106. Die einfachsten Dinge

[Francis] Ponge geht es um die außermenschliche Wirklichkeit, die er möglichst präzise in den Blick zu nehmen versucht. In seiner Kurzprosa und Lyrik will er einem Ding, das belebt oder unbelebt sein kann, den ihm angemessenen Ausdruck verleihen: einer Zigarette oder einem Stück Seife, aber auch Pflanzen, Muscheln, Steinen oder den Meeresküsten.

„Bis dorthin, wo es den Grenzen naht, ist das Meer eine einfache Sache, die sich Woge um Woge wiederholt. Aber in der Natur werden die einfachsten Dinge nicht ohne große Förmlichkeiten, ohne viel Umstände zugänglich, die dichtesten nicht, ohne eine gewisse Abhobelung zu erfahren. Daher stürzt sich der Mensch, wohl auch aus Rachsucht gegenüber der Unermesslichkeit, die ihn anödet, vorschnell auf die Ränder oder die Einschnitte der großen Dinge und möchte sie definieren.“ / Maike Albath, DLF

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