Kategorie: Französisch

47. Ausgezeichnet

Der Québécker Lyriker haïtianischer Herkunft Anthony Phelps wird  für sein Buch «Femme Amérique» (Mujer America) mit dem mexikanisch-quebeckianischen Lyrikpreis «Gatien Lapointe – Jaime Sabine» ausgezeichnet. Phelps war in Haiti unter dem Dikatator  François Duvalier (1957-1971) in Haft, emigrierte dann nach Kanada und hielt sich… Continue Reading „47. Ausgezeichnet“

42. Die Nicht-Poesie der Nicht-Poeten

Im Mai 2013 veröffentlichte ich in der Tageszeitung Libération einen Artikel mit dem Titel « Die Nicht-Poesie der Nicht-Poeten ». Er verursachte Aufschreie, brachte mir Sympathien ein und gebar Fehlinterpretationen. Es handelte sich um einen Artikel mit exoterischen Zielen: Er nahm sich vor, die breite… Continue Reading „42. Die Nicht-Poesie der Nicht-Poeten“

71. poesie[magazin]

Diesmal im Studio die Münchner Dichterin und Dozentin Andrea Heuser mit neuen Gedichten. Außerdem am Telefon live zugeschaltet zwei Lyriker aus Berlin: Georg Leß liest aus seinem Band „Schlachtgewicht“. Lutz Steinbrück gibt einen Einblick in seine Dichtung und präsentiert einen Song seiner Band Neustadt… Continue Reading „71. poesie[magazin]“

42. Fenouil

Finule ist auch Bestandteil des Nine Herbs Charm, eines im 10. Jahrhundert in den altenglischen Lacnunga-Manuskripten festgehaltenen Kräuterzaubers gegen Vergiftungen und Infektionen. In Antike und Mittelalter wird der Fenchel oft mit Klarsicht (und also wieder mit Konzentration) in Verbindung gebracht und gegen Augenleiden eingesetzt.… Continue Reading „42. Fenouil“

40. Nadja

Lange neigte man dazu, die Figur der Nadja in André Bretons gleichnamigem Roman, den Karlheinz Bohrer einmal zur «Basisschrift der klassischen Moderne» erklärt hat, für eine surrealistische Kunstfigur zu halten, die von der Begegnung mit einer realen Frau stark angeregt war. Ihre Erscheinung –… Continue Reading „40. Nadja“

5. Verweigerter Reim

Es ist nicht sein erster Gedichtband, sondern sein fünfter. Aber «Gestalt des letzten Ufers» war der erste Band, nachdem der verlorene Sohn Michel Houellebecq vom irischen Exil ins französische Vaterland zurückgekehrt war. Also feierte die französische Presse ihn als einen Geläuterten. «Negation der Negation»… Continue Reading „5. Verweigerter Reim“

60. Bonnefoy

Der mittlerweile über neunzigjährige Yves Bonnefoy legt noch einmal einen Textband vor, mit dem er seinen Rang als einer der wichtigsten französischen Lyriker der Gegenwart behauptet. Verschiedene Formen erprobt er in «Die lange Ankerkette»: Sonette, lyrische Notate, narrative Texte; ihm ist um die Aufhebung… Continue Reading „60. Bonnefoy“

53. Edmond Dune (1914-1988)

Der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Darüber grübelte Edmond Dune (1914-1988) sein ganzes Leben lang. Der 100. Geburtstag des luxemburgischen Schriftstellers verstrich im März unbemerkt. Allerdings sind die Dinge in den letzten Jahren in Bewegung gekommen. Dies vor allem weil die Tochter des… Continue Reading „53. Edmond Dune (1914-1988)“

89. Dauer des Lebens

Aus einem Übersetzungsspiel, das mit Hölderlin und Tobias Roth zu tun hat. Mehr bei Textkette Spielweise. Toi aussi tu visais haut, mais l’amour nous courbeTous de force, nous plie tous la douleur plus forte,Et pourtant notre arc ne revient pasA son point de départ… Continue Reading „89. Dauer des Lebens“

2. Spezialist für Düsteres

„Ich habe kein Innenleben mehr,/Keine Leidenschaft, keine Wärme“, schreibt Michel Houellebecq in seinem neuen Lyrikband. Das Buch, im letzten Jahr in Frankreich und jetzt auch bei uns erschienen, ist in fünf Kapitel unterteilt und trägt den melancholischen Titel „Gestalt des letzten Ufers“. In Frankreich… Continue Reading „2. Spezialist für Düsteres“

71. Es ist Rimbaud

Eine biometrische Analyse beweist, daß auf dem berühmten 2008 aufgefundenen Foto tatsächlich Arthur Rimbaud zu sehen ist.  Kein Rimbaldist hat das Rätsel gelöst, sondern ein Forscher vom Labor für anatomische Anthropologie und Paläontologie an der Claude-Bernard-Universität Lyon, Brice Poreau. Für ihn, aller Wahrscheinlichkeit nach,… Continue Reading „71. Es ist Rimbaud“

65. Es geht um Sex

Einig ist man sich in Frankreich, dass die rund 70 Gedichte ganz Houellebecqs negatives Bild des Universums widerspiegeln. Die poetischen Qualitäten werden überraschend wenig diskutiert, obwohl der Dichter fleißig gereimt hat. Hier nun erweist sich die größtenteils exzellente Übersetzung als ein echter Gewinn für… Continue Reading „65. Es geht um Sex“

11. Aufruf

Senegal. Der Dichter Amadou Lamine Sall appelliert an die jungen Dichter seines Landes, die Nationalsprachen zu benutzen anstatt sich zwanghaft auf Französisch auszudrücken. „Ich sage den jungen Dichtern, daß sie nicht verpflichtet sind, auf Französisch zu schreiben, vor allem wenn sie die Sprache nicht… Continue Reading „11. Aufruf“

117. Das Begehren schläft nur

Cixous: Die Menschen lesen immer weniger und wissen immer weniger. Sie besitzen keine Erinnerung und kehren der unmittelbaren Vergangenheit den Rücken. 15 Jahre sind für sie ein Jahrhundert! Sie verlieren, was wir erworben haben. „Armut“ existiert. Frankreich befindet sich in einem besonders erbärmlichen Zustand.… Continue Reading „117. Das Begehren schläft nur“

83. Verfilmt

Eine Gedichtverfilmung ohne Worte: Déjeuner du Matin – ein Gedicht von Jacques Prévert, Kurzfilm von Emmanuel Tenenbaum. Der Text auf Französisch und Englisch steht darunter. Déjeuner du matin