Kategorie: Europa

129. In Schenks Berlin

Johannes Schenk, rundes Gesicht, verträumte Augen und meist ein Lächeln um die Lippen, war einer von ihnen und dann auch wieder nicht, denn seine Welt war die der Seefahrer. „Die Schiffe, das Meer und die Häfen am Rande haben mir die Bilder geschenkt, die… Continue Reading „129. In Schenks Berlin“

128. Dum derra dum!

Den etwas düsteren, schmalen Eingang zum Buchladen könnte man glatt übersehen, und drinnen kommt man aus dem Staunen nicht heraus – ausgerechnet hier zwischen Körperskulpturen und Jongleuren, Taschenspielern und abgewrackten Gurus, hier auf der all-American Meile aus Rummelplatz und Laufsteg, Sportplatz, Strandpromenade und Eitelkeitskirmes:… Continue Reading „128. Dum derra dum!“

126. Mayröckers Zettelwirtschaft

Das Werk der Dichterin Friederike Mayröcker, die morgen Sonntag unglaublicherweise 85 Jahre alt wird, ist nicht allein den pulverigen Sandspuren von Deinzendorf entsprossen: jenem Ort im Bezirk Hollabrunn, dessen Fauna in „langsamen Blitzen“ die Bilderketten der Lyrikerin durchwirkt. In Deinzendorf war Mayröcker noch ganz… Continue Reading „126. Mayröckers Zettelwirtschaft“

125. Lyrik ist schwyrig

Man kennt ihn als Kult-Regisseur der schrägen Komödie „Wer früher stirbt, ist länger tot“, der Kassen-Knüller von 2006. Doch die Kunst des Kabaretts ist ihm auch vertraut: Seit seiner Jugend verfasst Marcus H. Rosenmüller Gedichte und Lieder Ähnlich multitalentiert als Musiker, Kabarettist und Schauspieler… Continue Reading „125. Lyrik ist schwyrig“

124. Neuropolitik Teil II: „Sind die Monster zahm geworden?“

„As long as presidents and politicians in general behave like criminals in the opinion of their nations, there will be people angry enough to stop them. So better be honest to survive as a leader!“ (Ernest Otto Friedell 1898-1993) G&GN-INSTITUT BERLIN New Cologne (Teil… Continue Reading „124. Neuropolitik Teil II: „Sind die Monster zahm geworden?““

123. Umbra vitae

Nacht, Somnambule, Irre, Krieg, Hora mortis, Morgue – bereits einige Titelstichworte von Georg Heyms Nachlassgedichten lassen ahnen, worum es in der Sammlung „Umbra vitae“ geht: um „Schatten des Lebens“, erhascht in wüsten „Nebelstädten“ und im „Mauergestrüpp“ trister Hinterhöfe, auf Trümmerfeldern und Grabstätten, an dunklen… Continue Reading „123. Umbra vitae“

122. Lyrikstationen 2009 (9)

Fortsetzungsessay von Theo Breuer 9 das Denken völlig unter den Begriffen zu ersticken – In der Zwischenzeit, mein lieber Sohn, Geht der Gesang zu Ende In A. J. Weigonis Novelle Vignetten (poetenladen.de/theo-breuer-weigoni.htm) lese ich: In der Antike kamen am mittelländischen Meer Menschen aus verschiedenen… Continue Reading „122. Lyrikstationen 2009 (9)“

121. Johnny Becher

Mein Gegengift in festen Reimen (vgl. #120) stammt von Katharina Stooß, geboren nach 1945, genauer 1982 in Bad Mergentheim, lebt in Leipzig und München: Die Ballade von Johnny Becher Johnny Becher! „Wer ist Johnny Becher?“ „Johnny Becher war unser Namenspatron, von 59 bis zur… Continue Reading „121. Johnny Becher“

120. Der drittgrößte Dichter

Zu den zehn Nazi-Autoren, die Düsterberg zusammen mit acht seiner Schüler und dem Wirtschaftsjournalisten Marc-Wilhelm Kohfink in Porträts vorstellt, gehört auch Gerhard Schumann, dessen Werdegang Jan Bartels beschreibt. Bartels versucht, ein „differenziertes Bild der kulturpolitischen und literarischen Tätigkeiten Schumanns“ zu zeichnen. Wie den zusammengestellten… Continue Reading „120. Der drittgrößte Dichter“

119. Nahsehen in Vorpommern

Warum sieht das Wasser manchmal blau oder grün aus, obwohl es doch eigentlich farblos ist? Eine Frage, die manch ein Erwachsener nicht beantworten kann. Doch wer wöchentlich in der Kinderakademie der Künstlerin Agelika Janz vorbeischaut, der kann diese Frage beantworten. In die Kinderakademie kommen… Continue Reading „119. Nahsehen in Vorpommern“

118. Praktikum bei www.lyrikline.org

Gesucht wird ein Assistent des Projektleiters, der ihm zuarbeitet bei: Korrespondenz mit Partnern und Autoren, Datenbearbeitung, bürotechnische Arbeiten und ggf. Veranstaltungsdurchführung Ihr Profil Organisationsfähigkeit, Fremdsprachenkenntnisse, sehr guter Umgang mit der deutschen Sprache, Interesse an Lyrik, Kenntnisse der Microsoft_office-Programme (Excel, Word etc.) Wir bieten Mitarbeit … Continue Reading „118. Praktikum bei www.lyrikline.org“

117. Prise Hölderlin

Dieses überbordende, sinnlich-experimentelle Schreiben, das Friederike Mayröcker seit Jahrzehnten betreibt, scheint sich in seiner ekstatischen Diesseitigkeit seit jeher aus der Empörung über den Tod zu speisen. Im Gespräch mit Julia Kospach nennt sie ihn den Zerstörer, den großen Feind. Den allergrößten Gegensatz dazu bildet… Continue Reading „117. Prise Hölderlin“

116. Lyrikstationen 2009 (8)

Fortsetzungsessay von Theo Breuer 8 Orte der Augen Gedichte, meine kleinen Archen in der nacht setzen wir einander fort: die perspektive einer nahen landschaft zweier körper, deren wölbungen zueinander fließen in atemgeräuschen. auf fingerspitzen lesen wie die spuren unsrer haut, wie wellen eines meeres,… Continue Reading „116. Lyrikstationen 2009 (8)“

115. Der fremde Text

In der FR vom 17.12. ein offener Brief von Harry Oberländer an Richard Wagner zur Verteidigung von Werner Söllner. Schluß: Als jemand, der das Glück hatte, sich nicht in einem totalitären System bewähren zu müssen, bin ich nicht bereit, mich auf einen Richterstuhl zu… Continue Reading „115. Der fremde Text“

113. Niemandem geschadet?

In der FAZ vom 16.12. schreibt der – ebenfalls aus Rumänien stammende – Schriftsteller Richard Wagner über die „IM-Affäre Werner Söllner“: Bei einer weiteren Begegnung überreicht Walter als Mitbringsel die rumänische Fassung eines Langgedichts von Johann Lippet „Der gewesene Selbstmordgang der Familie“. Der Kommentar… Continue Reading „113. Niemandem geschadet?“