Kategorie: Europa

47. Dichter des Wortes

Wenn man das Wort Gedicht lang genug auf Käsekuchen anwendet, kommt es als Überraschung zurück, wie hier, frei übersetzt: „Zwei Dichter des Wortes verzaubern ihr Publikum unterm Sternenzelt“. Vénéjan. Deux poètes des mots enchantent leur public sous un ciel étoilé / Midi libre

46. Politischer Akt

Noch ein Auszug aus Cornelius Wüllenkempers Festivalbilanz (Grass hat mit zwei schnell hingeschriebenen politischen Gedichten tatsächlich geschafft, was ihm zuletzt mit Gedichten nicht mehr gelang, er ist überall dabei): Selbst bei der eigentlich spielerisch-unterhaltend programmierten Poet’s Corner, bei der Autoren an öffentlichen Orten in Berlin… Continue Reading „46. Politischer Akt“

45. Lübecker Lyrik-Festival

Es ist das erste Lübecker Lyrik-Festival im Grass-Haus; am Donnerstag fand der zweite Abend statt; drei Schweizer AutorInnen reisten aus den Bergen extra für ihn ans Meer: Lea Gottheil, Ilma Rakusa und Christian Uetz. / Unser Lübeck

44. WochenGedicht

Wochengedicht #10: Ulrike Draesner (kommentiert von Rudolf Bußmann) / Tages Woche

43. Erdgebunden

Der Erde, so heißt es in Wulf Kirstens Gedicht „die erde bei Meißen“, schreibe er „beidhändig ins gästebuch“ einen „einsilbigen gruß“. Dieses Gedicht schrieb der 1934 in Klipphausen bei Meißen geborene Steinmetzsohn im Alter von dreißig Jahren. Das darin zum Ausdruck kommende Bewusstsein, nur… Continue Reading „43. Erdgebunden“

42. Konstantin Neven DuMont macht den Grass

Seit die Zeit fleißig gegossen hat, geht die politische Dichtung blühenden Zeiten entgegen. Doch doch. Neustes Beispiel: Es gibt mal wieder was Neues von Konstantin Neven DuMont: Der Sohn von Verleger Alfred Neven DuMont (u.a. Express, Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung) übt sich seit neuestem… Continue Reading „42. Konstantin Neven DuMont macht den Grass“

41. Neues Interesse an Politik?

Abseits des poetisch-musikalischen Programms des diesjährigen Berliner Festivals standen Themen im Vordergrund, die in Dichterkreisen, wenn überhaupt, bisher gern als zweitrangig betrachtet wurden und mit denen der deutsche Moralpoet Günter Grass erst unlängst für Entrüstung und für Spott gesorgt hatte: unverhüllte politische, gesellschaftliche oder… Continue Reading „41. Neues Interesse an Politik?“

39. Morgenstimmung

„Morgenstimmung“ heißt das Gedicht von Frank Wedekind, von dem man weiß, dass er alles erprobend praktizierte, was er besang. Schreibt das Hamburger Abendblatt (Link ist nicht nötig, nur für Abonnenten, wers trotzdem sucht google). Ah ja, Morgenstimmung. Ich hab meine Tante geschlachtet.

38. Spießer und Poesie

Hans Magnus Enzensberger spricht mit der Welt über Sachen von denen er was versteht: Poesie und Internet. Die Spießer sind, wer hätte das gedacht, die „Netz-Gemeinde“, sagt er, Die Welt übersetzt: Piraten (der Welt-Leser nickt). Die Poesie sind Kinderreime, davon hat er (jetzt bin… Continue Reading „38. Spießer und Poesie“

34. Honigprotokolle

Honigprotokolle, das ist eine seltsame Gattung, man darf sagen: Monika Rinck hat sie erfunden. Zuerst hätten da nur Skizzen gestanden, die sich innerhalb von drei Jahren langsam zu dieser Form entwickelt hätten, wie Monika Rinck im Gespräch verrät. Um die sechzig dieser bienenfleißigen Gesänge… Continue Reading „34. Honigprotokolle“

33. Walter Buchebner

Sichtbar wird: Walter Buchebner war ein originärer Autor in der österreichischen Literaturlandschaft der 1950er-Jahre – international orientiert (seine Inspirationen kamen von Beat-Poeten wie Allen Ginsberg und Jack Kerouac ebenso wie von Wladimir Majakowski), suchte er nach eigenen Formen einer Lyrik, die auch zu gesellschaftlichen… Continue Reading „33. Walter Buchebner“

32. Zhadan-Land

Die Handlung spielt Anfang der 90er-Jahre, als mit der Sowjetunion alle Gewissheiten zerfallen. Es gibt nur noch die unabhängige Ukraine mit all ihren Widersprüchen: „Mir passte dieses Land, in dem ich lebte, passte die Menge Scheiße, mit der es gefüllt war, und die mir… Continue Reading „32. Zhadan-Land“

31. Orphil-Preise für Krechel und Kornappel

Der Orphil-Preis wurde speziell für Lyriker von Ilse Konell gestiftet. Die Witwe des in Wiesbaden 1991 verstorbenen Dichters George Konell hatte bereits zwei in Wiesbaden vergebene Literaturpreise gestiftet; der „Orphil“, benannt nach einer Figur aus dem Werk ihres Mannes, wird künftig alle zwei Jahre… Continue Reading „31. Orphil-Preise für Krechel und Kornappel“

30. Für Sprachmenschen

Splendeurs et miséres des courtísans Autor: Ferdinand Hardekopf Aus der steilen, transparenten Nudel – Quillt ein Quantum Quitten-Quark empor, Ballt sich, physisch, zum gewürzten Strudel, Kreist: ein Duftballon aus einem Rohr. Wann (und wo?) war Schweben delikater? In der Spannung wird man blass, wie… Continue Reading „30. Für Sprachmenschen“

29. Angeklagt

Heute [28.5.] begann in Madrid das Gerichtsverfahren gegen den Liedermacher Javier Krahe wegen eines 54 Sekunden kurzen Videos aus dem Jahr 1978! In diesem Film wird erklärt, wie ein Christus zuzubereiten ist. Der gerichtliche Vorwurf: Beleidigung der Gefühle der Gläubigen. Den Zuschauern wird empfohlen, den… Continue Reading „29. Angeklagt“