31. Rückblende Januar 2001

Am 1. Januar 2001, vor 10 Jahren, gab es die ersten regelmäßigen Nachrichten der Lyrikzeitung. Ich starte heute eine Reihe Rückblende. In der wird es die nächsten 120 Tage je eine von mir ausgewählte Nachricht aus jedem Monat L&Poe von 2001 bis 2010 geben. (Im Archiv, siehe rechter Rand, gibt es Sammelbeiträge aus den ersten Jahren. Das Einarbeiten dauert, aber es hat begonnen.)

Im Januar 2001 gab es u.a. Nachrichten über „Lutz Seilers ungeheure Gedichte“, über Paul Celan als „German-speaking Romanian Jew“, über „Slowenische Avantgarde. Srecko Kosovels «Integrale»“, „Huchel-Preis an Oskar Pastior“, die „Neuausgabe des „roten Pflastersteins“: Das surrealistische Gedicht.“ und „Erotische Liebesgedichte von Dieter Schlesak“. Thomas Kling lebte noch und schrieb über eine Barockrenaissance, und es gab den Nachruf auf Gregory Corso.

Eine Konstante von Anfang an war offenbar die Klage über das niedrige Lyrikniveau der „Zeit“. Hier die erste Rückblende:

Mager dagegen – wie stets spätestens seit der vorletzten Zeit-Reform – die Bilanz in den 16 Seiten „Zeit“-Feuilleton samt Literaturbeilage (Ausgabe 2/2001): 4 Gedichte statt einer Rezension von – Zeitleser ahnen es** – Robert Gernhardt auf der 16. (48.) Seite, die Kurzbesprechung einer Sammlung von Schüttelreimen Carl Amérys (42) – der Rest der Seite ist größtenteils mit Besprechungen von, immerhin, Dichterbiographien gefüllt: Eichendorff und Brentano mitsamt der Liebesgeschichte von Ricarda und Richard Huch; zwar Lyrik ist das auch nicht; kommen noch anderthalb Sätze zu einem Buch über Schillers Ballade vom verschleierten Bild zu Sais und ihre griechischen und ägyptischenHintergründe; als Zugabe unter 8 Fotos rauchender Dichter etwa 3 von Lyrikern (Jan Skácel, Arnold Stadler, Joseph Brodsky, 45). – Vielleicht noch die Werbung: Doktor Faustus oder Doktor Schiwago? 73 % aller ZEIT-Leser lesen mehrmals wöchentlich in einem Buch (36). Sollte es das Letztgenannte sein, könnten sie ja, wenn sie im Schluß des Buches herumlesen, auf die großartigen, wenn auch leider immer noch nicht adäquat übersetzten Gedichte von Boris Pasternak stoßen. Armes Deutschland der Dichter und Lenker.

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