77. Oper nach Auschwitz

Kann man nach Auschwitz noch Gedichte schreiben? Kann man nach dem Holocaust Opern komponieren? Kann man Musiktheater über die Schoah aufführen? Wer sich literarisch oder szenisch mit der Vernichtungsmaschinerie der Nazis auseinandersetzt, steht unweigerlich vor solchen Fragen im Anschluss an Theodor W. Adornos Verdikt: „Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch.“

Magret Wolf stellt sich mit ihrer „musikalisch-szenischen Aktion“ mit dem Titel „Refidim Junction“ bewusst außerhalb des Genres Oper. Sie erzählt darin nicht, sondern ordnet historisch-dokumentarisches Material an, verknüpft es mit einer Musik, die komplexe Strukturen aufweist. (…)

Ein weiteres Dokument, die Namen der 202 Würzburger Juden, die 1941 deportiert und zumeist in den Vernichtungslagern umkamen (so auch Marianne Dora Rein), wird im Laufe des Stücks vom siebenköpfigen Chor in die „Aktion“ hinein gesungen und gesprochen.

Schließlich mischt die Komponistin Gedichte – „Ein Jude aus dem Ghetto bin ich“ von Rywka Kwiatkowski und „Niobe“ von Marianne Dora Rein – in das Textgewebe. / Jürgen Strein, Fränkische Nachrichten

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