Schlagwort: Film

4. Weniger Theater

Mehr Film, weniger Theater möchte man den immer wieder Trakl-Verse zitierenden Schauspielern bisweilen zurufen. Die Dialoge sind oft pathetisch. Und die hingebungsvolle Darstellung der an multipler Drogensucht leidenden Familie sorgt für unfreiwillige Komik. Etwa wenn die Mutter beim Zusammentreffen mit den anstrengenden Kindern stets…

74. Geheimnis

Aus welchen Ingredienzien nur mag das Geheimnis des iranischen Kinos gemischt worden sein? Eine seiner faszinierendsten Komponenten, deren Wurzeln wohl in der spezifischen Poetik der persischen Lyrik liegen, mag sicher darin bestehen, dass dem iranischen Filmschaffen seit Jahrzehnten gelingt, wovon das Schweizer Kino seit…

94. Liebe Drehbuchautoren

Die Verfasser des Briefs schreiben: »Die Grundrechte der Urheber bzw. der von ihnen beauftragten Rechteinhaber aber werden … marginalisiert.« Die Crux liegt bei den »von ihnen beauftragten Rechteinhaber«. Denn wer sind die? Natürlich die Sender. „Die von ihnen beauftragen Rechteinhaber“ ist eine ungemein schönfärberische,…

28. Bekiffter Hundertwasser

Wie kann ein Film über „Howl“ ohne die Verve des Bebop auskommen? Epstein und Friedman zeigen den Dichter im Wechsel bei seiner legendären Lesung im Herbst 1955 in San Francisco und später als Interviewpartner, der die Idee der Beatliteratur referiert. Dazwischen gibt es naive,…

13. Gedicht in Film verwandelt

Gedichte sind kurz und lassen sich nicht verfilmen. Das haben sie Romanen voraus. Schon so mancher literarische Geniestreich geriet unter die Räder eines Films, in dem die Handlung zwar rechtschaffen illustriert, der Geist der Erzählung aber nicht annähernd eingefangen wurde. „Howl – Das Geheul“…

4. When You’re Strange

Jim Morrison ist, wieder mal, der wilde Schamane des Rock ’n’ Roll, und „you can’t burn out if you’re not on fire” (man kann nicht ausbrennen, wenn man nicht entflammt ist). Das sind so einige der Weisheiten, mit denen die Erzählstimme von Johnny Depp…

151. Etwas, das gegen sie steht

Ich glaube Lyrik ist etwas, das man der Alltagssprache abtrotzen muss. Etwas, gegen das die Sprache steht, das sie stört und zerstört, was gleichzeitig aber etwas sehr Menschliches ist. Es erinnert daran, dass es lohnenswert ist, zu schweigen, still zu beobachten, wie sich die…

29. Mal ein Filmtip

für Berlinnahe: Mittwoch, 07.04.2010, 21.00 Club der Polnischen Versager ///  Ackerstrasse 170  ///  Berlin-Mitte  /// www.polnischeversager.de česky film: tschechische Filme, immer am 1. Mittwoch des Monats Diesmal: der Kult-Film ‚K o u r‘ (“ R a u c h „), CSSR , 1990, in Originallfassung…

109. Vergils Honig

Begehren ist besser als Natur. Die Naturschönheit ist immer tautologisch (schön ist, was schön aussieht). Deshalb ist sie an sich auch so langweilig. Und muß mit anderem aufgeladen werden. Mit Mystik und Lyrik zum Beispiel. Der Honig, der in Vergils Text vom Himmel fällt…

148. Zwanglos an Sonettzeilen entlang

John Keats, der wohl wichtigste Romantiker der englischen Literatur, starb mit 25 Jahren an Tuberkulose. Keinen Penny hatte er mit seiner Lyrik je verdient – als Hungerkünstler brauchte er Gönner. Der wichtigste davon war Charles Brown. Der Dichterkollege ließ ihn 1819/20 siebzehn Monate auf…

88. Keusch und sexy (also britisch)

Eine „Ode an die heiße englische Keuschheit“ nennt der Kritiker der New York Times den neuen Film von Jane Campion über die Liebe des Dichters John Keats: John Keats war ein romantischer Dichter. Der Film „Bright Star“, der die Geschichte von Keats und Fanny…

Poetryfilm

Die Poesie ist nicht länger eine bedrohte Gattung – davon ist der Amerikaner Bob Holeman überzeugt. Das sei ein Verdienst des Films, genauer des „Poetryfilms“. Auch Thomas Wohlfahrt, Leiter der Literaturwerkstatt, sieht den Poetryfilm seit einigen Jahren im Kommen. Der Film habe nun das…