Kategorie: Europa

118. «Das Meer, das Meer»

«Ich lebte im Wasser» schrieb einst der französische Dichter Paul Valéry in einem seiner Gedichte über Sète. Ein Blick vom Mont St. Clair genügt, um die Bedeutung seiner Worte vollständig zu erfassen: Sète ist umringt vom Meer und dem «Étang de Thau», einem Binnenmeer,… Continue Reading „118. «Das Meer, das Meer»“

117. „Gott behütet/ die Dichter nicht“

Die suggestive Lakonie seiner Erzählungen und Gedichte kommt damit auch den Essays zugute – in keiner Zeile wird geeifert oder geschwätzt. Denn niemals verbirgt der von ostdeutscher Landschaft so fundamental geprägte Autor die Brüche – und nicht die Notwendigkeit, mitunter eben solche Brüche herbeizuführen.… Continue Reading „117. „Gott behütet/ die Dichter nicht““

116. Der Dichter und sein Schatten in Greifswald

Pommern ist von fast allem (nur nicht der Ostsee) sehr weit weg. (Das gilt in Deutschland genau wie in Polen). Diese Woche aber hat der An- und Umwohner Greifswalds einen klaren Standortvorteil. Von Mittwoch bis Sonnabend findet eine internationale Fachtagung statt zum Thema: Der… Continue Reading „116. Der Dichter und sein Schatten in Greifswald“

115. „Freier und frecher“

Zwei Antworten von Ulla Hahn: „Mein Geliebter ist die Lyrik und verheiratet bin ich mit der Prosa. Gedichte sind einfach etwas Wunderschönes.“ „Es war für mich selbst überraschend, wie lässig meine Gedichte geworden sind. Sie sind freier und frecher. Dieser Abbau von Ängsten durch… Continue Reading „115. „Freier und frecher““

114. Das Geheimnis knacken

Aus einem Gespräch der Berliner Zeitung mit Kathrin Schmidt: Hat sich ihr Schreiben verändert? Vielleicht bei den Gedichten? Gedichte konnte ich fünf Jahre lang gar nicht schreiben. Mir fehlte einfach die dritte Dimension, oder ich habe das Geheimnis nicht mehr entdeckt. Bei einer Lesung… Continue Reading „114. Das Geheimnis knacken“

113. Gestorben

Der chilenische Dichter Gonzalo Rojas starb im Alter von 93 Jahren in Santiago. Rojas erhielt 2003 den Cervantes-Preis. / Libération 26.4. Bei Wikipedia Von 1973 bis 1975 flüchtete er vor dem Pinochet-Regime in die damalige DDR, wo sein Gedicht “Domizil an der Ostsee” entstand.… Continue Reading „113. Gestorben“

112. Zöpfl vs. Leitner

Literarischer Komödienstadl oder ein Biotop bayerischer Schriftstellerei? Bei den Münchner Turmschreibern finden sich ganz unterschiedliche Autoren. Wolfgang Görl berichtet in der SZ vom 19.4.: In den ersten Jahren waren die Turmschreiber ein kleiner privater Kreis, dessen Mitglieder mehr oder weniger im eigenen Saft schmorten. Das… Continue Reading „112. Zöpfl vs. Leitner“

110. Sephardische und jiddische Musik

Zum siebten Mal veranstalten Caroline von Bismarck und Eliah Sakakushev ein Internationales Kammermusikfestival im Schloss Wonfurt. Unter dem Titel „Jüdische Feste und Weisen“ präsentiert das Paar vom 23. Juni bis 3. Juli sephardische Musik und Lyrik des Mittelalters, hochkarätige Kammermusik des frühen 20. Jahrhunderts,… Continue Reading „110. Sephardische und jiddische Musik“

109. Duft der Gedichte

Neben einigen wunderbaren Liedeinlagen in seinen Symphonien ist Mahler vor allem mit seinen Liederzyklen nach Gedichten aus Arnim und Brentanos „Des Knaben Wunderhorn“ berühmt und beliebt geworden. Der Zyklus der „Lieder eines fahrenden Gesellen“ sagt natürlich schon in seinem Titel, dass auch er seinen… Continue Reading „109. Duft der Gedichte“

106. Herrliches, herrliches Deutsch!

Schließlich das Wichtigste. Brotarbeit hin oder her, Voßens Sprache ist eine Entdeckung, ein orientalisches Fest. Es gibt kaum einen Satz in diesem Buch, in dem nicht eine sprachliche Wendung entzückt. Herrliches, herrliches Deutsch! Frisch wie der Morgentau, gelenkig wie die Favoritin des Sultans, melodiös… Continue Reading „106. Herrliches, herrliches Deutsch!“

105. Krutschonych, Erb & Co.

Textfassung eines Rundfunkbeitrags von Michael Gratz, der am 15.4. in der Literatursendung Plattform auf Radio 98,1 gesendet wurde Die Buchmesse in Leipzig hat sich nach anfänglichen Unsicherheiten gehalten neben der in Frankfurt. Als Besonderheit der Leipziger Messe, die geschäftlich ja eher die kleine Schwester… Continue Reading „105. Krutschonych, Erb & Co.“

104. Vor 125 Jahren wurde Kurt Pinthus geboren

Ruhm auf einen Schlag erntete Kurt Pinthus 1919 für die Herausgabe der Anthologie „Menschheitsdämmerung“. Zwanzigtausend Exemplare der Sammlung expressionistischer Lyrik verkauften sich binnen zwei Jahren. Bis heute genießt das Opus, in dem sich die „schäumende, chaotische, berstende Totalität“ einer Ära bricht, den Ruf eines… Continue Reading „104. Vor 125 Jahren wurde Kurt Pinthus geboren“

103. Tomas Tranströmer 80

Der letzte Band Gedichte, den Tomas Tranströmer veröffentlichte, erschien auf Schwedisch im Jahr 2004 und enthält ausschließlich Haikus: ‚Großer und langsamer Wind / Aus der Bibliothek des Meeres. / Hier darf ich ruhen.‘ Das ist schlicht, dunkel und doch von großer Evidenz. Man stellt… Continue Reading „103. Tomas Tranströmer 80“

101. Stimmts?

Seine ersten Gedichte veröffentlichte er in expressionistischen Periodika. 1912 erregte er großes Aufsehen bei Publikum und Kritik durch seinen provokanten Lyrik-Zyklus „Morgue und andere Gedichte“, der ihn zu einer kontrovers diskutierten Berühmtheit machte. / Radio Bremen, Bennabend

100. „dass wir immer weiter graben“

Der schottische Autor John Burnside, in Großbritannien seit langem als eine der wichtigsten Stimmen der Gegenwartsliteratur etabliert, ist durch Romane wie „Die Spur des Teufels“ oder „Glister“ in den letzten Jahren endlich auch bei uns als der Erzähler von Weltrang, der er ist, bekannt… Continue Reading „100. „dass wir immer weiter graben““