylla Schwarz. Die Paperbackausgabe ist erschienen, Hardcover ist noch im Satz. Zeit für den Schlussspurt des zweiten Journals.… Continue Reading „Ich bin ein Schrei aus dem Nebel“
Jayne-Ann Igel Im kreis wolltest nicht mehr im kreis gehen, nach anstalten, nie mehr, im kreise der familie das unausgesprochene ausbaden, in binnenseen, abtauchen und wieder auftauchen, mit nichts im maul als seetang, der sich in girlanden um die hüfte legt, den hals, ohne… Continue Reading „im kreis“
Gisbert Amm VIER SENRYŪ ÜBER CORONA În diesêm Sênryū ûber Corôna trâgen dîe Wôrter Mâsken. In______diesem______Senryū über______Corona______halten die______Wörter______Abstand. In diesem Senryū über Corona schert es die Wörter gar nicht. In |||| diesem |||| Senryū über |||| Corona |||| wurde es |||| übertrieben. Aus: Gisbert… Continue Reading „Senryū über Corona“
August von Platen (* 24. Oktober 1796 in Ansbach; † 5. Dezember 1835 in Syrakus, damals Königreich beider Sizilien) Ghaselen 15 Wer Gelder eingetrieben, Durchbebt die Nacht vor Dieben; Mir, der ich nichts besitze, Vergeht sie nach Belieben. Es dunkeln zwar die Lüfte, Doch sind sie rein geblieben; Da senkt des Himmels Wagen… Continue Reading „Ghasel 15“
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