Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Gertrud Kolmar (* 10. Dezember 1894 in Berlin; † vermutlich Anfang März 1943 in Auschwitz) Die Dichterin Du hältst mich in den Händen ganz und gar. Mein Herz wie eines kleinen Vogels schlägt In deiner Faust. Der du dies liest, gib acht; Denn sieh,… Continue Reading „Die Dichterin“
Peter Handke Der Lyriker sitzt schön im Haus der lyrische Epiker geht über die Hügel der epische Epiker wird auf die Schiffe verschlagen Aus: Peter Handke: Leben ohne Poesie. Gedichte. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 2007, S. 140
Raja Lubinetzki Meinte er das wirklich So wie er es schrieb oder meinte er es wirklich so wie er es sagte und an welchem Punkt dieses geschriebenen fortlaufenden Satzes Lebens setzte die Verfremdung ein etwa in einem durch ein Semikolon festgehaltenen Gespräch das nach… Continue Reading „Meinte er das wirklich“
Paula Ludwig (* 5. Januar 1900 in Feldkirch; † 27. Januar 1974 in Darmstadt) Beschwörung Ich kann nur die Flöte spielen und nur fünf Töne Wenn ich sie an die Lippen hebe kehren die Karawanen heim und in dunklen Scharen die Vögel Dann rudern… Continue Reading „Beschwörung“
Christine Busta Mitte des Lebens Durch Schafgarben watend und goldne Kamillen, immer im Ohr noch den heillosen Ton einer irren, verdorrten Grille und im Mund schon befremdlich den stillen Geschmack von Olive und Mohn. Aus: Die Scheune der Vögel (1958)
Christine Busta (* 23. April 1915 in Wien; † 3. Dezember 1987 ebenda) Entdeckung Sag: Grasnarbe. Sag es langsam. Du sprichst ein vollkommenes Gedicht. Aus Christine Busta, Salzgärten, Salzburg: Otto Müller, 1975
Philipp Otto Runge (* 23. Juli 1777 in Wolgast; † 2. Dezember 1810 in Hamburg) Die Quelle Ein Wunderland Ward mir bekannt; Ich kann davon nicht schweigen, Daß, wer es kennt, Vor Sehnsucht brennt, Es sich zu machen eigen: Aus kühler Kluft im Felsen… Continue Reading „Ich kann davon nicht schweigen“
Elisabeth Kulmann (russisch Елисавета Борисовна Кульман/Jelissaweta Borissowna Kulman; * 5.jul./ 17. Juli 1808 greg. in Sankt Petersburg; † 19. November jul./ 1. Dezember 1825 greg. ebenda) Elisabeth Kulmann war eine deutsch-russische Dichterin, die Deutsch, Russisch und Italienisch dichtete. Voß, Jean Paul und Goethe lobten… Continue Reading „Warum bin ich ein Mädchen?“
Gabriele Berthel Was lange währt ist nicht gestillt ein schöner sinn ein irres bild wir gießen blei das glück ist nah das alles war schon einmal da nur ein verirrter traum sucht bang die hintertür den notausgang ein seher lauscht weil er nichts sieht… Continue Reading „das glück im blei“
Klara Blum (chinesisch 朱白兰 / 朱白蘭; Zhũ Báilán; * 27. November 1904 in Czernowitz, Österreich-Ungarn; † 4. Mai 1971 in Guangzhou/China) Aus: Klara Blum: kommentierte Auswahledition. Hrsg. Zhidong Yang. Wien: Böhlau Verlag, 2001 Auch in: Fäden ins Nichts gespannt. Deutschsprachige Dichtung aus der Bukowina.… Continue Reading „Grimmiger Lebensbericht“
Wieland Herzfelde (eigentlich Herzfeld; * 11. April 1896 in Weggis, Schweiz; † 23 . November 1988 in Ost-Berlin) Das Dadalyripipidon Den Dadalyden lotselt Pipikotzmos, Die Pipiratten späheln nach dem Dadalon. Sieh! Da & Pi, Dapi, Pida, Pidadapi. Auch der Mestrieze Dapidapi frosig bahreln. Zuvörderst… Continue Reading „Dada lacht“
Otto Gross (* 17. März 1877 in Gniebing bei Feldbach, Steiermark; † 13. Februar 1920 in Berlin) war ein österreichischer Psychoanalytiker und Anarchist. Nach einem Konflikt mit Freud wurde er aus der Psychoanalyse verstoßen und sogar aus ihrer Geschichte getilgt. Ausschnitte aus seine Biografie:… Continue Reading „Prometheus“
Bess Brenck-Kalischer (* 21. November 1878 in Rostock; † 2. Juni 1933 in Berlin) Weltende O über das letzte Mahl, Wenn aus dem Salz des Leviathan Der Alte die letzte Kraft reißt, Sich und das Sein stürzend verschüttet O über das letzte Mahl. Blutfunkensprühende… Continue Reading „Weltende“
Elise Bürger (* 19. November 1769 in Stuttgart; † 24. November 1833 in Frankfurt am Main) An den Dichter Bürger O Bürger, Bürger, edler Mann, Der Lieder singt, wie keiner kann, Vom Rhein an bis zum Belt, Vergebens berg‘ ich das Gefühl, Das mir… Continue Reading „An den Dichter Bürger“
Andreas Tscherning (* 18. November 1611 in Bunzlau; † 27. September 1659 in Rostock) Zwibeln und Knoblauch Egypten betet mich gleich ihrem monden an / * Hingegen hat mir spott der Flaccus** angethan. Es lacht wer seinen schatz kans ins Gesichte fassen / Wer… Continue Reading „Zwibeln und Knoblauch“
Neueste Kommentare