Kategorie: Europa

Krisenzeiten sind Lyrikzeiten

Poesie als Performance hat Zugkraft. Dabei sah es fast so aus, als wäre die gute, alte Lyrik ein Auslaufmodell. Ein armes Ding. Elitär und so was von egal. Denn: Wer liest schon noch Gedichte? Ist Lyrik nur was für Ewiggestrige? Im Gegenteil. Selten war… Continue Reading „Krisenzeiten sind Lyrikzeiten“

Krisenzeiten sind Lyrikzeiten

Poesie als Performance hat Zugkraft. Dabei sah es fast so aus, als wäre die gute, alte Lyrik ein Auslaufmodell. Ein armes Ding. Elitär und so was von egal. Denn: Wer liest schon noch Gedichte? Ist Lyrik nur was für Ewiggestrige? Im Gegenteil. Selten war… Continue Reading „Krisenzeiten sind Lyrikzeiten“

Lyrik an Litfaßsäulen 3

Zum dritten Mal bringen die Literaturhäuser von sechs deutschen Großstädten und des österreichischen Salzburg auf originelle Weise Poesie unters Volk. Poetischer Wetterbericht gefällig? Bitte schön: „und was für eine sonne diesen morgen“. Das Gedicht, das so beginnt, klebt an Plakatwänden und Litfaßsäulen in Köln,… Continue Reading „Lyrik an Litfaßsäulen 3“

Der Anthologie

ist jüngst der Deutsche Hörbuchpreis in der Kategorie «Beste Innovation» zugesprochen worden. «In der jungen Geschichte des Mediums», heisst es in der Begründung der Jury, sei es «das im Verhältnis von Schrift und Klang innovativste und konsequenteste Hörbuch». / Martin Zingg, NZZ 2.7.03 Christian… Continue Reading „Der Anthologie“

Poesiefestival Berlin

Das Poesiefestival Berlin präsentiert vom 26. Juni bis zum 5. Juli 2003 zeitgenössische Dichtung in ihrer ganzen Vielfalt, als Wortkunst oder in der Symbiose mit Musik, Tanz und Performance. Über 100 Künstler/innen aus 13 Ländern sind zu Gast. Ob von hier oder anderswo –… Continue Reading „Poesiefestival Berlin“

Szymborska 80

Zum 80. Geburtstag der polnischen Lyrikerin Wislawa Szymborska schreibt Eva Krafczyk, Schaffhauser Nachrichten 1.7.03: Die Dichterin lebt zurückgezogen in Krakau. Sie legt grossen Wert auf ihre Privatsphäre und meidet den «Kulturzirkus». Ein Privatsekretär lehnt seit Jahren routinemässig Interviewwünsche und Einladungen zu Lesungen freundlich, aber… Continue Reading „Szymborska 80“

Hölderlin-Preis an Marcel Beyer

Der mit 10 000 Euro dotierte Hölderlin-Preis 2003 von Stadt und Universität Tübingen wird an Marcel Beyer verliehen. Die Auszeichnung für das epische und lyrische Gesamtwerk des 1965 im württembergischen Albstadt-Tailfingen geborenen und in Dresden lebenden Literaten wird am 21. Oktober überreicht. Am kommenden… Continue Reading „Hölderlin-Preis an Marcel Beyer“

Überblickbarer Text

Durch ihre Literarisierung verlor die Dichtung aber auch ihre Eindeutigkeit. Nicht nur weil, wie Plato bemängelte, alles Schriftliche offen interpretierbar war, da es bloss Worte, nicht aber Intonation, Mimik und Gestik zu registrieren vermochte, die bestimmten, wie etwas wirklich gemeint war. Nein: Zusätzlich zu… Continue Reading „Überblickbarer Text“

Literatenhochburg Krakau

«Vor mir Krakau im grauen Talgrund. / Schwalben tragen die Stadt auf langen Zöpfen / aus Luft. Krähen in schwarzen Pelerinen / behüten sie», heisst es in einem Gedicht von Adam Zagajewski. Zwanzig Jahre lang hat er einst in dieser Stadt gelebt – vor… Continue Reading „Literatenhochburg Krakau“

Klagenfurter Wettlesen

Beim Klagenfurter Wettlesen erhielt der in Prag geborene, in Deutschland lebende iranische Lyriker Farhad Showghi den 3sat-Preis. Die Walnußmaske, durch die ich mich träumend aß. Gedichte und Kurzprosa. Rospo Verlag 1998, Urs Engeler Editor (Vertrieb) Heimaten (mit A. Duden u. L. Seiler). Wallstein 2001… Continue Reading „Klagenfurter Wettlesen“

Dichter Hegel

Das Totalitätsdenken war die radikalste Abstraktion der konkreten Welt und zugleich die tiefste Verbeugung vor der Realität, die dem menschlichen Denken je möglich war. An einer Stelle schrieb Hegel: „grabe einen Toten aus und befrage die Made, die an seinem Fleische nagt: Was der… Continue Reading „Dichter Hegel“

Zuger Übersetzer-Stipendium

Am Sonntag wurden in Zug/ Schweiz neben dem Zuger Übersetzerpreis (Susanne Langes neue Don-Quijote-Übersetzung) zwei mit je 10’000 Franken dotierte Anerkennungspreise vergeben. Sie gingen an Ralph Dutli (russische Lyrik) und Karl-Ludwig Wetzig (isländische Literatur). Das Zuger Übersetzer-Stipendium ist der höchstdotierte Übersetzerpreis im deutschen Sprachraum.… Continue Reading „Zuger Übersetzer-Stipendium“

Kunst der Assoziation

Vor zwanzig Jahren, als Friederike Mayröcker noch gar nicht so alt war, schrieb sie in der halluzinatorischen Prosa des Bandes «Reise durch die Nacht» von ihrer Vermutung oder Hoffnung, «dass die Assoziationskraft mit zunehmendem Alter eher zu- als abnimmt». Jetzt, mit bald 80 Jahren,… Continue Reading „Kunst der Assoziation“

«Betonte Zeit»

Grünbeins Essays leben, ähnlich wie die Lyrik, die dem Autor früh Erfolg und Ruhm einbrachte, von der Genauigkeit der Wahrnehmung, von der Macht der Evokation und der Suggestion. Im Idealfall entstehen gedankliche Verdichtungen, die den Vergleich mit den Gedichten nicht zu scheuen brauchen. «Warum… Continue Reading „«Betonte Zeit»“

René Char und der Surrealismus

Diese Ausgabe macht dem deutschen Leser zum ersten Mal das surrealistische Frühwerk des französischen Dichters in seiner Gänze bekannt, das bisher nur in Einzelübersetzungen verfügbar war. Merkwürdig an der lesbaren Übersetzung ist nur, daß statt eines Übersetzers eine „Redaktion der Übersetzung“ genant wird, der… Continue Reading „René Char und der Surrealismus“