Dichterporträt

Roland Erb

DICHTERPORTRÄT

Ein Zeichner hat ihn so skizziert,
da fängt er bei den Hüften an,
ein schmaler Leib aus wenig Strichen,
die Schultern rund, der Hals steigt daraus auf,
das breite Kinn, um das sich eine Binde schlingt
breit weiß, und die verhüllt den Mund.
Bis dann die Augen und die Nase,
das Haar, so spärlich, grau, ihn zeigen wie bekannt.
Glutvoll die Augen, dicht die Brauen drüber, doch
stets irrt der Blick nach unten ab
zur Binde.
Die Binde weiß, des Ohnemund, des Sehers?
Die Binde, ihm zur Strafe angelegt?
Der Zeichner schweigt davon, der Dichter –

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