151. Futurismus-Ausstellung

So radikal die Rhetorik der Manifeste, so harmlos wirkt allerdings bisweilen die Umsetzung – Luigi Russolos «Geräuschtöner» beispielsweise (wie sein Begriff «Intonarumori» übersetzt wird), die die klanglichen Möglichkeiten der Musik erweitern sollten, sind als Kuriosum in die Musikgeschichte eingegangen, ohne eine weitere Wirkung zu entfalten. Auch in der Literatur wirkt der Angriff auf die Konventionen der Sprache – Marinettis «parole in libertà» oder Fortunato Deperos Konzept einer «onomalingua» – heute als harmlose Spielerei. Doch gerade dieser Zug verleiht der Ausstellung auch einigen Charme: Die Fotografien, in denen sich Fortunato Depero mit rollenden Augen in Szene setzt, oder sein knallbuntes Bühnenbild «Magische Flora» erinnern daran, dass das Allzumännliche jederzeit ins Kindliche umschlagen kann. / Sieglinde Geisel, NZZ 24.12.

Sprachen des Futurismus. Gropius-Bau, Berlin. Bis zum 11. Januar 2010. Katalog Fr. 56.50.

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