Leibgarden
Männer schlachten einander; Krieger Kinder, Frauen nicht schonen.
Einundzwanzig Sippen flohen vor den Rebellen.
Nur ein Vater verlebte das Ende des engen Weges:
Der mußte seine zwei kleinen Mädchen opfern.
Melden gehorsamst: Auch Kaisers Garden sind Helden.
In ewigen Siegen bekriegen sie das eigene Volk,
Roher als Nordens tierische Horden.
Sieh die Wildwasser des Han, die Blutfluten, die roten!
Leibgarden durften am Ufer alle Männer ausmorden,
Tapfer zu lagern auf Weibern und Töchtern der Toten.
Deutsch von Albert Ehrenstein
Aus: Ich bin der unnütze Dichter, verloren in kranker Welt. Nachdichtungen aus dem Chinesischen von Albert Ehrenstein. Berlin: Friedenauer Presse 1984 (2. Aufl.. 1. 1970), S. 7.
Du Fu (Tu Fu, auch Du Shaoling oder Du Gongbu) lebte von 712 – 770.
To Edward Dahlberg
Don´t use the telephone.
People are never ready to answer it.
Use poetry.
1970
An Edward Dahlberg
Nimm nich das Telefon.
Die Leute antworten doch nich.
Nimm Gedichte.
Aus: Jack Kerouac, Scattered Poems. San Francisco: City Lights Books, 1990 (11. Auflage. 1. 1970), S. 55.
© (Für Auswahl und Nachdichtung) Michael Gratz 2000.
„Marie Luise Kaschnitz sagte den einen Satz: Ingeborg Bachmann ist ein Mythos“. Lakonische Kollegialität ist ihre Stärke. Meckel liest ihr ein Gedicht vor. Sie kommentiert mit einer Frage: „Warum dieses Gedicht?“ Er wolle, rechtfertigte sich der jüngere Poet, mit Sprache eine Landschaft „erschaffen, die es bisher nicht gab“. / Helmut Weidhase, Südkurier 18.2.
Christoph Meckel: „Wohl denen die gelebt“. Erinnerungen an Marie Luise Kaschnitz. Mit Grafiken des Autors. Libelle-Verlag, Lengwil. 64 S., 16,90 Euro
Christoph Meckel: „Nachtsaison“. Erzählungen. Hanser Verlag, München. 254 S., 19,90 Euro
«Um die Ungewissheit zu beenden: Ich werde heute nicht urteilen», sagte der Bundesrichter nach einer Anhörung in Manhattan. «Es gibt noch zu viel zu verarbeiten.»In dem Verfahren geht es um den Plan von Google, weltweit Millionen von Büchern einzulesen und ins Internet zu stellen. Ursprünglich hatte der Konzern Bücher aus der ganzen Welt ohne besondere Absprache mit den Verlagen und Autoren digitalisieren wollen. Weiteres hier
im Alter von 73 Jahren ist die amerikanische Lyrikerin Lucille Clifton. 2001 gewann sie den National Book Award für ihren Band „Blessing the Boats: New and Selected Poems, 1988-2000“. 2007 war sie die erste schwarze Frau, die den Ruth Lilly Poetry Prize ($100,000) gewann. Sie veröffentlichte 11 Gedichtbände und über 20 Kinderbücher. 1979-1985 war sie Poet laureate des Bundesstaates Maryland. / Tulsa World 18.2.
In L&Poe:
2002 Sep # Susan Stamberg talks
2004 Nov #63. Symposion
2006 Mai #94. Geisterbegegnungen
2007 Mai #44. Ruth Lilly Poetry Prize
2008 Apr #133. GARY SNYDER WINS 2008 RUTH LILLY POETRY PRIZE
2009 Apr #71. Fanny Howe and Ange Mlinko Receive Major Literary Awards
2009 Apr #109. Hohe Auszeichnung für Linda Gregg
(alle im Archiv nachlesbar – einfach Jahr, Monat, Nummer aufsuchen)
In Michael Brauns DLF-Lyrikkalender am 18.2. das Gedicht „a wird eintreten“ von Oskar Pastior zum Lesen und Hören.
Begehren ist besser als Natur. Die Naturschönheit ist immer tautologisch (schön ist, was schön aussieht). Deshalb ist sie an sich auch so langweilig. Und muß mit anderem aufgeladen werden. Mit Mystik und Lyrik zum Beispiel. Der Honig, der in Vergils Text vom Himmel fällt und von Bienen lediglich gesammelt wird, ist viel schöner als der Honig, der von den Bienen ganz natürlich produziert und von Imkern kultiviert wird, allerdings auch weniger nahrhaft. / Peer Schmidt, junge Welt 18.10., über den Berlinalefilm »Bal« (Honig) (BRD/Türkei 2010) von Semih Kaplanoglu.
„La Guerra – Der Krieg“ ist der letzte Band der Werkausgabe des 1939 verstorbenen spanischen Nationaldichters Antonio Machado. Die Texte, die vor dem Hintergrund des Spanischen Bürgerkriegs entstanden, zeugen von seiner wachsenden Desillusionierung.
„Ich denk an Spanien, das ganz verkaufte,/von Fluß zu Fluß, von Berg zu Berg, von Meer zu Meer.“ dichtet Antonio Machado im Februar 1937 in Valencia, wohin er, aus Madrid kommend und der republikanischen Regierung folgend, vor den vorrückenden Truppen des Putsch-Generals Franco geflüchtet ist. …
Letzte Gedichte, darunter das auf die Ermordung Federico García Lorcas hin entstandene „Das Verbrechen geschah in Granada“, und Essays, Berichte und Bekenntnisse, einen Dramentext und Reflexionen von Machados „apokrypher“ Kunstfigur Juan de Mairena versammelt dieser Band. / Gregor Ziolkowski, DLR 16.2.
Antonio Machado: La Guerra – Der Krieg
Schriften aus den Jahren des Spanischen Bürgerkriegs
Herausgegeben und aus dem Spanischen übertragen von Fritz Vogelgsang
Ammann Verlag, Zürich 2010
320 Seiten, 34,95 Euro
ICH WERDE MÜDE, WEIL ICH NICHT MEHR DREIZEHN BIN,
Zu keinem Großkonzern gehör, zu keiner Schule,
Mich fickend, pissend, scheissend in den Medien suhle,
Gewalt und Sex kopiere, Angepasstheit hin
Und Ausgelaugtheit her, es gibt Genieoasen
In jedem Zeitungswinkel, in den Talk Show Soaps,
Mit siebzehn hätt ich alles hinter mir, des Lobs
Nun voll, liess ich mir von den Jurys einen blasen,
Wie kann man diese Brühe sich nur einverleiben,
Es gäb kein Land, in dem ich lieber draussen läge,
Die Ostsee und der rauhe Wind, die ganze Scheisse.
In Sachsen lohnt es sich, noch länger wach zu bleiben,
Für meinen eigenen Tod wär ich wohl viel zu träge,
Ich seh den Güterzügen zu und werde weise.
/ Thomas Kunst, Leipzig
Polen 2
Und als sie mich, trotz allem, zu ihrem Dichter
erklärten.
Und als ich, statt den ironischen, bitteren
Augenblick abzuwarten
und triumphierend zu leugnen, in diesem
ordinären Licht stand und blinzelte.
Und als
(das sage ich nicht, aber das gibt’s,
das gibt’s!)
Aus: Jahrbuch der Lyrik 2001. Hg. von Christoph Buchwald und Ludwig Harig. München: C.H. Beck 2000, S. 103. Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall
Englische Nachdichtungen seiner Gedichte gibt es hier .
Unter diesem Titel erschien eine Auswahl aus dem Werk der arabischen Dichterin Khansa (Al-Khansa, Al-Khanza) (590-644*). Le Verdoyant schreibt:
Khansa gehörte zur Generation des Propheten Mohammed, der ihre Verse schätzte. Ihre Gedichte erregten die Bewunderung ihrer Zeitgenossen, aber auch den Enthusiasmus von Dichtern nachfolgender Generationen. Sie war die fruchtbarste Autorin der archaischen Epoche – über tausend Gedichte werden ihr zugeschrieben. Nach einer Begegnung mit Mohammed trat sie zum Islam über.
Moi, poète et femme d’Arabie
KHANSÂ Al-H̠ansā‘ (en arabe: الخَنْساء)
Sindbad
Anissa Boumediène (Traducteur)
ANNIE ANISSA EL-MANSALI (Traducteur)
Einige Proben in:
“Die Flügel meines schweren Herzens. Lyrik arabischer Dichterinnen vom 5. Jahrhundert bis heute” (Manesse 2008)
* Andere Quellen sagen: 575-646
Das Verschwinden der Poesie aus den Zeitungen beklagen David Vajda und Tobias Heitzer, das Vermodern von Gedichten auf Blogs ist ihnen zuwider. „Das Wort an sich zählt“, sagt Letzterer. Gedichte müssen vorgetragen werden, finden sie. Sie sind auf der Suche nach einer zeitgenössischen Präsentationsform für das am schwersten zu vermittelnde literarische Genre: die Lyrik. Dabei denken die beiden Studenten nicht an klassische Lesungen, etwa in Buchläden – etwas höher muss der Glamourfaktor schon sein.
Sie haben keinen Verlag gegründet, über den sie Liebhabereditionen ihrer Werke herausgeben, sondern ein Poesielabel mit dem Namen „Perplex“. „Wir wollen eine Plattform für Junglyriker sein“, sagt Tobias. Im Dezember 2008 kam ihm und Vajda die Idee, mit der sie mit einer Lesung im Dezember 2009 an die Öffentlichkeit traten. / zeitjung.de
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