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Veröffentlicht am 29. August 2009 von lyrikzeitung
Alfred Margul-Sperber glaubte fest an die Besonderheit der Literatur der 1919 rumänisch gewordenen Bukowina mit ihrem selbstbewussten Deutsch sprechenden jüdischen Bevölkerungsanteil und die Notwendigkeit, deren zahlenmässig und qualitativ erstaunliches «Leben in Versen» (Moses Rosenkranz) an ein Publikum in Europa zu vermitteln. Sein Projekt einer Sammlung der mit der Bukowina verbundenen Lyrik blieb nicht zuletzt aus Gründen der brutal prosaischen historischen Entwicklung des Zweiten Weltkriegs und des Holocausts unrealisiert. Aber die spannende und üppig dokumentierte Publikation ihrer im Bukarester Literaturmuseum aufbewahrten Manuskripte versetzt uns späte Leser in die Lage, eine «<unsichtbare> deutsche Dichtung» zu entdecken, die einmal hätte Bedeutung haben können. Meist elegisch-romantische Gedichte von neben den Grossen Rose Ausländer und Paul Celan vielfach unbekannt gebliebenen Autorinnen (Tina Marbach, Salome Mischel, Lotte Jaslowitz) und Autoren (Hugo Maier, Ewald Ruprecht Korn, Josef I. Kruh) bereichern den postum differenzierter und intensiver erklingenden Chor der literarischen Stimmen des Buchenlandes. / mbr, NZZ 27.8.
Die Buche. Eine Anthologie deutschsprachiger Judendichtung aus der Bukowina. Zusammengestellt von Alfred Margul-Sperber. Aus dem Nachlass hg. von George Gutu, Peter Motzan und Stefan Sienerth. IKGS-Verlag, München 2009. 469 S., Fr. 46.90.
Kategorie: Deutsch, RumänienSchlagworte: Alfred Margul-Sperber, Anthologien, Bukowina, Jüdisch, Moses Rosenkranz, Paul Celan
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