Getagged: Tom de Toys
81. 14. Nahbellpreis 2013: THOMAS KUNST
“Eine mutige Entscheidung deshalb, weil ich fast zehn Jahre darauf warten musste, einen neuen Verleger für meine Gedichte zu finden, und weil meine Gedichte den falschen Zauber von Wissenschaftsschmeichelei und Bildungsdemonstration schon immer ignoriert haben. Was nicht alles in heutigen Gedichten so vorzukommen hat, wegen der permanenten Angst, eine angestrebte Weltläufigkeit zu verfehlen, alles, bis auf die unbefangene Eindringlichkeit der täglichen Verwunderung, in ihrer vertrauensenergischen Zuneigung gegenüber den Dingen und Menschen, die in diesem Land nicht die geringste Bewandtnis haben.”
8 NAHBELLPREISFRAGEN von Tom de Toys an Thomas Kunst: “WENN DIE GEWÖHNLICHSTEN DINGE IRRITIEREN” (INTERVIEW 2013 VIA FACEBOOK)
Das Interview wurde vom 12. bis zum 17.4. 2013 via facebook geführt. Seine Antworten sind so flüssig und authentisch wie seine wirklichkeitsverspielten Gedichte, die nur auf denjenigen “schwierig” wirken, der sich nicht traut, sie DIREKT zu interpretieren, ohne komplexe Hinterebenen aufspüren zu müssen, von denen natürlich trotzdem Unmengen vorhanden sind, aber das liegt wohl eher am naturell von Poesie im Allgemeinen: ihre Fähigkeit zu irritieren…
Auszug:
03.NAHBELLPREISFRAGE 13.4.2013:
hast du deine frühen gedichte damals jemandem gezeigt (gab es “verständnislose” reaktionen?) oder gar irgendwo veröffentlicht? oder waren sie “für die schublade” geschrieben? und gab es ein einschneidendes erlebnis, durch das du von celan “aufgetaut” bist? mit welchen dichtern fühlst du dich heute seelisch oder/und stilistisch verwandt?
03.NAHBELLPREISANTWORT 14.4.2013:
ich zeigte die ersten gedichte dem stralsunder dichter uwe lummitsch…er war es: der mich ermutigte: niemals mehr damit aufzuhören…das war so etwa 1982…ich war siebzehn…dann kämpfte ich so an die vier: fünf jahre mit celan: und um 1986 herum begann ich: die gedichte zu schreiben: zu denen ich auch heute noch stehen kann…die ablösung von celan kam schlagartig…durch die geburt meiner tochter charlie…1986…ich hatte sehnsucht nach mehr klarheit: nüchternheit und auch lakonie in gedichten…christoph meckel: thomas brasch: nicolas born: ulrich zieger…das waren die dichter: die mich von anfang an begleiteten…
parallel dazu immer auch viel franzosen: maurice blanchot: roland barthes: hervé guibert: emmanuel bove…ich freue mich im übrigen sehr über den diesjährigen nahbellpreis: mein lieber tom.
(…)
05.NAHBELLPREISFRAGE 15.4.2013:
wie ist es denn zu der “wertschätzung” von seiten der weiskopf-preisstifter gekommen? wurdest du von einem renommierten kollegen empfohlen, so daß sein wort genügend gewicht hatte? oder war es irgendeine andere form von “klüngel”, der du dich nicht entziehen konntest? und seitdem kein weiterer preis mehr? aber einige stipendien, die vermutlich eine “weisköpfische” nachwirkung sind, oder?
05.NAHBELLPREISANTWORT 15.4.2013:
in der weiskopf jury damals: peter geist : oskar pastior und paul wühr…es standen wohl erst ganz andere namen zur debatte…glück spielt oft eine große rolle…fuhr im letzten jahr nach etwa 20 jähriger bewerbung zum lyrikpreis nach meran…den hätte ich gern bekommen: hatte allerdings kein glück…meine letzten 4-5 lyrikbände sind preislos geblieben: darüber bin ich wirklich sehr erstaunt und auch wütend: es ist oft so: als existierte ich da draußen überhaupt nicht: feridun zaimoglu schrieb mal vor jahren in der faz über meine gedichte: “Wer wie er das schöne Gift gegen die Mickrigkeit reicht, wer wie er ein pathetisches und sehr melancholisches Verhältnis zum Leben hat, müsste – wenn es im Literaturbetrieb mit rechten Mitteln zuginge – mit Preisen überschüttet werden.” so etwas wird von den wenigsten gern zur kenntnis genommen…aber ich laß mich von alldem nicht entmutigen…über die stipendien in rom und venedig war ich sehr dankbar…wenn für meinen neuen gedichtband wieder kaum eine anerkennungsform in sicht ist: dann halte ich die gerechtigkeit für einen überholten konditionsausgleich und freue mich auf eine neue müdigkeit…darin bin ich jedenfalls norddeutsch geschult…diese sturheit treibt mir niemand aus…oft bin ich so verzweifelt: daß ich merkwürdige dinge von mir gebe: die größenwahnsinnig und traurig zu gleich sind: was die wahrnehmung gegenüber meinen texten anbelangt: jetzt schließe ich: bevor die betroffenheitsnötigung in die niedrigere spielklasse absteigt…
06.NAHBELLPREISFRAGE 15.4.2013:
ich denke, damit sprichst du vielen kollegen aus der seele, denn du bist ja nicht der einzige, dem es so ergeht bzw der sich so ungerecht behandelt fühlt. wenn alle, die ihre bände für wichtig halten, einen preis bekommen sollten, dann müssten wohl noch ein paar preise mehr erfunden werden, oder? es gibt doch weit mehr “gute” lyrik als preise, oder nicht? wie ist dein verhältnis zu anderen, derzeit aktiven lyrikern? pflegst du viele kontakte? oder bist du der zurückgezogene privatmensch? gibt es “ganz junge” autoren, die dich begeistern, die du als “dichter der zukunft” bezeichnen würdest, so wie lummitsch dich damals?
06.NAHBELLPREISANTWORT 16.4.2013:
die anzahl der lyrikpreise liegt bei über 700…ich finde: das ist völlig ausreichend: “sich wichtig finden” und “wichtig sein” sind zwei unterschiedliche dinge…die lesenswerten gedichte in deutschland halte ich für höchst überschaubar…also teile ich deine aussage: daß es mehr gute lyrik als preise gibt: nicht im geringsten…mit gedichten z.bsp. von ulrich koch: volker sielaff: nancy hünger: norbert lange: steffen popp und andré rudolph verbringe ich sehr gern meine zeit: unter den ganz jungen autoren sehe ich bislang keinen oder keine: die mit einer selbstbewußt ausgeprägten einzelsprache aufzutreten in der lage wären…(lautes aufbrausen der stimmen am rand…geschenkt)
ich war nie der auffassung: daß wir hier in deutschland in den letzten 10 bis 15 jahren über eine unverwechselbare: großartige: ideen- und sprachbesessene lyrik verfügen würden…immer zuviel gerede über zuwenig gedichte…bis auf wenige ausnahmen: sehr wenige…
44. Tacheles reden
Bedeutungsdifferenzierung ist unser Metier, denke ich oft, sogenannte Debatten belehren mich immer wieder eines Schlechteren. Was ist der Unterschied zwischen
1. Tacheles reden
2. Sagen was gesagt werden muß
3. Deutsch reden?
Ein anderes Thema, aber ebenso endlos: Über Tacheles reden. Auch in 11 Jahren Lyrikzeitung.
Tom de Toys schreibt:
habe erst jetzt auf youtube gesehen, daß das KUNSTHAUS TACHELES mal wieder geräumt wurde und so weiter…
falls meine 3 kritischen kommentare von heute morgen dazu wieder gelöscht werden sollten, hier sind sie – außerdem nochmals der link zu meinem essay über die geschichte des tacheles:
www.kultura-extra.de/extra/feull/tacheles.php
= “TACHELES REDEN ! VOM KAUFHAUS ZUM KUNSTHAUS UND ZURÜCK”
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http://www.youtube.com/watch?v=aSL6cRBqHhs
Tacheles Türen Öffnung 24.03.2012
rot war schon immer die farbe der diktatur und solange sich jemand in der ruine als freakkönig aufspielt, repräsentiert das tacheles NICHT den “freigeist”, der angeblich berlin zur kunststadt macht. eher künstliche sensation. kein ort zum atmen, visionen werden in brutalem, sehrspätpubertärem größenwahn erstickt. schade daß wowi nicht mitkriegt, wieviele nette künstler sich bereits an dem szeneterroristen die zähne ausbissen, sonst hätte er bestimmt mehr mut, die wahrheit ans licht zu bringen!
http://www.youtube.com/watch?v=_FrDZlf6TMY
Tacheles Berlin Räumung Festnahme – Die Polizei schützt die Kapitalisten NO GO!
echter szene-tourismus in allen lagern!! schade, daß der diktator des tacheles nicht festgenommen wurde, er huscht ja frei wie ein gespenst seiner selbst durchs bild, einsteins schatten! das ganze ist doch seit der legalisierung damals ein einziger slapstick: die guten sind gegangen (worden), und die bösen jungs spielen weiter in ihrem pseudosubversiven sandkasten und klauen sich gegenseitig ihre förmchen. KUNSTHAUS?? ich sag nur: KRANKENHAUS TACHELES!!! kultura-extra.de/extra/feull/tacheles.php
http://www.youtube.com/watch?v=FDEVrmjxoNE
Erfolg – Tacheles Berlin wehrt sich gegen Räumung
dem tachelesdiktator ging es noch nie um KUNST, er sagte schon damals, daß ER die künstler und die ateliers garnicht braucht. sie sind nur alibi für sein reich und spielen das nötige kleingeld ein! leider unterschlagen die medien den wahren sumpf im gebäude (auf sand gebaut und im szene-vakuum als kunstleiche gut erhalten) und melden nur “offiziöse” wahrheiten, so wie es eben üblich in regimen ist, die das volk ausbeuten… es können wohl jahrzehnte vergehen, ohne daß diktatoren gestürzt werden.
29. Neuropolitik Teil V: Das große STAUNEN ist das eine, das große FLUCHEN das andere!
G&GN-INSTITUT DÜSSELDORF 7.3.2012 / Wem die mystischen “Best of” von Tom de Toys gefallen, könnte jetzt einen kleinen Schock bekommen, wenn er die frisch online publizierte Ergänzung dazu liest: “D’DORF HELAAF” heißt das neue PDF-Machwerk zum kostenlosen Download und verspricht im Untertitel 13 Gedichte “zum Mond anheulen” aus den Jahren 1993 bis 2012. Darin finden sich “sorgfältig ausgewählte” Langgedichte von De Toys und seinen beiden Mitarbeitern Ärwin Ängstirn & Bruno Brachland, die man teilweise bereits aus anderen Bezügen kennt – und die alles andere als mystisch, esoterisch oder sonstwie beruhigend wirken… So wurde das “Wutgedicht” ÜBER-B-WERTUNG zum Beispiel von stan lafleur in den Akten der ehemaligen Rheinischen Brigade veröffentlicht und ÜBERSCHREI vom Tacheles-Künstler Tim Roelofs in seine Pariser Rauminstallation integriert. Den Auftakt macht das legendäre SocialBeat-inspirierte Poem INFLATION, das leider nur bruchstückhaft im Kultbuch “Von Acid nach Adlon und zurück” (Johannes Ullmaier, Ventil Verlag 2001, Neuauflage geplant!) vertreten ist, dafür aber als hochwertige Hörversion im G&GN-Institut heruntergeladen werden kann (unter www.NEURODADA.de). Krönendes Schlusslicht, oder sollte man besser “Schlußßlicht” sagen, da es im ganzen PDF vor lauter verbotenen scharfen ß nur so wimmelt, macht das topaktuelle Gedicht ÜBERHO(H)LUNG (PLERomACRON Teil 3), das bereits in der Lyrikzeitung in einem Kommentarfeld seine Erstveröffentlichung erfuhr!
KOSTENLOSER DOWNLOAD ALS PDF BEIM G&GN-INSTITUT @ www.HELAAF.de =
http://poemie.jimdo.com/fotos-bilder/definitiv-ddorf/sommerloch-3/
[oder hier: DDORF HELAAF 13 Gedichte 1993-2012 Poemie-Edition 7.3.12]
PINGPONG: 13.9.2010: 62. Neuropolitik Teil IV & EEE-Teil 8 =
http://lyrikzeitung.com/2010/09/13/62-neuropolitik-teil-iv-eee-teil-8-taugt-das-grose-staunen-als-lebensphilosophie-fur-das-23-jahrhundert/
16. 03. Transklinischer Ticker / Wie resistent ist Poesie als Gegengift gegen Die Müh(l)en des Alltags?
NEUES G&GN-INSTITUT 2012 (ELLER SÜDSATIRE) / E.O.Friedell (1898-1993) war kein allzu bekannter Dichter seiner Zeit. Sein Gedicht “WHEN THE MOON CAME DOWN TO EARTH” vom 20.7.1969 anläßlich der ersten bemannten Mondlandung wurde von Tom de Toys unter dem Titel “ODE(M) DER OFFENBAR(T)EN (MONDÄNES ERWACHEN)” zum 40-jährigen Jubiläum für die Lyrikzeitung übersetzt (siehe Ticker Nr.55 vom 20.7.09). Jetzt fand De Toys in der neuseeländischen Beat-Anthologie “HOW! FAR! RUNS! POETRY!” (antiquarische Originalausgabe von 1967 in der Edition “Five-In-No-Jeep”) ein Kurzgedicht von Friedell, das 3 Jahre früher entstand und dessen Poetologie auf den Punkt bringt. Die Versuchung einer Übersetzung war zu groß, um ihr zu widerstehen, aber das Stakkato der Reime erschwerte einen kongenialen Wortlaut. Das G&GN-Institut erwarb eine umfassende Lizenz für das englische Original, so daß es auf bunt bedruckten Tshirts (www.PoemToGo.de) der hauseigenen Trademark “Poemie” (www.PoemieXL.de) in Massenproduktion gehen kann. Hier für die Lyrikzeitung exklusiv BEIDE Versionen zum Vergleich (Kritik und Verbesserungsvorschläge der Übersetzung erwünscht!):
Ernest Otto Friedell, 3.3.1966 © POEMiE™
RESISTANT RESISTANCE
(A CUP OF POETRY TO RUN & BITE)
i like to share my thoughts
because they are no lords
in those i believe
shall be my teeth
to read some truth
standing on the roof
where stars are hit
i feel spirit
flowing in poetry
no rules to flee
no fools for tea
we run away
and bite the ray
of light in brains
to overcome
the normal pains
Übersetzung vom 4.3.2012 © POEMiE™
(translated by Tom de Toys)
RESISTENTES GEGENGIFT
(EINE TASSE DICHTUNG ZUM WEGÄTZEN)
ich teile meine gedanken gern
denn sie sind keine adligen herrn
nur jene denen ich glaube
und darum meinem gebiss erlaube
so einiges an wahrheit zu verstehen
während wir auf diesem dach stehen
wo sich die sterne berühren
kann ich das geistige spüren
wie es die dichtung durchzieht
dabei keinem regelwerk flieht
nur vor der teestunde von trotteln
rennen wir weg
und brennen den
lichtschweif ins gehirn
um die normalen
sorgen zu verliern
HINTERGRUNDRAUSCHEN:
http://lyrikzeitung.com/2009/07/20/55-mond-ane-zitate-zum-landungsjubilaum/
ORIGINALQUELLE DER LIZENSIERTEN DEUTSCHEN ERSTVERÖFFENTLICHUNG:
http://poemie.jimdo.com/pseudonyme/ernest-otto-friedell/resistant-resistance/
43. Mehr als ein gutes Dutzend. Lyrik 2011 (2)
Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift
Wird in den nächsten 5 Tagen in alphabetischer Folge ergänzt. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden. (Bitte erst unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen, hier also nur C – Ha. – Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)
- Odile Caradec: Le Ciel, Le Cœur / Der Himmel, das Herz. Französisch-deutsch. Übertragung von Rüdiger Fischer. Éditions En Fôret / Verlag Im Wald. 258 S.
- Daniil Charms: Werke in 4 Bänden. Hrsg. von Vladimir Glozer und Alexander Nitzberg. Galiani, Berlin 2011.
- Chirikure Chirikure: Aussicht auf eigene Schatten. Gedichte. Dreisprachige Ausgabe, deutsch-englisch-shona. Herausgeber: Indra Wussow, Übersetzung: Sylvia Geist. 120 Seiten, Format: 13.5 x 21 cm, gebunden, Hardcover, Fadenheftung, mit CD. Das Wunderhorn 2011.
- Seymour Chwast: Dantes Göttliche Komödie. Adaptiert und gezeichnet von Seymour Chwast. Aus dem Englischen von Reinhard Pietsch. München: Knesebeck 2011, 128 S.
- Karl Corino ∙ In Bebons Tal. Neue Bilder aus Bebenhausen, 136 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Klöpfer & Meyer, Tübingen 2011.
- Ann Cotten: Pflock in der Landschaft. EdK / Distillery, Berlin 2011 (Schock-Edition).
- Carl Cairo Cramer: Dorn, ohne Alpha und Omega. Esslingen: Civitas Imperii Verlag 2011.
- CRAUSS. lakritzvergiftung. Verlagshaus J. Frank Berlin. Quartheft 29 // Edition Polyphon. 179 Seiten
- H.D.: Denken und Schauen : Fragmente der Sappho. (roughbooks 016)
- Christoph Danne · finderlohn, 107 Seiten, Broschur, tauland-Verlag, Köln 2011.
- Dietmar Dath: Gott ruft zurück. Connewitzer Verlagsbuchhandlung. 55 Seiten
- Jan Decker: Der Abdecker, Essay, Prosa, Gedichte, Vorwort: Jürgen Brocan, Illustrationen: Wienke Treblin, FIXPOETRY.Verlag, Hamburg Dezember 2011.
- Dedović, Dragoslav [Hrsg.]: Ulaznica : Srbija: panorama pesništva 21. veka. – Eintrittskarte / Panorama der serbischen Lyrik im 21. Jahrhundert. Klagenfurt : Drava, 2011. 359 S. Texte von Nina Živančević, Zvonko Karanović, Danica Vukićević, Živorad Nedeljković, Dejan Ilić, Vojislav Karanović, Nenad Milošević, Rade Tanasijević, Marija Knežević, Saša Radojčić, Saša Jelenković, Dejana Nikolić, Oto Horvat, Srđan Valjarević, Petar Miloradović, Ana Ristović, Nenad Jovanović, Milena Marković, Miloš Živanović, Alen Bešić, Željko Mitić, Jasmina Topić, Enes Halilović, Petar Matović, Dragana Mladenović, Siniša Tucić, Marjan Čakarević, Ljiljana Jovanović und Maja Solar.
- Udo Degener (Hg.): Deine Dummheit ist nicht zu ertragen. Gedichte über böse Weiber. Von: Blum, Blumauer, Boie, Brockes, Cartheuser, Castelli, Ebersberger, Epple, Förg, Friedreich, Goekingk, Hartleben, Haug, Hengeler, Karsch, Koller, Küttner, Langbein, Lessing, Logau, Marx, Neukirch, Niedermayer, Opitz, Pfeffel, Presber, Rachel, Ratschky, Richey, Rosegger, Rückert, Saphir, Schubart, Thümmel, Tucholsky, Weckherlin, Wedekind, Zuckermandel (edition grillenfänger 25). 60 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
- Udo Degener (Hg.): Gorilla, Pavian, Madrill. Affengedichte von: Abschatz, Busch, Castelli, Fröhlich, Grillparzer, Hagedorn, Hartleben, Hebbel, Hey, Heym, Heyse, Hoffmann-Donner, Kaulbach, Klabund, Lessing, Lichtwer, Liliencron, Mertens, Michaelis, Müller, Nicolay, Niedermayer, Pfau, Pfeffel, Presber, Thoma, Trojan, Weisse, Weissmann, Zöllner (edition grillenfänger 21). 40 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
- Klaus Peter Dencker (Hrsg.): Morgenstund hat kurze Beine. Unsinnspoesie. Reclam Stuttgart 2011.
- Stefan Döring ∙ morgestern, 48 Seiten, geheftete Broschur, Verlag Peter Engstler, Ostheim/Rhön 2011.
- Anne Dorn ∙ Wetterleuchten, 79 Seiten, Nachwort von Jayne-Ann Igel, Hardcover mit Schutzumschlag, poetenladen Verlag, Leipzig 2011.
- Richard Dove · Straßenbahn, Hiroshima. Gedichte. Mit einem Nachwort von Pia-Elisabeth Leuschner. 300 Seiten, geb., Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
- Edit. Papier für neue Texte 56. Hg. vom Literaturverein Edit e.V., Leipzig. Gedichte von Jan Imgrund, Anke Bastrop, Rick Reuther, Kenah Cusanit, Mirko Wenig, Sonia A. Petner, Renate Rasp.
- Edit. Papier für neue Texte. Edit 57. Hg. vom Literaturverein Edit e.V., Leipzig. Gedichte von Konstantin Ames, Miron Bialoszewski, Georg Leß; Anagramme von Elfriede Czurda, Michael Lentz, Ferdinand Schmatz und Christian Steinbacher zu einem Gedicht von Carlfriedrich Claus.
- Sara Ehsan ∙ Deutschland Mon Amour, Gedichte, illustriert von Hannes Haus, Sujet Verlag 2011
- Joseph von Eichendorff · Und es schweifen leise Schauer. Die schönsten Gedichte, herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Karl-Heinz Ott, 127 Seiten, Hardcover, Hoffmann und Campe, Hamburg 2011.
- Erwin Einzinger: Die virtuelle Forelle. Jung & Jung. 143 Seiten
- Urs Engeler (Hg.): Zwischen den Zeilen. Eine Zeitschrift für Gedichte und ihre Poetik. Nr. 32, Januar 2011. Variations sérieuses – Neue Musik trifft neue Poesie. Ein Projekt der Sing-Akademie zu Berlin, hrsg. von Christian Filips. Mit Compact Disc. 117 S. Beiträge von Ann Cotten, Sebastian Elikowski-Winkler, Christian Filips, Mara Genschel, Christoph Herndler, Harald Muenz, Florian Neuner, Monika Rinck, Arne Sanders, Ulrich Schlotmann, Christian Steinbacher, Katia Tchemberdji, Asmus Trautsch.
- Urs Engeler (Hg.): Quarta Lingua Quadrophon – vier Miniaturen von Luzius Keller zu vier rätoromanischen Gedichten und deren Übersetzung ins Deutsche, Französische und Italienische. roughbook 017, Zürich und Solothurn, November 2011. Gedichte von Andri Peer, Luisa Famos, Vic Hendry. 62 S.
- Jürgen Engler (Hg.): So knallvergnügt: Hundert Gedichte über das Glück. 192 Seiten. Aufbau.
- Epidemie der Künste (Hg.): floppy myriapoda. Subkommando für die freie Assoziation, H. 18, 2011. Gedichte von Kai Pohl, Rex Joswig, Ernst Fuhrmann, Johannes Witek, Ernst-Jürgen Dreyer, Emmanuel Eni, Ronald Galenza, Clemens Schittko, Schwartz, Andreas Paul, HEL Toussaint, Niccolò Agnoli, Ralf S. Werder, Alex Galper, Jörg Burkhard, Siegfried Strauch; Kai Pohl über “Matthias” BAADER Holst, weitere Texte von Scheiffele, Paul Günter Krohn, Ann Cotten, Bertram Reinecke u.v.a. Beilage: lauter heiland 0. (zu einem Kommentar von Knofo, Texte von Alexander Krohn, Thomas Steiner, Tom de Toys u.a.).
- Herbert Fehmer · die welt braucht keine dachdecker. Gedichte. 88 Seiten, Klappenbroschur, Potsdam, udo degener verlag 2011.
- Joachim Feldmann ∙ Frank Lingnau u.a. (Hg.) · Am Erker. Zeitschrift für Literatur, 61. Ausgabe: Über Grenzen, Geschichten ∙ Gedichte ∙ Essays, u.a. mit Gedichten von Gernot Wolz und Johannes Witek, Essay von Martin Brinkmann über Matthias Baader Holst, 160 Seiten, Broschur, Daedalus Verlag, Münster 2011.
- Michael Fiedler ∙ Geometrie und Fertigteile, Nachwort von Jan Kuhlbrodt, 63 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, poetenladen Verlag, Leipzig 2011.
- Julietta Fix (Hg.) ∙ Brennpunkte. Lyrik aus der Schweiz, Gedichte von Irène Bourqin ∙ Brigitte Fuchs ∙ Svenja Herrmann ∙ Marianne Rieter ∙ Nathalie Schmid ∙ Elisabeth Wandeler-Deck, Illustrationen von Judith Sombray, 68 Seiten, Broschur, fixpoetry.Verlag, Hamburg 2011.
- Julietta Fix (Hg.) ∙ ein Bild von einem Gedicht, Bilder und Gedichte von Michael Arenz, ∙ Klara Beten, ∙ Jan Decker ∙ Peter Ettl ∙ Sabine Georg ∙ Herbert Hindringer ∙ Magdalena Jagelke ∙ Ulrich Koch ∙ Sünje Lewejohann ∙ Undine Materni ∙ Frank Norten ∙ Silke Peters ∙ Sophie Reyer ∙ Ulrike Almut Sandig ∙ Iris Thürmer ∙ Janin Wölke ∙ Michael Zoch, 116 Seiten, Broschur, Querformat, fixpoetry.Verlag, Hamburg 2011.
- Kurt Flasch: Warum hat Dante Odysseus in die tiefste Hölle verbannt? Münchner Reden zur Poesie. Herausgegeben von Ursula Haeusgen und Frieder von Ammon. Rede #9, gehalten am 19. Juli 2010 im Lyrik Kabinett. 23 Seiten.
- Kersten Flenter ∙ Die fetten Haare sind gewaschen, 52 Seiten, geheftete Broschur, Ariel-Verlag, Riedstadt 2011.
- Johannes CS Frank und Aurélie Maurin (Hgg.): Zeitkunst. Lyrik und Prosa. Zweisprachig: deutsch und französisch. Verlagshaus J. Frank Berlin. 240 Seiten.
- Angelica Freitas, rilke shake, gedichte, zweisprachig. aus dem brasilianischen portugiesisch von odile kennel, luxbooks 2011
- Hans-Joachim Gelberg (Hrsg.): Wo kommen die Worte her? Neue Gedichte für Kinder und Erwachsene. Verlag Beltz & Gelberg, Weinheim 2011. 262 S.
- Ali Ghazanfari · Falsche Züge, Gedichte, Engelsdorfer Verlag 2011
- Traugott Giesen (Herausgeber): Gedichtekalender Kleiner Bruder 2012. Beck. 25 Seiten.
- Tina Gintrowski · PENG. Lyrikstories und andere Gedichte, 86 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, poetenladen Verlag, Leipzig 2011.
- Peter Goßens (Hrsg.) · »So etwas wie eine Bukowiner Dichterschule«. Ernst Schönwieses Briefwechsel mit Dichtern aus der Bukowina (1947/1948). Vorwort von Peter Goßens (Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 57). 3 Abb., 64 Seiten, Klappenbrosch., Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
- Benoît Gréan: PSA 14 / Petite suite attique / Kleine attische Suite / Piccola suite attica (französisch, deutsch, griechisch, italienisch). Herausgegeben von G. H. H., hochroth Verlag 2011.
- Andrea Grewe, Hiltrud Herbst und Doris Mendlewitsch (Hgg.): Fliegende Wörter 2012. Postkartenkalender. Daedalus. 56 Seiten
- Durs Grünbein: Limbische Akte. Gedichte. Ausgewählt u. mit einem Nachwort von Norbert Hummelt. Stuttgart: Reclam 2011. 365 S.
- Gert Robert Grünert, „Flußschnellen“, Neun Gedichte und ihre Analyse, 128 Seiten, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2011.
- Oskar Gudmundsson: Snorri Sturluson. Homer des Nordens. Eine Biografie. Aus dem Isländischen von Regina Jucknies. Böhlau-Verlag, Köln 2011. 447 S., Fr. 35.50.
- Gumz, Alexander: Ausrücken mit Modellen. Kookbooks. 88 S.
- Egon Günther: unsortierte wahrnehmungen. gedichte und prosa. medien streu. Engstler Verlag, Ostheim/Rhön 2011, 72 S.
- Florian Günther: Ausgemistet. Gedichte 1989 – 2011. Taschenbuch, 336 S. Verlag Peter Engstler, Ostheim/Rhön 2011.
- Philipp Günzel, Simone Kornappel (Hg.): randnummer. literaturhefte 04, September 2011, 128 S. Gedichte von Dennis Büscher-Ulbrich, Kristoffer Patrick Cornils, Max Czollek, Nicolai Kobus, Jan Kuhlbrodt, Tristan Marquardt, Robert Monat, Stephan Reich, Monika Rinck, Tibor Schneider, Sabine Scho, Mathias Traxler, Michael Zoch, Dmitry Golynko, Birgit Kreipe.
- Aldona Gustas, Untoter. Corvinus Presse.
- Victor Hadwiger · Wenn unter uns ein Wandrer ist (edition grillenfänger 19). 28 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
- Matthias Hagedorn (Hg.) ∙ Rheintor Linz – Anno Domini 2011, 64 Seiten, Bilder ∙ Prosa ∙ Gedichte von Swantje Lichtenstein ∙ Peggy Neidel ∙ A. J. Weigoni ∙ Kurzessays über Stan Lafleur ∙ Swantje Lichtenstein ∙ Andreas Noga ∙ Francisca Ricinski ∙ A. J. Weigoni, Vorzugsausgabe mit einem Holzschnitt von Haimo Hieronymus, Hardcover, Edition Das Labor, Bad Mülheim 2011.
- František Halas, „Töt ich den Schatten der krächzt“, Gedichte, ausgewählt von Antonin Brousek, aus dem Tschechischen übertragen von Manfred Peter Hein, mit einem Essay von Ludvik Kundera, herausgegeben von Volker Demuth und Swantje Lichtenstein, Edition Poema im Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2011.
- Mehrzad Hamzelo · Rudolf Kraus · Gorji Marzban (Hrsg.) · Neun Gärten der Liebe. Zeitgenössische persische Liebesgedichte, Edition Roesner 2011
86. “Alles ziemlich peinlich”
… finde ich. Für diese Literaturszene und für floppy. Wenn sie das auch noch veröffentlichen, schießen sie sich selbst ins Knie. Hätte ich das nur vorher gelesen … Diese Sattheit, diese Unbedarftheit … sehr bezeichnend. Aber so sind hier die Leut’.
Gefunden in: lauter heiland nr. 0. Beilage von floppy myriapoda. Subkommando für die freie Assoziation. Heft 18, Oktober 2011 (Texte von Alexander Krohn, Rex Joswig, Ann Cotten, Ernst Fuhrmann, Clemens Schittko, Tom de Toys, HEL Toussaint, Kai Pohl, Arne Rautenberg u.v.a.)
31. bis der boden brot kotzt*
Mittwoch, 12.10.2011, 21 Uhr, Rumbalotte continua**:
floppy myriapoda – Subkommando für die freie Assoziation
Release Heft 18 zum Thema “Kinder, Küche, Knast”
Programm:
+ SARAHROTH will keine Kinder.
+ Kamil Majchrzak zerstört die Familie.
+ Clemens Schittko sagt “JA!” zum Nein.
+ Tom de Toys stiftet an zur Massenhysterie.
+ Bertram Reinecke toppt die Lebensmittelindutrie.
+ Die lebende Repetiermaschine Rex Joswig intoniert ein Gedicht von Kai Pohl.
+ Emmanuel Eni und Silvia Koerbl entdecken die Kochkünste des schwarzen Mannes in Europa.
Anschließend: Gepflegter Hangout mit DJ Caruso.
Eintritt frei.
+++
Heft 18 mit Beiträgen von (i. d. R. i. A.) Johann Heinrich, Tom Nisse, Kai Pohl, Anna Hoffmann, Rex Joswig, Scheiffele, Jonathan Pohl, Paul Günter Krohn, Emmanuel Eni, Julia Sohn-Nekrasov, Ann Cotten, Ernst Fuhrmann, Johannes Witek, SARAHROTH, Petra Coronato, Ernst-Jürgen Dreyer, Helmut Höge, Eberhard Loosch, Ronald Galenza, Anette Lang, Joachim Wendel, Clemens Schittko, Schwartz, HEL Toussaint, Ni Gudix, Martin Dakovic, Bernd Volkert, Andreas Paul, Kamil Majchrzak, Maria Zalinska, Niccolò Agnoli, Ralf S. Werder, Alex Galper, Andreas Hansen, Hans Horn, Jörg Burkhard, Siegfried Strauch, Arne Rautenberg, Robert Bosshard, Matthias Reichelt.
Sonderbeilage »lauter heiland« mit Beiträgen von (i. d. R. i. A.) Knobi, Alexander Krohn, Dagmar Schnürer, Capo D. Aster, Benedikt Maria Kramer, Ralf S. Werder, Alexander Heinich, Jörn Sack, Thomas Steiner, Otfried Rautenbach, Bernadette Grubner, »Matthias« BAADER Holst, Tom de Toys.
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* »bis der boden brot kotzt« ist eine Zeile aus dem Gedicht Heimat von Anna Hoffmann.
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** Rumbalotte continua, Metzer Str. 9, 10405 Berlin, www.rumbalotte-continua.de
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Den Flyer gibt es hier: http://www.floppymyriapoda.de
5. Nicanor Parras Metalyrik
Der Titel „Nicanor Parras metalyrische Gedichte als Kommentar zur ‚Weltsprache‘ einer Antipoesie“ eröffnet eine dreifache Fragestellung: zum Ersten ist da die Frage nach der Produktivität von Metalyrik für die Diskussion von Poetizitätskriterien. Zum Zweiten die Frage nach Eigenschaften einer Gedichtsprache in Abgrenzung zur Alltagssprache und zum Dritten die Frage nach einer Systematisierung von Verstößen gegen lyrische Konventionen. Dies soll vor dem Hintergrund Parras so genannter Antipoesie erörtert werden.
Parra wurde 1918 in Chile geboren. Mit seiner Gedichtsammlung „Poemas y antipoemas“ von 1954 gelang ihm der literarische Durchbruch. Für die chilenische Lyrik und die gesamte Literaturgeschichte Lateinamerikas ist diese Publikation ein markanter Einschnitt. Der Band ist in drei Sektionen unterteilt: die „Poemas“, die so genannten „Poemas de transición“ und die „Antipoemas“. Parra setzt sich mit seinen „Antipoemas“ von lyriktypischen Kompositionen ab, wie sie in jener Zeit in Chile verbreitet waren. Insbesondere Vicente Huidobro, Pablo de Rokha und Pablo Neruda sind Zielscheiben seiner Gedichte. In dem Gedicht „Manifiesto“ verflucht er diese drei als „kleinen Gott“, „Heilige Kuh“ und „wütenden Stier“. Auch Jorge Luis Borges bleibt in einem späteren „Antipoema“ von Seitenhieben nicht verschont. In Anspielung auf ein bekanntes, auf Englisch verfasstes Gedicht des magischen Realisten heißt es bei Parra: man solle doch bei Borges bleiben, er biete die Erinnerung an eine gelbe Rose, betrachtet bei der Dämmerung. / Nils Bernstein, literaturkritik.de
130. Das Tao der Poesie: FÜR ALIENS IST JEDER TAG IM UNIVERSUM ERSTER MAI
G&GN-INSTITUT NEUKÖLLE 30.4.2011 / Anläßlich des traditionellen Kulturfestes auf der Kreuzberger Oranienstraße am ersten Mai wurde die autorisierte Abschrift der spontan improvisierten Antiprosa “DAS TAO DER POESIE” von Tom de Toys (Live-Erfindung gemäß seiner “FreeWordJam”-Methode in Anlehnung an Kleists Theorie der “allmählichen Verfertigung der Gedanken”) als Gast von “Vier im roten Kreis” in der Berliner Schillingbar im neuen G&GN-Archiv bereitgestellt. Dem vollständigen 12-minütigen Videomitschnitt (mitsamt alkoholisierter Off-Kommentare) des N.A.N.-Mitglieds Felix Watt ist es zu verdanken, daß dieses satirische Stück Off-Weltliteratur, in dem das Bonmot “FÜR ALIENS IST JEDER TAG IM UNIVERSUM ERSTER MAI!” live on stage erfunden wurde, überhaupt existiert…
TEXTAUSZUG AUS “DAS TAO DER POESIE”:
“der fall des jungen mannes in friedrichshain ist aus zivilisatorischer sicht eine katastrophe größten ausmaßes. dieser mann hat sich mangels richtiger poesie suizidiert und konnte mangels richtiger poesie nicht mehr ins leben zurückgerufen werden. eine debatte unter literaturkritikern, germanisten ersten ranges der gesamten deutschen universitätslandschaft, hat den anfang des satzes vergessen und führt ihn deshalb nicht mehr fort. (…) nun ermittelt die polizei in 3 fällen, die sich vermutlich auf 1 einzigen fall konzentrieren. es ist noch nicht klar, wer die drahtzieher hinter diesen ominösen vorgängen sind. eins steht allerdings schon heute abend fest: die poesie der menschlichen rasse hat total versagt !!!”
ZU LESEN HIER:
www.hELaaF.de
VIDEO-Teil 2:
9. UTE UFERLOS
Warum diese alten sehnsuchtsgetränkten Gedichte auskramen… Kein geringerer als mein geschätzter Dichterkollege HEL ToussainT behauptet schon lange allen Ernstes, ich sei eher ein MYSTIKER als ein LYRIKER - ein veralteter Unterschied, den meine Poetologie der “Direkten Dichtung” natürlich ad absurdum führt (und den vermutlich kein mystischer Dichter jemals selbst machte!). …
Aber zurück zu den wichtigen Dingen des Lebens: die SEHNSUCHT ritt mich wirklich inbrünstig und tief, bevor ich mein erstes “echtes” (erfülltes) Liebesgedicht (gemäß der daraus hervorgegangenen E.S.-Forschung) niederschrieb. Und da fast jeder (junge oder steinalte, oder auch beides in einem) Mensch diesen allgemeinen “Lebenshunger” nur allzu gut kennt, erfüllen die folgenden Texte vielleicht HEUTZUTAGE einen unvorhersehbaren Sinn, der in den 90ern nämlich noch gar nicht existieren konnte: dem heimlichen Sucher in seelischer Seenot im INTIMEN INTERNET Mut zu machen, daß er/sie NICHT der einzige einsame Mensch auf der Welt ist und “sogar solche” vermeintlich “öffentlichen Menschen” ganz stinkparanormale Verbündete in psychiatrisch grenzwertigen Zuständen sind… In diesem Sinne wünsche ich dem geneigten Leser GUTE UNTERHALTUNG bei der nicht-geleckten Lektüre dieser gradlinigen und dabei abgrundtief gratlinigen Lyrik, wie ich sie niemals mehr schreiben werde. Die Sehnsucht wandelt sich, auch der Stil (oder? oder klingen meine aktuellen Gedichte so ähnlich? was sagen die GerNmanisten*?) – andererseits fühle ich mich persönlich dank des mehrwöchigen Klinikaufenthaltes ausgerechnet diesen “peinlichen” Frühwerken irgendwie fast verbundener als den aalglatten Lochgebeten (die kosmische Schmiere ist schuld!!!), denn ich erkenne in ihnen meine LEIDENSCHAFT (also die Fähigkeit, esoterisch-empirisch-ekstatisch zu leiden) als 1 LEGITIME Motivation zum Dichten viel purer, pathetischer und damit hautnäher & herznäher! Ich sage HERZNÄHER, weil ich so gerne im “GROßEN” GEIST bade, der die “unendliche Leere” besingt (die zweite Motivation!) und dabei sein eigenes Herz überspringt…
Lieber Hel, lieber Kai, hier sind sie nun, meine Herzschmerzgedichte – entscheidet erneut, ob ihr das einmal gefällte Urteil über mich revidieren heißt jetzt korrigieren heißt jetzt ausjustieren heißt EIGENTLICH illegalisieren müßt! Ich sage ALAAF! HELAU! UND HELAAF!!! HOCH LEBE DIE DICHTUNG – GANZ GLEICH WELCHER SORTE!!!
De Toys – Berlin-Neukölle, den 1. scherzfreien April 2011
*) nisten mager, Anm. Lyrikzeitung