Schlagwort: Oper

Dichter-Oper

Der Schweizer Komponist Beat Furrer schrieb eine Oper um den italienischen Dichter Dino Campana (1885-1932), der Eugenio Montale, Giuseppe Ungaretti, Cesare Pavese oder Pier Paolo Pasolini inspirierte. Die Oper, «la bianca notte», wurde am Sonntag in Hamburg uraufgeführt. Wenn Campanas Sprache mit Straffungen und Dehnungen der Zeit arbeitet,… Continue Reading „Dichter-Oper“

8. Wagner als Dichter

Siegmunds Lied (Walküre I) – „Winterstürme wichen / dem Wonnemond, / in mildem Lichte / leuchtet der Lenz…“ – oder Brünnhildes Lied (Walküre III) – „War es so schmählich, / was ich verbrach, daß mein Verbrechen so schmählich du strafst?“ – haben durchaus poetische… Continue Reading „8. Wagner als Dichter“

81. Lady Lazarus

„Dying is an art like everything else / I do it exceptionally well“, schrieb Sylvia Plath in ihrem Gedicht „Lady Lazarus“. Es ist der Ausgangspunkt für ein neue Projekt in der Opera stabile. Am Samstag, den 24. November 2012, startet mit „I am your opus“… Continue Reading „81. Lady Lazarus“

77. Oper nach Auschwitz

Kann man nach Auschwitz noch Gedichte schreiben? Kann man nach dem Holocaust Opern komponieren? Kann man Musiktheater über die Schoah aufführen? Wer sich literarisch oder szenisch mit der Vernichtungsmaschinerie der Nazis auseinandersetzt, steht unweigerlich vor solchen Fragen im Anschluss an Theodor W. Adornos Verdikt:… Continue Reading „77. Oper nach Auschwitz“

6. Versuchsanordnung

«Ein Jüngling liebt ein Mädchen, die hat einen andern erwählt; der andre liebt eine andre und hat sich mit dieser . . .» – nur beinahe vermählt, denn weit drastischer als im Gedicht von Heinrich Heine ist die zwischenmenschliche Versuchsanordnung in der Tragédie lyrique… Continue Reading „6. Versuchsanordnung“

60. Achmatowa-Oper

Dichteropern sind bei Komponisten beliebt. Erfunden wurde diese Gattung vermutlich von Umberto Giordano (‚Andrea Chenier‘), aufgeblüht aber ist sie erst in den letzten Jahren. So hat sich Matthias Pintscher Rimbaud vorgenommen, Peter Ruzicka Celan und Hölderlin, und jetzt ist an der Pariser Opéra mit… Continue Reading „60. Achmatowa-Oper“

14. Aus Deutschland

Noch ein Mangel wird aus Baden gemeldet. Diesmal gehts um Körperflüssigkeiten – Gedichte aber auch: Auf der Freiburger Opernbühne ein unfertiges Häuser-Ensemble aus Fachwerkgebälk. Fahrbare, von Glühbirnen gerahmte Gebäude unterm Sternenhimmel, denen ein paar Geranienkästen gut stehen. Rebecca Ringst hat die Szene für Mauricio… Continue Reading „14. Aus Deutschland“

71. Maldoror-Oper

Die literarische Romantik in Frankreich hat das Böse ästhetisiert, Charles Baudelaire dichtete über die «Blüten des Bösen», Arthur Rimbaud entwickelte – auf Messers Schneide lebend – eine neue Sprache, und dazwischen schuf Isidore-Lucien Ducasse unter dem Pseudonym Comte de Lautréamont in «Les Chants de… Continue Reading „71. Maldoror-Oper“

122. Nietzsche hat Wittgenstein gelesen

Jedes Wort des Librettos stammt von Nietzsche, aber der Text ist von Wolfgang Rihm, und bei ihm hat Nietzsche auch Wittgenstein gelesen. Einer älteren Äußerung nach hielt Rihm Nietzsches Texte einst für unvertonbar, aber die Bedenken haben sich erledigt. Seine Musik beweist eher, dass… Continue Reading „122. Nietzsche hat Wittgenstein gelesen“

86. Ich will nicht interpretiert werden

Wolfgang Rihm über ‚Dionysos‘, seine neue Oper nach Friedrich Nietzsche, die die Salzburger Festspiele eröffnet Rihm, Jahrgang 1952, gleicht einem kreativen Vulkan, der beständig neue Stücke in die Welt setzt, der altes immer wieder neu fasst, der mit seinen Opern ständig neue Herausforderungen an… Continue Reading „86. Ich will nicht interpretiert werden“

54. Musiktheaterbiennale

Die vier Uraufführungen der Münchner Musiktheaterbiennale demonstrieren vier radikal unterschiedliche Zugriffe. Und, um es vorwegzunehmen: Die Vorstellung, das Bild des Anderen ist vom Anderen an sich so weit entfernt, dass sich das neue Musiktheater hier genuin selbst infrage stellt. … Ebenfalls aus einer fremden… Continue Reading „54. Musiktheaterbiennale“

18. Oberfläche und Tiefe

Noch einmal Rilke-Oper: Illés: Ich habe mir überlegt, was meine Musik mit der Sprache von Rilke zu tun hat. Auf den ersten Blick gar nichts. Rilke hat eine sanfte, fast süßliche sprachliche Oberfläche. Meine Klangsprache indes ist manchmal sehr rau, sehr bodenständig. Die Musik… Continue Reading „18. Oberfläche und Tiefe“

13. Veropert

Lässt sich ein Rilke-Gedicht veropern? Die künftige Stuttgarter Hausregisseurin Andrea Moses zeigt bei der Münchner Biennale, dass es geht: mit einer szenisch durchaus kräftigen Handschrift. „Die weiße Fürstin“ heißt Rainer Maria Rilkes „dramatisches Gedicht“ – und ausgerechnet auf diesen heiklen, symbolisch befrachteten Text stützt… Continue Reading „13. Veropert“

39. Literatur in Diktaturen bei der zehnten Lit.Cologne 2010

Das Kölner Literaturfestival, das am Mittwoch (10.3.) startet, will unter anderem mit Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller die Rolle und Arbeit von Künstlern in Diktaturen besprechen. Dass der ebenfalls zu diesem Thema geladene chinesische Autor Liao Yiwu fehlen wird, gibt dem Ganzen besondere Brisanz: China verweigerte… Continue Reading „39. Literatur in Diktaturen bei der zehnten Lit.Cologne 2010“

188. Sehnsucht Oper

Es gibt eigentlich keine größere Sehnsucht für einen Dichter als jene, dass die Sätze, dass die Sprache zu singen beginnt, dass die ihr eingeschriebene Musik und Rhythmik über Sinnlichkeit Sinn stiftet. Lyrik kommt ja von der Lyra. Die Oper macht den Sprach- zum Klangraum,… Continue Reading „188. Sehnsucht Oper“