Lyrikzeitung & Poetry News

31. August 2009

083. American Life in Poetry: Column 232

Einsortiert unter: Englisch, USA — Tags:, , — lyrikzeitung @ 20:00
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE

I’ve built many wren houses since my wife and I moved to the country 25 years ago. It’s a good thing to do in the winter. At one point I had so many extra that in the spring I set up at a local farmers’ market and sold them for five dollars apiece. I say all this to assert that I am an authority at listening to the so small voices that Thomas R. Smith captures in this poem. Smith lives in Wisconsin.

Baby Wrens’ Voices

I am a student of wrens.
When the mother bird returns
to her brood, beak squirming
with winged breakfast, a shrill
clamor rises like jingling
from tiny, high-pitched bells.
Who’d have guessed such a small
house contained so many voices?
The sound they make is the pure sound
of life’s hunger. Who hangs our house
in the world’s branches, and listens
when we sing from our hunger?
Because I love best those songs
that shake the house of the singer,
I am a student of wrens.

American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2005 by Thomas R. Smith, whose most recent book of poetry is Waking Before Dawn, Red Dragonfly Press, 2007. Poem reprinted from the chapbook Kinnickinnic, Parallel Press, 2008, by permission of Thomas R. Smith and the publisher. The poem first appeared in There is No Other Way to Speak, the 2005 “winter book” of the Minnesota Center for Book Arts, ed., Bill Holm. Introduction copyright © 2009 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.

082. Erlangen – zwischen Lyrik und Lyrics

Schon das erste Autorenporträt – das des Weltenwanderers Raoul Schrott – war ein köstlicher Bubenstreich! Die «Internationale Nacht der Poesie – Lyrik.9», eine Veranstaltung von Bayern2 und moderiert von Lydia Daher und Kark Bruckmaier war dafür ein Kaleidoskop aus (teils für dieses Format sperriger) Literatur, Musik und Spoken Word Poetry. Den Verleger-Schriftsteller Michael Krüger mit seiner feinsinnigen Naturlyrik, die sarkastisch-reflektierte Lyrikerin Ulla Hahn, den Nürnberger Mundart-Akrobaten Fitzgerald Kusz, den Dadaisten Valerie Scherstjanoi, die Bulgarische Wortsucherin Tzveta Sofronieva und die Musiker Dan Reeder und Ernst Schultz («Ihre Kinder») in ein sendefähiges Format und einen unterhaltsamen Abend zu bringen verlangt(e) dem Moderatoren-Duo akrobatische Fähigkeiten ab – und den TV-Aufnahmeteams hohe Chauffeur-Fähigkeiten in einem zum Studio umgeschminkten Redoutensaal. Wie hatte Karl Bruckmaier vorgewarnt: «Wir bewegen uns zwischen Lyrik und Lyrics» – er
sollte recht behalten. Erstaunlich der Auftritt des Spoken-Word-Trios Word Alert, das mit seinem «Slam» die Nähe zu literarischer Klasse findet. Und Fitzgerald Kusz? Sein lakonischer Humor wehte wie eine frische Brise durch den Saal. / Erlanger Nachrichten

081. «Ich hoffe, dass ich mal ein guter Dichter werde»

Einsortiert unter: Deutsch, Deutschland — Tags:, , , — lyrikzeitung @ 10:20

Hochgebildet, hochbegabt, erfolgreich, in unzähligen seltenen Sprachen und Kulturen dieser Welt zuhause – und trotzdem so geblieben wie der nette Mann von nebenan – so präsentierte sich Raoul Schrott beim ersten Autorenporträt des diesjährigen Poetenfests am Freitagabend. Leger und in Jeans zog er im Markgrafentheater seine Zuhörer und Leser in den Bann.

Gewitzte Antworten auf die launigen Einstiegsfragen von Alf Mentzer gleich zu Beginn sorgten für ein ideales Entrée. Ob Raoul Schrott nun wirklich auf einem Schiff vor der brasilianischen Küste geboren ist oder sein Geburtsort Klagenfurt unzweifelhaft ist, ob er nur unter Pseudonym schreibt oder wirklich Raoul Schrott heißt – darauf gab der bekennende Atheist allerdings keine abschließenden Antworten.

Aber das musste er auch nicht – und wirkte trotzdem keine Spur von arrogant. Ganz im Gegenteil. Bescheiden meinte der Poet, Lyriker und Übersetzer: «Ich hoffe, dass ich mal ein guter Dichter werde» …

Prosa ist harte Arbeit – ganz anders als die Lyrik: «Gedichte sind Augenblicke reinen Glücks beim Schreiben», so Schrott, «Gedichte stoßen einem zu, sie sind geistige Teilchenbeschleuniger.» Mit dem Schreiben von Gedichten könne man jedoch kein Geld verdienen, diesen Part müsse also die Prosa übernehmen . . . / Stephanie Rupp, Nürnberger Zeitung 31.8.

Er habe bei einem Interview einmal einen abenteuerlichen Lebenslauf erfunden, der sich dann verselbständigt habe. Tatsächlich ist der gebürtige Tiroler (Jahrgang 1964) in Tunis aufgewachsen und sein Name ist auch kein Pseudonym. / Nürnberger Nachrichten

080. „Wider griesgrämige Erfahrungsarmut“

Einsortiert unter: Deutsch, Deutschland — Tags:, — lyrikzeitung @ 03:19

Im Gewusel des neuen Lyrik-Booms, in dem derzeit viele mediokre Geister auf das Katapult der Talentförderung gelangen wollen, ist Kerstin Preiwuß eine Ausnahmegestalt. Während sich viele Junglyriker in griesgrämiger Erfahrungsarmut einrichten, tastet sich Preiwuß in sinnlichem Kontakt mit den Mythen und Landschaften ihrer Kindheit von einer eigenständigen poetischen Tonsetzung vor zu einer poetischen Stimme, die uns lange begleiten wird. / Michael Braun, Freitag 20.8.

079. Markstein

Einsortiert unter: Arabisch, Deutschland, Welt — Tags:, — lyrikzeitung @ 02:32

Die Arabische Welt bildet dieses Jahr den Schwerpunkt des vom 9. bis 20. September dauernden 9. Internationalen Literaturfestivals Berlin. Die Literatur der arabischen Länder werde außerhalb ihrer Herkunftsländer kaum verlegt und gelesen, sagte Festivalleiter Ulrich Schreiber am Mittwoch, weshalb man einen „Markstein in der literarischen Kommunikation mit der arabischen Welt“ setzen wolle.

So kommen auch Dichter und Prosa-Autoren nach Berlin, die noch nicht übersetzt wurden. Insgesamt stellen mehr als 200 Schriftsteller aus allen Kontinenten ihre Werke vor, darunter Autoren aus Indien, Ungarn, Pakistan, Großbritannien, Frankreich, Irland und Deutschland. / Tagesspiegel 27.8.

[Ist das so? Hat Herr Schreiber wirklich bei den kleineren Verlagen in Deutschland oder der Schweiz nachgesehen, die sich um arabische Literatur bemühen? Weiß er, was in Frankreich gedruckt oder gelesen wird?]

30. August 2009

078. Lusophone Lyrik

Das Büchlein versammelt 22 jüngere portugiesischsprachige Lyrikerinnen und Lyriker aus drei Kontinenten: Afrika mit den Ländern Angola, Guinea-Bissau, Moçambique und São Tomé e Príncipe, Lateinamerika mit Brasilien sowie Europa mit der spanischen Region Galicien und Portugal. Der Herausgeber und Übersetzer Michael Kegler stellt überwiegend neuere und hierzulande unbekannte Namen vor, die in den fünfziger bis siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geboren sind. Darunter befinden sich die Poetin und Literaturwissenschafterin Ana Paula Taveres oder Ondjaki aus Angola, von dem ein Roman in deutscher Übersetzung vorliegt, Ivo Machado, José Antonio Gonçalves, der 2005 mit 50 Jahren schon starb, und Ana Luísa Amaral aus Portugal sowie Conceição Lima aus São Tomé e Príncipe. Von keinem einzigen dieser Autoren liegt bis heute ein eigener Lyrikband in deutscher Übersetzung vor. Das weist in der hiesigen Rezeption auf eine Lücke hin, die es allmählich zu schliessen gilt. Ein schöner Anfang ist nun gelungen, bei dem sich viele Neuentdeckungen machen lassen. / NZZ

Hotel Ver Mar. Gedichte aus Angola, Brasilien, Galicien, Guinea-Bissau, Mosambik, Portugal und São Tomé e Príncipe. Hrsg. und aus dem Portugiesischen übersetzt von Michael Kegler. TFM-Verlag, Frankfurt a. M. 2009. 103 S., Fr. 21.–.

Lusophonie in L&Poe:

2002    Apr    #    Der Tagesspiegel interviewt
2008    Mai    #97.    Die vererbte Sehnsucht – Saudade in Afrika
2008    Jul    #61.    9. poesiefestival berlin erfolgreich beendet
2009    Jun    #15.    Preis für Armenio Vieira

077. Vers-Rezepte

Einsortiert unter: Englisch, Großbritannien — Tags:, , — lyrikzeitung @ 02:33

Ian McMillan, John Mole und Peter Sansom schreiben Rezepte in Versen – Proben im Guardian vom 28.8.

29. August 2009

076. East Timorese Poets

Einsortiert unter: Osttimor, Portugiesisch — Tags:, , — lyrikzeitung @ 22:34

Global Voices Online (GVO): How did you have access to Timorese literature during the Indonesian times?

Abe Barreto Soares: During the Indonesian times, while doing my studies in Yogyakarta, I came across books on Timor-Leste such as “EasTimor: Nationalism and Colonialism” by Jill Jollife, a fellow journalist, from Australia. From this book I discovered the late Timorese  poet, Francisco Borja da Costa. One of the lines of his poetry appearing in the book: “smother my revolts/ with the point of your bayonet/ torture my body/in the chains of your empire/ subjugate my soul/ in the faith of your religion…/” really fired the sense of nationalism within me. And through the book “Funu: The Unfinished Saga of East Timor” by José Ramos-Horta (current President of the Republic of Timor-Leste) I discovered Fernando Sylvan.

Pedem-me um minuto de silencio pelos mortos mauberes.
Respondo que nem por um minuto me calarei.

Fernando Sylvan

They ask me one minute of silence for maubere deaths.
I answer that not for one minute shall I shut up.

Fernando Sylvan

(East Timor: Abe Barreto Soares’ Poetry for Nation Building)

/ Global Voices Online 28.8.

075. Ugandische Lyrikerinnen

Einsortiert unter: Englisch, Uganda — Tags: — lyrikzeitung @ 20:09

Über eine Plattform für ugandische Lyrikerinnen in Form eines Wettbewerbs berichtet die Zeitung The Monitor. Siegerin wurde Lillian Aujo mit dem Gedicht „Soft Tonight“.

074. Frühe persische Dichter

Einsortiert unter: Iran, Persisch — Tags:, , , , , , — lyrikzeitung @ 19:35

Bei iranian.com schreibt Manouchehr Saadat Noury über die ältesten persischen Dichter. Es beginnt beim Avesta, dem heiligen Buch der Zoroastrier. Die Kapitel 28-53 der Yasnas, der älteste Teil des Textes, enthalten die Gathas (Gedichte und Lieder), die einzigen erhaltenen direkten Zeugnisse der von Zarathustra gelehrten Religion. Es sind 17 von ihm geschriebene Hymnen, die von den Zoroastriern getreulich überliefert wurden. Zarathustras mündlich verbreitete Lehren wurden von Generation zu Generation überliefert und in der Sassanidenzeit in mittelpersischer Sprache (Pahlavi ) aufgezeichnet.
Während der Herrschaft der Sassaniden (226-642 uZ) standen Hofdichter oder -musiker wie Baarbod, Nakissa und Raamtin in hohem Ansehen. Baarbod, der berühmteste unter ihnen, soll ein musikalisches System aus sieben königlichen Tonarten, 30 sekundären Tonarten und 360 Melodien erfunden haben. Er schrieb viele Gedichte, von denen keines überliefert ist.
In der frühislamischen Zeit gibt es noch zahlreiche Verweise auf die Lieder von Baarbod und Nakisa, und es gibt Hinweise darauf, daß Baarbods Verse damals veröffentlicht wurden. Ende des 4. oder Anfang des 5. Jahrhunderts lebte Mujladi (oder Makhlidi) Gurgani (MDG). Eins seiner Gedichte bezeugt die Bedeutung der Poesie in der Sassanidenzeit:

Unter den Freuden der Welt
die von den Sassaniden und Samaniden auf uns kamen
Sind die Gedichte Rudakis zu Lob und Ruhm
Und die Lieder Baarbods und der Kanarienvögel.*

Der Verfasser weist auch darauf hin, daß die ersten Versuche, nach der arabischen Invasion die persische Sprache und Literatur wiederzubeleben, in Gedichten erfolgten.
(* of Baarbod and canaries, ??)

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