Samstag, 30. Januar 2010, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Goldwasser auf den Pflastern Neuköllns (I)
Lettrétage
Die Rede ist hier von stählernen Zukunftsverwandten. Sie winken Dir zu, ehe sie an blühenden Korallenriffs hinabgleiten. Sie stoßen auf Gründe, die ihnen fremd sind. Tasten sich hinein in Erinnerungslandschaften (Danziger Bucht), treten an zur kollektiven TraumArbeit der Dichterwesen. Dabei verschütten manche Goldwasser auf den Pflastern Neuköllns, nach dem Ping Pong oder davor. Und halten sich irgendwo zwischen den Klingeltönen fest.
Frank Norten (Ibiza), geboren in Köritz/Brandenburg. Medizinstudium an der Humboldt-Universität in Berlin (DDR) und langjährige ärztliche Tätigkeit an mehreren Berliner Nervenkliniken. Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Promotion über den Selbstmord bei Schizophrenen. Seit neun Jahren meist in Spanien lebend. Seit Mitte der 90er Jahre Produktion von ausschließlich Lyrik. Besuch einiger Schreibwerkstätten. 2008/2009 Teilnahme an der Autorenwerkstatt des Lyrikkabinetts München.
Gedichtbände: Rauch aus meinem Mund (Tortuga Presse, Berlin 2000), Die Frau von Capri (edition innsalz, Aspach 2002), Jestesmy wygnancami (Miniatura, Kraków 2004). Übersetzungen ins Polnische, Französische (veröffentlicht in Aujourd`hui Poéme, Paris), Englische und Litauische.
http://www.franknorten.com
Bastian Winkler (Berlin), geboren 1977 in Wunstorf bei Hannover; lebt in Berlin, wo er Hörspiele, Prosa und Gedichte verfasst. Veröffentlichte den Gedichtband „Quengelszungen“ und studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim; dort wirkte er anschließend als Dozent. Veröffentlichungen von Lyrik u.a. in der Bella triste.
Julia Trompeter & Xaver Römer als Duo „Sprechduette“ (Berlin/Köln)
Julia Trompeter, geboren 1980 in Siegburg, lebt in Berlin. Studium der Philosophie und Germanistik in Köln. Seit 2005 Redakteurin bei http://www.einseitig.info. Zahlreiche Auftritte in literarischen Zirkeln zwischen Weimar und Stuttgart. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien sowie in literarischen Radiosendungen. Seit 2008 wissenschaftliche Mitarbeit und Promotion über den aristotelischen Begriff der Katharsis an der FU-Berlin.
Xaver Römer, geboren 1969, studierte Jazzgitarre in Rotterdam, wohnt in Köln und schreibt Lyrik und Prosa.
http://www.myspace.com/sprechduette
Isabella Vogel (Berlin), geboren 1988 in Berlin; studiert Französische Philologie und Philosophie in Berlin. Veröffentlichungen im Tagesspiegel, in verschiedenen Anthologien und Literaturzeitschriften, Beiträge in lauter niemand (8. Ausgabe und 9. Ausgabe), Vertonung eines Gedichtes durch das Maxim-Gorki-Theater. Mitglied im Autorenforum Berlin. Moderatorin in dem Literatur- und Kunstforum Blauer Salon.
http://www.poetenladen.de/isabella-vogel.htm
Clemens Kuhnert (Berlin), geboren 1965 in Berlin. Arbeitete nach dem Studium an der TU München als Architekt. Mitbegründer der Münchner Literaturzeitung TORSO sowie der Berliner Autoreninitiative lauter niemand. Dort Organisator des Literaturlabors und Herausgeber der gleichnamigen Literaturzeitung. Veröffentlichte 2008 den Gedichtband Tina die Teilzeitstewardess, herausgegeben von Alexander Krohn im Verlag Distillery Press (Berlin). Weitere Beiträge u.a. im Jahrbuch der Lyrik 2005, im lauter niemand (Ausgaben 2 und 6) sowie in der CD-Anthologie Nachrichten von der Poesie (SZ/WDR, 2008).
http://www.lauter-niemand.de/seite_clemens_kuhnert.htm
Lutz Steinbrück (Berlin), geboren 1972 in Bremen, lebt als Journalist (taz, Tagesspiegel, FR, Berliner Literaturkritik), Musiker (Band: Nördliche Gärten) und Autor (Lyrik, Drama) in Berlin. 2008 erschien sein Lyrikband Fluchtpunkt:Perspektiven im Lunardi Verlag (Berlin). Veröffentlichungen in den Zeitschriften Belletristik und außer.dem sowie online im Poetenladen, bei Lyrikmail und bei Fixpoetry.
http://www.poetenladen.de/lutz-steinbrueck.htm
Zum 150. Todestag von Ernst Moritz Arndt schreibt MATTHIAS KAMANN, Die Welt 29.1.:
Blutrünstig und von Franzosenhass getrieben, unternahm er immer neue verbale Sturmläufe – bei denen er als Lyriker oft strauchelte: „Da hieb dem Bonaparte/ Das Glück eine solche Scharte,/ Dass man auch ohne Warte/ Sie sah auf Meilen Raum.“ Bedenkt man, was in der deutschsprachigen Lyrik jener Epoche möglich war, muss man den Lyriker Arndt schwach nennen. Nur einige Dorf-Idyllen, Zeilen aus Altersgedichten („Wie sollt‘ ich anders denn vor Gott erscheinen/ Am jüngsten Tag als trauernd und zerrissen?“) sowie Kirchenlieder („Kommt her, ihr seid geladen“) lohnen die Lektüre.
Da er aber sonst ein niederer Lyriker war und zudem die Feindschaft gegen Juden predigte („wie Fliegen und Mücken und anderes Ungeziefer“), lässt sich zumindest nachvollziehen, warum in Greifswald gegenwärtig Studentengruppen verlangen, dass man der Universität, die 1933 auf Antrag von rechtsradikalen „Stahlhelm“-Professoren in Ernst-Moritz-Arndt-Universität umbenannt wurde, einen anderen Namenspatron geben sollte.
Und ich finde, Qualität als Lyriker gibt ein gutes Kriterium für einen Namenspatron. Düsseldorf und Frankfurt: können bleiben. Jena? Wird geprüft. Alle andern: Rübe ab, äh, Namensschild.*
Und da wir beim Thema sind: Ich sympathisiere mit den Studenten, die die Umbenennung der Greifswalder Universität betreiben. Wenn auch nicht frei von Bedenken. Wird die Uni besser, wenn sie nicht mehr nach einem drittklassigen pommerschen Dichter und Bonner Professor heißt? Ist das also nicht ein Nebenkriegsschauplatz? Zudem mit dem Beigeschmack, daß „wir“ auf der moralisch sicheren Seite sind. Namensgebungen sind nicht mehr zeitgemäß, sagen manche. Aber darum gehts ja nicht, das ist 1933 passiert. (Damals gabs klare stramme Mehrheiten – nicht erst nach der „Machtergreifung“.) Man könnte auch sagen: Umbenennungen sind nicht mehr zeitgemäß. Manche Schulen, Straßen, Kasernen oder so Bedürfnisanstalten haben Namen, die nicht jedem gefallen müssen: Aber sie erinnern uns an Geschichte. Dazu gehört halt, daß nicht immer alle so gedacht (und gehandelt) haben wie Wir heute. Umbenennungen entsorgen immer auch ein Stück Geschichte. Das macht sie beliebt.
*) okay, Halle bleibt auch: Luther war ein verdammt guter Lyriker, auch wenn es nicht alle glauben.
Heute startet in Augsburg das Brecht-Festival, das die bisher vernachlässigten Seiten des Künstlers Brecht in den Vordergrund stellen will. Bis zum 10. Februar feiert die Geburtsstadt des Dichters Brecht in zahlreichen Veranstaltungen als „Pionier der Medienkunst“. Um „Brecht und Musik“ soll es dann 2011 gehen. 2012 wird „Brecht und Politik“ Festivalschwerpunkt sein.
Berichtet der Donaukurier. Und zählt:
Brecht schrieb 48 Stücke (Shakespeare 37), über 2300 Gedichte (Goethe 3000), über 200 Erzählungen (Thomas Mann 32) und drei Romane (wie Kafka).
«Ich bin zu einem kolonialen Untertan erzogen worden. Für mich ist es daher nicht leicht, über die japanische Sprache zu sprechen, obwohl sie das Innerste meines Bewusstseins formt. (. . .) Dies ist so, weil diese Sprache in mir mit tiefen Schmerzen und mit nicht in Worten benennbarer Trauer verwoben ist.» Diese Zeilen stammen von dem koreanischen Lyriker Kim Shi Jong, der wegen seiner kurzen und in rauem Japanisch geschriebenen Gedichte bekannt und in Japan hoch angesehen ist.
Bettina Zweifel war sonst keineswegs in Konventionen gefangen, auch wenn sie vom «Tempel der Ehe» sprach, ein steiles Jungfräulichkeitsgebot verinnerlicht hatte und lange Jahre zwischen Sinnlichkeit und Eros unterschied. …
Sie erweist sich als eminente Leserin und gibt bedenkenswerte Kommentare ab. Man könnte ihre Briefe literatursoziologisch angehen und fragen: Was liest eine gebildete junge Frau in den 1920er und 1930er Jahren? Das Spektrum ist erstaunlich weit. Dass sie emphatisch Tagores Lyrik preist, Storm rühmt und zur «Pflege der Weiblichkeit» sogar die unsägliche Agnes Günther, liegt im Trend jener Jahrzehnte. Sie aber wendet sich darüber hinaus eingehend Freuds Traumdeutung zu und Homers «Odyssee». Sie liest Tolstoi und Kleist, C. F. Meyer, Hofmannsthal, George, Rilke, Regina Ullmann, Cécile Ines Loos, Federer, Spittelers «Imago», André Gide und – sehr früh schon – Kafka. / Beatrice von Matt, NZZ 28.1.
Meinrad und Bettina Inglin: «Alles in mir heisst: Du!» Der Briefwechsel. Ausgewählt, kommentiert und herausgegeben von Marzena Gorecka. Ammann-Verlag, Zürich 2009. 464 S., Fr. 42.90
FOR SOME OF US IT’S HOLY FOR SOME OF US IT’S LITERATURE | Thur 28 | 8pm
1 – Film: A documentary of the first international performance reading of Bible and Koran, the sacred texts of Christianity, Judaism and Islam – as literature. (Duration time 45 min)
Dokumentation einer 24-stündigen internationalen Theaterperformance mit 120 Akteuren, die Texte aus den heiligen Schriften des Judentums, des Christentums und des Islam künstlerisch interpretierten – als Literatur.
2 – Live Performance: Iris Sputh/dance & MFA Kera/vocal
3 – Discussion
produced by Gaby Sohl/Artneuland e.V.
TICKETS: Admission free
ENGLISH THEATRE BERLIN
formerly known as FRIENDS OF ITALIAN OPERA
F40 · Fidicinstr. 40 . 10965 Berlin-Kreuzberg
tube U6 Platz der Luftbrücke · buses 104, 248, N6, N7
Nach dem Tod Oskar Pastiors mochte Herta Müller zunächst nicht mehr am gemeinsamen Projekt weiterarbeiten. Doch schließlich setzte sie neu an und schrieb den Roman „Atemschaukel“. Ihre Lesung in Köln bot einen intensiven gestalteten Abend. / Thomas Linden, Kölnische Rundschau 27.1.
Haggis war 1989 ein Opfer der beginnenden BSE-Panik. Seinen Hauptbestandteil, gehackte Schafslunge, hatten die Amerikaner damals im Verdacht, Überträger des Rinderwahnsinns zu sein.
Die meisten Amerikaner fragen sich angesichts eines Tellers mit Haggis vermutlich: „Ist das zum Essen oder zum Einreiben?“ Doch für fünf Millionen schottischstämmige US-Bürger war das Verbot ein schwerer Schlag gegen ihre Kultur. Vor allem während der Burns Night am 25. Januar, dem von Emigranten besonders inbrünstig begangenen inoffiziellen schottischen Nationalfeiertag, fehlte ihnen ihr Haggis sehr. Zu diesem Anlass wird Robert Burns‘ Gedicht „The Address to the Haggis“ rezitiert.
Nun will das US-Landwirtschaftsministerium das Verbot aufheben. Denn Wissenschaftler sind mittlerweile überzeugt, dass der Verzehr von Schaflunge das Gehirn auch nicht mehr schädigt als ständiges Dudelsackblasen. / Matthias Heine, Die Welt 27.1.
Vera Rich, Übersetzerin, Journalistin, Lyrikerin und Menschenrechtsaktivistin, starb am 20.12. im Alter von 73 Jahren an Krebs. Zuletzt arbeitete sie an einer Übersetzung des ukrainischen Dichters Taras Schewtschenko, dessen 150. Geburtstag im nächsten Jahr begangen wird. Nachruf in der Times vom 25.1.
Zehn Gedichte des slowenischen Dichters Uroš Zupan Englisch und Slowenisch gibt es bei Poetry International Web (Danke an Simone Kornappel für den Hinweis). Darunter: Holderlinski Stolp / Hölderlin Tower, das Englisch so beginnt:
34 Chengdujska St., flat no. five,
first floor, three flights up,
straight on and you walk into
a big brass plate, the biggest in all Fužine if not
in all Ljubljana – worthy of a poet. It was put onto
the door by my father. It says ZUPAN on it.
This is my Hölderlin tower.
It wasn’t given to me by a carpenter,
for whom, by way of thanks, I should conjure up gods,
rather, it was rented out to me by Ljubljana City-Centre
Council, but the intention was exactly the same.
This is where I now pass most of my time. I lie about, sleep,
wait for Nataša, fiddle with the remote control and
wait for football to come up on some channel.
Marjan Rožanc would say: mass of the twentieth century.
I move about the stove. Make risotto, pasta, soups.
Bake miracles in the oven. Season salads.
Zehn Gedichte Slowenisch und Deutsch zum Hören und Lesen gibt es bei lyrikline.
Auch Sutzkevers Gedichte sprechen mit einer für den Alltagsverstand transparenten und logischen Diktion; das Phantasmagorische verdunkelt nichts, sondern verstärkt das Mitzuteilende. So beschreibt der Dichter „Die erste Nacht im Getto“: „Können Schiffe auf festem Lande versinken? / Ich spür: es sinken Schiffe unter mir…“ Oder „Die Tore des Gettos“: „Messerscharfe Wirklichkeit. / In den Scherben der Fenster / erscheint die Sonne als roter Fliegenpilz. / Jedes Gesicht ein Herbstblatt…“
Was gut ist, hat Zeit – und hält viel aus. Denn es ist doch erstaunlich, wie lange solcherart Literatur braucht, um ihrem Wert gemäß öffentlich wahrgenommen zu werden. Sutzkever, der vor einer Woche in Tel Aviv 96-jährig starb, war das am Ende doch noch gelungen. / CHRISTIAN EGER, Mitteldeutsche Zeitung 25.1.
Abraham Sutzkever: „Wilner Getto 1941-1944“ und „Gesänge vom Tod des Meeres“, zwei Bände im Schuber (auch einzeln), Ammann Verlag, Zürich, 41,95 Euro
Haus des Buches in Leipzig: 23. Februar 20 Uhr. Die Verleger Marie-Luise Flammersfeld und Egon Ammann stellen gemeinsam mit Hubert Witt das Sutzkever-Werk vor.
Vgl. L&Poe 2010 Jan #99. Zum Tod des jiddischen Dichters Abraham Sutzkever
Am Mittwoch, 03. Februar, stellen Tobias Amslinger und Léonce W. Lupette ihr gemeinsames Lyrikdebüt „Einzimmerspringbrunnenbuch“ (luxbooks, Wiesbaden 2009) vor.
Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, IG-Farben-Haus, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main, Raum IG 0.201, Beginn 18:30 Uhr, Eintritt 4 (ermäßigt 2) Euro.
Moderation: Adrian Giacomelli
Das Debut des Duos Tobias Amslinger und Léonce W. Lupette ist eine spritzig verspielte Tour de Force. Basierend auf dem literarischen Blog gleichen Namens, bei dem sich die beiden Autoren seit zwei Jahren mit Gedichten, Kurzprosa, Netz-Fundstücken und Fotos die Bälle zuspielen*, hat sich mit diesem Buch ein geschliffenes Kondensat ihrer bisherigen Experimente herauskristallisiert. Es ist ein enzyklopädisch anmutendes Werk fortschreitender Zerstreuung, wie das Internet scheinbar ordnungslos und doch wie ein Flickenteppich aus Sprache eng miteinander verwoben, dabei hoch amüsant, vertrackt, experimentell und zugänglich zugleich.
Tobias Amslinger & Léonce W. Lupette
»Einzimmerspringbrunnenbuch« Gedichte. Gestaltung von Bettina Knoth.
luxbooks.lyrik labor #1
90 S. 18,50€ Paperback mit Umschlagposter
ISBN: 978-3-939557-60-9
*) Inzwischen, oder zwischendurch, offenbar nicht im Netz?
How poetry can break open pop criticism.
By Douglas Wolk
Poetry Media Service
Criticism: I, too, dislike it. It’s what I do for a living, though—I write about pop music and comic books, mostly. I don’t tend to write about poetry, not because I don’t love it but because I’m not an expert, and I always have the sneaking suspicion that it’s impermissible to be a casual reader of contemporary poetry, much less a casual critic. From the outside, it seems as though either you’re an active citizen of the poetry world 24/7, or you’re allowed, grudgingly, to visit for an hour on the first Friday morning of the month.
Still, I rely on poetry, not just for pleasure but as a peculiar sort of professional resource.
Poetry and arts criticism seem to have a few points of conjunction, particularly concision. Contemporary arts criticism, and especially music criticism, is in practice very heavily focused on short reviews. And by “short” I don’t mean 400 words—I mean 200 if you’re a lucky writer, or 130, or 100, or 75, or 40. That’s what most magazines and commercial websites want to run right now. The need to stuff actual criticism (the kind with ideas and insights and arguments) into that length represents a severe formal constraint. Who better to turn to for inspiration than poets, the people who perfected the formal constraint as creative tool?
It’s rarely a direct inspiration—although one night, long ago, I wrote a dozen 50-word live-music previews for the Village Voice and slipped a Rilke quote into each one. (I don’t think anybody noticed.) The constraints of poetry aren’t just the thousand tricks that have names, although those are fun and helpful in nonpoetic contexts too; the severest constraint is the hyperconcentrated language that makes poetry poetry, the way every word and phrase has to carry enormous weight to keep the poem from buckling. Gerard Manley Hopkins or Lucie Brock-Broido can say more in 50 words of poetry than most prose writers can say in 1,000—many first-rate poets’ language is overwhelmingly hot and dense, and it makes me want to try to follow their example.
The other professional use I have for poetry is as a sort of chisel to try to break my brain open. The way I think about art tends to be very linear—analytical, specific, more about the trees than the forest. That’s useful to me, in some ways, but it’s also not how art functions. And it’s only part of how good writing about art needs to function, because in order to be something more than a mere description, criticism needs to deepen its readers’ own perceptions and reactions; it needs to go someplace they wouldn’t have gone on their own.
A lot of the poems that mean the most to me are the ones that are faster and bolder than logic, that defy straightforward paraphrase and explanation but create an indelible effect or sensation—the ones, in other words, that I am least equipped to write about but can read and reread in the hopes that I’ll be able to pick up their charge as if it were static electricity. I first got that feeling when I read John Berryman’s Dream Songs as a teenager and forced myself to memorize a few of them. (I can probably still reconstitute the one that begins “I am the little man who smokes & smokes.”) My impulse, the first time I read Berryman, was to try to make all the pieces fit neatly, to turn everything into a coherent narrative; eventually I realized that there was a lot of pleasure in not-quite-understanding, too. I get the same kind of buzz from Sappho’s fragments, John Ashbery, Emily Dickinson, even Aram Saroyan’s minimal poems.
But the book of poetry I’ve found myself returning to most often is Jerome Rothenberg’s anthology Technicians of the Sacred, partly because its project of drawing connections between ethnopoetics and a not-quite-so-contemporary-anymore avant-garde is intrinsically pretty cool, but mostly because it’s still revealing its mysteries to me. I can open it to any page to feel its language’s incantatory potency radiating straight up into my head, and it almost always leads me to some kind of insight or inroad into whatever other art I’m grappling with. That’s not what it was made for—reading poetry for its problem-solving utility seems like using a marble sculpture as a hammer—but it works, and I’m grateful for that.
Douglas Wolk is the author of Reading Comics: How Graphic Novels Work and What They Mean (Da Capo Press, 2008) and Live at the Apollo (Continuum Books, 2004). He writes for several publications, including the New York Times, Rolling Stone, the Believer, Wired, and the Washington Post. This essay originally appeared in the September 2009 issue of Poetry magazine and is available at http://www.poetryfoundation.org. Distributed by the Poetry Foundation.
© 2009 by Douglas Wolk. All rights reserved.
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