Kategorie: Deutsch

35. Museum der abgehalfterten Dinge

Außer Gebrauch geratene Heilpflanzen wie das „Gemeine Herzgespann“ haben es ihm angetan. Das Wildkraut beschreibt er bis ins kleinste Detail. Bei aller Pedanterie haben Kirstens Verse Rhythmus, Melodie und Pointe. Sie konservieren nicht nur, sie bewahren vergangene Kultur, auch verloren gegangene Sprachkultur. Im Hessischen… Continue Reading „35. Museum der abgehalfterten Dinge“

32. Kunst als Sport

Im alten Griechenland gehörten literarische Veranstaltungen untrennbar zu Sportwettkämpfen, bei denen bekleidete Autoren genau so beliebt sein konnten wie nackte, von Olivenöl glänzende Athleten. Die Sieger beauftragten große Dichter wie Pindar mit dem Abfassen der Siegerhymnen, die bei üppigen Banketten von Knabenchören gesungen wurden.… Continue Reading „32. Kunst als Sport“

31. Lyrik in der Straßenbahn

Lyrik in der Stadtbahn, ein abseitiger Gedanke? Richtet sie sich an den Bildungsbürger, der seinen Goethe und Novalis ohnehin kennt? Oder will sie die Rapper-Generation von 50 Cent oder Eminem weglocken auf die richtige Schiene zu Hofmannsthal oder Hölderlin? Ey Alter, das is n… Continue Reading „31. Lyrik in der Straßenbahn“

30. Stipendien in Köln

Die Stadt Köln vergibt Stipendien in Höhe von je 10.000 Euro an junge Künstler verschiedener Kunstrichtungen. Dazu gehört auch das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium. In diesem Jahr geht es an Julia Trompeter. Über die Stipendiaten entscheidet jeweils eine Fachjury. 1971 wurde das erste Stipendium nur für Kölner… Continue Reading „30. Stipendien in Köln“

29. Gegenkanon

Jeder Kanon hat einen Gegenkanon. Wer nur den offiziellen Kanon kennt, der könnte schließlich auch zu der Auffassung kommen: Die deutsche Literatur ist von der Moderne weitestgehend unbeleckt geblieben. Nach wie vor stehen Romanmuster aus dem vorletzten Jahrhundert hoch im Kurs, nach wie vor… Continue Reading „29. Gegenkanon“

28. Tages Dichter

Keine drei Monate ist es her, dass der unglückliche „Krone“-Dichter Wolf Martin gestorben ist, da mehren sich die Anzeichen dafür, dass sein Handwerk – Poesie zu Themen des Tages – auf höherem Niveau eine Renaissance erlebt. Zuerst hat Günter Grass uns über die „Süddeutsche… Continue Reading „28. Tages Dichter“

26. Andeu­tung statt Gemälde, Collage statt Ge­schlos­sen­heit

Wer Kraus‘ Gedichten zum ersten Mal begegnet, ist geneigt, sie ihres Voka­bulars wegen für unüber­setzbar zu halten. Das Gedicht „genfer see“ etwa leitet er­war­tungs­gemäß den Blick übers Wasser, über Schiffe und Möwen. Doch nicht von Booten ist die Rede, sondern von „pardune“, „bilge“, „tartane“,… Continue Reading „26. Andeu­tung statt Gemälde, Collage statt Ge­schlos­sen­heit“

25. Literatur im Banat

Im Oktober feiert die „Stafette“ ihr 20-jähriges Jubiläum. Dr. Annemarie Podlipny-Hehn plant zu diesem Anlass eine Großveranstaltung in Temeswar. Zu den eingeladenen Gästen gehören bedeutende Schriftsteller aus Siebenbürgen wie Joachim Wittstock und Eginald Schlattner, der Literaturforscher und Schriftsteller Ingmar Brantsch, der Dichter und ehemaliges… Continue Reading „25. Literatur im Banat“

24. Hoprichs Sprachkosmos

In dem Gedichtband „Bäuchlings legt sich der Himmel“ unternimmt der Herausgeber Bertram Reinecke den Versuch, biografische Details und die Gedichte möglichst aus ihrer Verklammerung zu lösen. Aus circa 150 Gedichten, die im Nachlass erhalten sind, hat Reinecke eine Auswahl getroffen. Die Gedichte sollen, so… Continue Reading „24. Hoprichs Sprachkosmos“

23. Fliege

Beim Poetenladen macht Elke Erb Entdeckungen, indem sie ein Gedicht von Ossip Mandelstam wörtlich übersetzt. Großartig! Zitat: Ich spüre beim Wörtlich-Übersetzen eine eigen­tümliche Klarheit. Das Unfertige nimmt der Text-Präsenz etwas von ihrer Geschlossenheit/Geläufigkeit. Geläufigkeit = Geschlos­sen­heit, lerne ich (dankbar). Man liest sonst „darüber hinweg“.… Continue Reading „23. Fliege“

22. Stele für Richard Anders

»In schier endlosen Folgen entwickelt Anders rhythmisch wiederkehrende Bilder, die sich, versucht man ein Ende zu greifen, wie der Faden eines Gewebes zurückziehen, bis keine einzige Schlinge mehr vom Ganzen übrigbleibt und nur noch ein Anfang in der Hand liegt.« Cornelia Jentzsch / Mehr… Continue Reading „22. Stele für Richard Anders“

21. Denken (2)

Wer mit dem Kopf denkt, muss auch mal seine Meinung ändern. Dem Arschdenker kann das nicht passieren. Er fängt praktischerweise immer gleich bei der Gewissheit an. Charles Lewinsky: Der A-Quotient. 9,95 €. 124 Seiten. Zweitausendeins

20. Kolbe über Bachmann

Ich meinerseits wollte nicht Intimitäten aufdecken zwischen Ingeborg Bachmann und ihrem ersten literarischen Förderer und Liebhaber Hans Weigel meinetwegen, zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan, denen es offenbar das ein und andere Mal ziemlich gut ging miteinander (man stelle sich den 27jährigen Paul Antschel-Celan… Continue Reading „20. Kolbe über Bachmann“

19. Klüger über Bachmann

Ruth Klüger eröffnete Mittwochabend mit einer Rede über „Bachmanns Wahrheit & Dichtung“ die Tage der deutschsprachigen Literatur. Die Kleine Zeitung veröffentlicht Auszüge: Sprache sollte Vermittlerin der Wirklichkeit, ihre Verwandlung in Wahrheit sein. Doch Ingeborg Bachmann ist die Dichterin der Gleichnisse, die nicht aufgehen. Wir… Continue Reading „19. Klüger über Bachmann“

18. 1-Wort-Skulpturen

Das ORF-Landesstudio Kärnten, wo Mittwochabend die 36. Tage der deutschsprachigen Literatur eröffnet werden, präsentiert sich erstmals als Galerie. Ein Künstler-Duo fertigt 1-Wort-skulpturen. Und: Smartes Lesevergnügen lockt.Video von Marko Petelin. … Fast gleichzeitig mit den Lesungen zum Ingeborg-Bachmann-Preis startete ein Netzkulturprojekt, das die ganze Stadt… Continue Reading „18. 1-Wort-Skulpturen“