Kategorie: Englisch

Der Zustand alleiniger Seligkeit

Mary Ruefle (Geboren 1952 in McKeesport / Pennsylvania) Der Zustand alleiniger Seligkeit In diesem Zimmer sahen wir nackt aus. Ohne eine Theorie, drei Eier in einer Schale. Stück für Stück gaben wir die Hoffnung auf, je verstanden zu werden. Wir gaben ein großes Leuchten… Continue Reading „Der Zustand alleiniger Seligkeit“

Mit dem Fahrstuhl in den Himmel

Anne Sexton (* 9. November 1928 in Newton, Massachusetts; † 4. Oktober 1974 in Weston, Massachusetts) Mit dem Fahrstuhl in den Himmel Wie der Feuerwehrmann sagte: Nehmen Sie kein Hotelzimmer in New York das höher liegt als im fünften Stock. Sie haben zwar längere… Continue Reading „Mit dem Fahrstuhl in den Himmel“

N-Wort

Vor einiger Zeit las ich einen Tweet, ein offenbar nichtweißer Deutscher sprach seine weißen Freunde an: Niemals sollt ihr das N-Wort aussprechen. Auch nicht im Zitat. Freunde, die ich schätze, beeilten sich zu laiken. Als müssten sie dringend versichern, dass sie zu den Guten… Continue Reading „N-Wort“

He, Dichterlesungspublikum

Jack Kerouac (* 12. März 1922 in Lowell, Massachusetts; † 21. Oktober 1969 in Saint Petersburg, Florida) He, hör mal her, du Dichterlesungspublikum Wenn du nicht das Maul hältst Und der Posie zuhörst, Verstehste… werden wir einen Kerl am Eingang postieren, Der alle Posiehasser aussperrt Für alle Zeiten Und außerdem, falls du das Thema… Continue Reading „He, Dichterlesungspublikum“

Etcetera

Als Student in Rostock entdeckte ich in der Anglistik ganze zwei Bücher von e.e.cummings (so schrieb er sich), die mich in Bann schlugen. Ich verschlang den Romanbericht „The Enormous Room“, ich schrieb den einen Gedichtband, den sie hatten, mit der Schreibmaschine Marke Erika ab… Continue Reading „Etcetera“

Kammermusik

James Joyce (* 2. Februar 1882 in Rathgar, Dublin; † 13. Januar 1941 in Zürich, Schweiz) Chamber Music (1907) XXXV All day I hear the noise of waters   Making moan, Sad as the seabird is when going   Forth alone, He hears the… Continue Reading „Kammermusik“

Sonett geschrieben auf der Westminster-Brücke

Heute vor 220 Jahren schrieb William Wordsworth ein London-Gedicht. Sonett geschrieben auf der Westminster-Brücke 3. September 1802 Die Erde hat nichts Schöneres zu eigen Und stumpfen Sinns ist, wer vorübergeht, Bewegt nicht von des Bildes Majestät: Die Stadt, des Morgens Schönheit uns zu zeigen.… Continue Reading „Sonett geschrieben auf der Westminster-Brücke“

Jenseits – Diesseits – Beyond

Laura Riding Jackson (Geb. als Laura Reichenthal 16. Januar 1901 New York; † 2. September 1991 Wabasso) BEYOND Pain is impossible to describe Pain is the impossibility of describing Describing what is impossible to describe Which must be a thing beyond description Beyond description… Continue Reading „Jenseits – Diesseits – Beyond“

Natureingang

Wolfgang Hilbig (* 31. August 1941 in Meuselwitz; † 2. Juni 2007 in Berlin) Natureingang (frei nach Geoffrey Chaucer) Ach wenn April mit milden Schauern des Lebens dürre Adern bis zur Wurzel badet und Zephyrs süßer Atemhauch die Triebe all in Wald und Feld… Continue Reading „Natureingang“

Bedenke zu Beginn

Lorine Niedecker (* 12. Mai 1903, † 31. Dezember 1970) CONSIDER AT THE OUTSET: to be thin for thought or thick cream blossomy Many things are better flavored with bacon Sweet Life, My love: didn’t you ever try this delicacy – the marrow in… Continue Reading „Bedenke zu Beginn“

An seine spröde Geliebte

Von Andrew Marvell, dem berühmten Generationsgefährten der Sibylla Schwarz, heute eins seiner – im englischen Sprachraum! – bekanntesten Gedichte. Die deutsche Prosafassung ist auch nicht zu verachten, schließlich verfolgt das Gedicht eine verschachtelte aber stringente Rhetorik, von der die Anstrengungen deutscher Reimkunst nur ablenken.… Continue Reading „An seine spröde Geliebte“

England 1819

Noch einmal Percy Bysshe Shelley. England 1819 Ein König, alt, blind, irr, verachtet, nah am Tod – Prinzen, Abschaum der stumpfen Kaste, die Aus Dreckquell Dreck, treiben durch Straßenspott – Regierer, die nicht wissen, sehn, noch fühln Sondern wie Egel hängen an dem Land… Continue Reading „England 1819“

Aus: Der Maskenzug der Anarchie

Percy Bysshe Shelley (* 4. August 1792 in Field Place, Sussex; † 8. Juli 1822 im Meer bei Viareggio, Toskana) Der Maskenzug der Anarchie Geschrieben nach dem Blutbad zu Manchester 1 Einst in Italien, da ich schwer Im Schlafe lag, da kam vom Meer… Continue Reading „Aus: Der Maskenzug der Anarchie“

Ehrgeiziges Ziel

MARILYN DUCKWORTH Ehrgeiziges Ziel Ich habe genug von Exzessen Aufgeplustert wie Eiderdaunen im Delirium Wie Sahnetorten und wahre Liebe. Ja. Ich will auf Butter verzichten Und Liebesbriefe Ganz zu schweigen von Französisch Und der Pille. Meine Gespräche werden Wortkarg und präzise Meine Beine werden… Continue Reading „Ehrgeiziges Ziel“

hohl form

Yaak Karsunke (* 4. Juni 1934 in Berlin) hohl form »but the cup of white gold at Patara Helen’s breasts gave that« Ezra Pound vermutlich gab das weiße gold ihrer brust der schale zu patara gestalt & gab troja den tod (gab den griechen… Continue Reading „hohl form“