Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Zum 200. Todestag von E.T.A. Hoffmann (* 24. Januar 1776 in Königsberg, Ostpreußen; † 25. Juni 1822 in Berlin) ein Gedicht des schreibenden Katers Murr (aus den Lebensansichten des Katers Murr). Es ist übrigens eine Glosse auf einen Text von Goethe, den Franz Schubert vertont… Continue Reading „Glosse eines dichtenden Katers“
LDL / Pier Zellin 1.Nahbell-Nebenpreis 2022: Liga der Leeren (LDL) für einen Essay von 2018 (siehe hier) HEILIGES Q das gras saftig grün nebenan sterben menschen die sonne sagt nichts (2020)
Meike Wanner aus Düsseldorf erhält den 4. Nahbellförderpreis (vgl. hier). Hier ein Gedicht. Stromkästen und Strohrum Ich verabschiede die Wohnungstür mit dem Schlüssel zur Welt trete den Bürgersteig mit Füßen der sich zieht wie das Kaugummi unter den Sohlen die holen Meter um Meter ein… Continue Reading „Stromkästen und Strohrum“
Hier und an den folgenden Tagen jeweils ein Gedicht der Preisträger der Nahbellpreise 2023 (siehe hier). Der Nahbellhauptpreis ging an René Oberholzer. René Oberholzer „Letzte Fragen“ (2019) Und wenn es eine letzte Frage Im Universum noch gäbe Würde ich sie Mit dir teilen wollen… Continue Reading „Letzte Fragen“
„Je mehr die Digitalisierung unseren Alltag dort durchdringt, wo sie wegen der Arbeit oder sonstigen Gründen unerlässlich ist, desto mehr ist auch die Sehnsucht da, Sachen, die nicht zwingend am PC oder am Handy gemacht werden müssen, auch wieder analog zu machen, und dazu… Continue Reading „23. NAHBELL-PREIS“
Walter Hasenclever (* 8. Juli 1890 in Aachen; † 21. Juni 1940 in Les Milles bei Aix-en-Provence) Als ich noch ängstlich war und keinen kannte. Als keine Frau, kein Freund, kein Buch mich nannte. Als ich noch jung war, heiß und wild bemüht: Wie war… Continue Reading „Aus „Der Abenteurer““
L&Poe Journal #02 | Betrachtung und Kritik Gastkommentar von Oliver Tepel (Köln) Eine neue antisemitische Strategie: Wer vom Holocaust spricht, soll ein Rechtsradikaler sein.Es klingt unfassbar, war aber das Hauptthema des Kongresses ‚Hijacking Memory“, der kürzlich im Berliner Haus der Kulturen stattfand. Wie kann… Continue Reading „Zum Kongress „Hijacking Memory““
Inua Ellams FUCK / PERSEUS Regarding the claim / some women enable sexual predators / consider power structures / consider Mount Olympus / a gleaming symbol / of aspiration / of masculinity / so toxic / when Poseidon raped the mortal maiden Medusa /… Continue Reading „Scheiss / Perseus“
Henri Chopin (* 18. Juni 1922, heute vor 100 Jahren, in Paris; † 3. Januar 2008 in Dereham, Norfolk) Seite aus der Notation des Soundpoems sol air (1964). Was wie elektronische Musik klingt (Audio unten), wurde ausschließlich mit der Stimme des Autors auf Magnettonband erzeugt.… Continue Reading „Henri Chopin 100“
Damals war alles um Längen hochaufstrebender, reinster, leuchtendster, ahnungsvollster… aber die Banausen waren banausisch, die Stümper frech, und leben konnte man auch damals nicht davon: Ferdinand von Saar (* 30. September 1833 in Wien; † 24. Juli 1906 in Wien-Döbling) Die Lyrik Ob auch ein überkluges… Continue Reading „Damals“
Ulrich Koch VOR DEM KRIEG HATTE DIESES GEDICHT ZWEI EINWOHNER Vor dem Krieg hatte dieses Gedicht zwei Einwohner. Jetzt sind es drei. Der Rest ist in die Wälder geflohen, schläft in der Hocke und ernährt sich von den Parasiten in den Kothaufen der Fluchttiere.… Continue Reading „Begraben die tote Sprache“
Elisabeth Paulsen (verh. Elisabeth Fuhrmann, Elisabeth Fuhrmann-Paulsen, * 1879; † 1951) ERKLÄRUNG SIEH, ich bin fremd unter den Menschen. Ungeschickt greife ich Hände und lasse sie wieder los, wenn sie kalt sind. Ich bin gewohnt, mit Wind um die Wette zu laufen, und rauhe Lieder zu dichten, die nichts… Continue Reading „Erklärung“
Roland Erb DICHTERPORTRÄT Ein Zeichner hat ihn so skizziert, da fängt er bei den Hüften an, ein schmaler Leib aus wenig Strichen, die Schultern rund, der Hals steigt daraus auf, das breite Kinn, um das sich eine Binde schlingt breit weiß, und die verhüllt… Continue Reading „Dichterporträt“
Oleksandr Oles‘ (ukrainisch Олександр Олесь; * 23. November jul. / 5. Dezember 1878 greg. in Bilopillja, Gouvernement Charkow; † 22. Juli 1944 in Prag) Auf der Krym In Wolken liegen stumm die Felsen … Die Wolken locken leise: Kommt, O Freunde, fliegt mit uns… Continue Reading „Auf der Krym“
Karl Kraus (* 28. April 1874 in Gitschin / Jičín, Böhmen; † 12. Juni 1936 in Wien) Literatur Weil er sich nicht geniert hat, glaubt er, er sei ein Genie. Weil er uns nicht amüsiert hat, hält ers für Poesie. Weil er einst onaniert hat,… Continue Reading „Literatur“
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