Kategorie: Österreich

35. Bernhard spricht

In der F.A.Z.-Hörprobe bisher: Brecht, Artmann, Ausländer, Benn, Hesse, Sachs und nun Bernhard. „Kurios“? Nunja. Jedenfalls hörenswert. Über hundert der wichtigsten deutschen Dichterinnen und Dichter aus den letzten hundert Jahren werden in der Edition „Lyrikstimmen“ in Originalaufnahmen zusammengeführt und von ihren Verfassern, je nach… Continue Reading „35. Bernhard spricht“

30. Michael Krüger fragt

Michael Krüger, Chef des Hanser Verlags, fragt: „Warum traut man jeder noch so langweiligen Prosa mehr zu als einem Gedicht, das oft in zehn kurzen Zeilen für eine Sekunde den Himmel aufreißt?“ Er fragt: „Ist unsere Welt so prosaisch geworden, so auf die Aussage… Continue Reading „30. Michael Krüger fragt“

20. „dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif“

Erst im März ist mit „Scardanelli“ der jüngste Gedichtband von Friederike Mayröcker erschienen, und schon gibt es einen neuen. Ganz so neu ist der Inhalt des soeben bei Suhrkamp herausgekommenen Bandes „dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif“ allerdings großteils nicht, ist er doch die… Continue Reading „20. „dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif““

18. „Der Schriftsteller als Rumäniendeutscher“

Wer vom Rand einer Kultur in ihr Zentrum zieht, sieht sich von Paradoxien umgeben. Normalität wird ihm nicht gewährt. Richard Wagner wurde 1952 im rumänischen Banat geboren. Nach Repressalien unter dem Ceausescu-Regime kam er zusammen mit seiner damaligen Ehefrau Herta Müller 1987 in die… Continue Reading „18. „Der Schriftsteller als Rumäniendeutscher““

13. Wortvoyeure

Michael Donhauser, der am 4. November mit dem Georg-Trakl-Preis für Lyrik in Salzburg ausgezeichnet werden wird, wurde am 27. Oktober 1956 als österreichischer Staatsbürger im Liechtensteiner Vaduz geboren und lebt heute in Wien. … „Michael Donhausers Gedichte ruhen als archaischer Fels in der Poesielandschaft,… Continue Reading „13. Wortvoyeure“

2. „habe 1 punktuelle / Sprache erfunden“

„Meine Ärztin sagt“, so schreibt Friederike Mayröcker, „essen Sie ein Gedicht“. „Ich weisz nicht“, antwortet die Dichterin, „wie man es kocht“. Stefanie Kolowratnik-Seniow heißt die Ärztin, und sie ist nicht die Einzige, der Gedichte gewidmet werden, auch nicht die Einzige mit sperrigem Doppelnamen. Manchmal… Continue Reading „2. „habe 1 punktuelle / Sprache erfunden““

170. Rilke-Briefe

Schreibblockade und Seelenqualen nach dem Kriegsdienst: In mehr als 50 Briefen an Dichterkollegin Hertha König offenbarte Rilke seine „verletztliche“ Seite. Die Texte aus den Jahren von 1914 bis 1921 sind nun erschienen. / Die Presse 29.10.

168. Gedanken eines Übersetzers

Das Interesse an Übersetzungen der Werke italienischer Autoren bei österreichischen Verlagen ist gering. Vor allem Lyrik hat keine Chance. Hat doch nicht einmal die von Österreichern verfasste Lyrik eine Chance, sich auf dem hiesigen Büchermarkt zu behaupten. Veröffentlicht wird fremdsprachige Lyrik zumeist nur, wenn… Continue Reading „168. Gedanken eines Übersetzers“

167. Die Schweiz

Gynter Mödder, Bergheim/Erft            1942 Die Schweiz Ws st dr ntrschd zwschn dr Schwz nd dm Zntrlfrdhf vn Wn? D Schwz st dpplt s grß, br hlb s lstg. Gefunden in: Versnetze_zwei. Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart. Hg. v. Axel Kutsch. Weilerswist: Verlag Ralf Liebe 2009,… Continue Reading „167. Die Schweiz“

153. Taubenbriefe

Der Forscher J.J. Audubon schoss sie zu Hunderten und fixierte sie für seine Zeichenstudien auf Draht, der Bildhauer William Lishman führte sie im Leichtflugzeug von Ontario zu ihren Brutplätzen nach Virginia, und der Komponist Olivier Messiaen durchstreifte ihren Stimmen folgend die Landschaften der Welt:… Continue Reading „153. Taubenbriefe“

150. Wunde Dresden

Nach dem Tod Richard Leisings, Karl Mickels und dem Adolf Endlers vor wenigen Wochen lichten sich die Reihen jener ostdeutschen Dichtergeneration, die, um die Mitte der dreißiger Jahre geboren, und durch die Charismatik Brechts und Georg Maurers geprägt, als Sächsische Dichterschule Furore machten. Weltwissen… Continue Reading „150. Wunde Dresden“

145. Nahe der Neige

Die Gedichte von Michael Donhauser sind Grenzgänge, sie vertrauen sich nicht schlechthin einem lyrischen Sprechen an, sondern finden zu Formen, welche bald nahe der Prosa, bald nahe dem Gesang ein Sagen jenseits der Metapher suchen. Und der Abend, das Verlangen, zu bewahren all das… Continue Reading „145. Nahe der Neige“

143. Der deutsche Lyrikkalender 2010

Bei fixpoetry.com stellt Theo Breuer den Deutschen Lyrikkalender 2010 vor – 365 Gedichte auf 408 Seiten. Aus der Autorenliste: Willi ACHTEN • Urs ALLEMANN • Andreas ALTMANN • Klaus ANDERS • Friedrich ANI • Jochen ARLT • Wilhelm BARTSCH • Rudolph BAUER • Eva-Maria… Continue Reading „143. Der deutsche Lyrikkalender 2010“

133. Junge Literatur in Österreich

Überzeugend verknüpft Hanno Millesi (Jg. 1966) Momentaufnahmen aus dem Leben seines Erzählers mit dem Tod von Künstlern, die durch Unfälle starben oder freiwillig aus dem Leben schieden. Lisa Spalt setzt sich in ihrem spielerischen und gleichzeitig dichten Text Loop mit der „Poetik der Reproduktion“… Continue Reading „133. Junge Literatur in Österreich“

131. Qualtig

Pastiors sprachspielerische Gedichte sind keine Leselyrik. Ihr Sinn oder Unsinn erfüllt sich erst im Vortrag: Befreit von korsettierender Grammatik und Semantik und im Fluss von Wortmalereien, Silben- und Lautvertauschungen verliert sich mehr und mehr der Bedeutungsgehalt der Worte, werden Buchstaben zu reinem Klang. Das… Continue Reading „131. Qualtig“