Der Schriftsteller Gregor M. Lepka, bekannt für seine knappe Lyrik und seine Kurzprosa, ist am Samstag im Alter von 80 Jahren in Wels gestorben. Der am 7. August 1936 in Salzburg geborene Lepka war seit 1969 mit der Schriftstellerin Waltraud Seidlhofer verheiratet. Das Begräbnis findet am 31. August am Welser Stadtfriedhof statt.
(…) „Er war ein Mensch, der mit seiner nachdenklich-behutsamen Art stets das Verbindende herausstrich“, sagt Kurt Mitterndorfer von der „Grazer Autorenvereinigung Oberösterreich“, deren aktives Mitglied Gregor M. Lepka war. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „An der Zeit vorbei“ (2011), „Mit Gedanken befasst“ (2005) und „Ohne Zeichen sein“ (2002).
„In Lepkas Werk gab es nie so etwas wie ein Zuviel, er konnte die Dinge auf den Punkt bringen“, sagt Mitterndorfer, der erst im Juli unter dem Titel „Die Sicht auf die Dinge“ ein literarisches Fest für Lepka kuratiert hatte. / Oberösterreichische Nachrichten
Liebe Freundinnen und Freunde der Literaturwerkstatt Berlin,
es gibt Grund zu feiern: Die Literaturwerkstatt Berlin wird 25 Jahre. Als ein Ort, an dem zeitgenössische Poesie auf die Bühne gebracht und diskutiert wird, bekommt sie einen neuen Namen: Ab 13. September 2016 heißt sie Haus für Poesie.
Zum Saisonauftakt werden Geburtstag und Umbenennung mit der ersten Berliner Rede zur Poesie von Oswald Egger und einem Empfang im Berliner Rathaus am 12. September gefeiert.
Bei einem großen Hoffest am 17. September in der Kulturbrauerei begeht die Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie das Jubiläum mit einem bunten, poetischen Programm, zu dem alle herzlich eingeladen sind. Bei freiem Eintritt gibt es Dichterlesungen, Spoken-Word-Performances, Konzerte, Kunstinstallationen, einen Büchermarkt und den Zukunftschor Berlin.
Wir freuen uns darauf, die Poesie mit Ihnen zu feiern!
Viele Grüße aus der Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie
Oktober 2015: In Deutschland und in ganz Europa ist die Diskussion über die Flüchtlingskrise auf dem Höhepunkt. In dieser historischen Situation fliegt der Berliner Lyriker Björn Kuhligk an die äußerste Grenze Europas, in die Marokko vorgelagerte spanische Exklave Melilla. Die autonome Küstenstadt (eine weitere heißt Ceuta) gehört zur EU und zum Geltungsbereich der Nato.
Ein bis zu sieben Meter hoher Zaun aus messerscharfem Draht, überwacht durch Kameras und Nachtsichtgeräte, trennt Melilla von Afrika. Er ist das Modell aller Zäune, mit denen Europa sich zu sichern glaubt und zugleich seine Freizügigkeit verspielt.
(…)
Was Kuhligk sieht, ist nicht „miteinander zu verknüpfen“. Deshalb brechen die Bilder wie Scherben auseinander. Klare Linien verlaufen nur „zwischen denen, die Krieg haben/ und denen, die keinen haben“. Björn Kuhligk ist mit seinem Gedicht an die Grenze gegangen, unprätentiös und aufmerksam. / Herbert Wiesner, Die Welt
Björn Kuhligk: „Die Sprache von Gibraltar“. Hanser Berlin. 88 S., 16 €.
auf der hintersten Bank im Bus – im Blick auf sein Smartphone der einsame junge Mann
Hansjürgen Bulkowski
Im Berliner Exemplar der Gedichte von Sibylla Schwarz (1621-1638) im ersten Band (1650) auf dem Innendeckel findet sich folgendes Sonnet in Schönschrift:
Sonnet Wie deines Vatters wis mir wahr sehr wohl bekandt, Sein Beiseyn angenehm ; so thut mich ietzt erfrewen, Was deine Handt gesetzt, Nichts aber mehr gerewen, Alß daß erst nach dem Todt' ich vnd das Vatterlandt Erkennen deinen Geist ; was vor ein wehrtes pfandt Eß an dir hat gehabt ; Jch darff mich gar nicht schewen Zu sagen daß in dir der Musen schar vernewen, Vermehren hat gewolt der zehn Sibillen standt : Was warstu sterbendt schon! Wie wen dir Gott das Leben Noch lenger hett' vergondt, wehm hettstu nachgegeben? Jch kenn den Singer nicht, drumb Pommern billich weint Den gar zu frühen Todt: doch kan es sein Leidt stillen Weil bey Jhm Jungfern das, was sonstwo Menner seindt, Ja das so fast sein Kindt es nachthut den Sibillen.
Zeile 1: wis = Weise, Art; Zeile 5: vor = für; Zeile 9: wen = wenn; Zeile 10: wem hettst nachgegeben = wer wäre dir überlegen gewesen
Jemand der ihren Vater Christian Schwarz gekannt hat und die 12 Jahre nach ihrem frühen Tod erschienene Ausgabe ihrer Gedichte besaß. Man muß nicht lange suchen. Links oben über dem Gedicht steht mit Bleistift der Name: Croy. Auf dem „teilweise schon abgebröckelten Lederrücken eingepreßt zunächst eine Krone und dann unterhalb des Buchtitels X BIBL D. RO d.h. (E)X BIBL. D. (C)RO(Y)“ (Pommersche Jahrbücher 21. Band, Greifswald: Julius Abel, 1921, S. 44).
Die Krone verweist auf das preußische Königshaus. Der „Große Kurfürst“ Friedrich Wilhelm von Brandenburg hatte nach dem Tod von Ernst Bogislaw von Croy, der ein Neffe des letzten pommerschen Herzogs war und in Preußen u.a. Statthalter in dem an Preußen gefallenen Hinterpommern wurde, dessen Bibliothek gekauft und der von ihm gegründeten „Königlichen Bibliothek“ gestiftet. Beide, Croy und Friedrich Wilhelm, waren nur ein Jahr älter als die früh gestorbene Dichterin. Als Croy 1634 an die Greifswalder Universität kam, schrieb die 13jährige Dichterin ein Willkommensgedicht. Ihr Vater war Landrat am Stettiner Hof und später Bürgermeister von Greifswald. Friedrich Wilhelm war Mitglied des „Fruchtbringenden Gesellschaft“. Croys Sonett sagt: Pommern hat keinen bedeutenden Dichter hervorgebracht, aber diese „Jungfer“, ja „fast sein Kind“ füllte die Stelle und gesellte sich als elfte zur Schar der zehn Sibyllen.
Sibylla Schwarz in L&Poe
Burnside ist weniger Naturlyriker als vielmehr Romantiker. Sein Werk ist der Weg, dessen Richtung Novalis beschrieben hat: „Wo gehn wir denn hin? Immer nach Hause.“ Das Berührende an Burnsides Gedichten ist, dass sie durch alles Rohe, Kalte und Düstere der Natur manchmal einen Abglanz genau dieser Geborgenheit entdecken. Etwa in der Deutung des Gemäldes Winterlandschaft mit Eisläufern und Vogelfalle von Pieter Breughel …
/ André Hatting, DLR
John Burnside: Anweisungen für eine Himmelsbestattung
Hanser Verlag, München 2016
304 Seiten, 22 Euro
Horst Samson
DAS WORT AM ENDE DES JAHRHUNDERTS
Wir sind frei, zu jagen oder
Gejagt zu werden. Jemand ergreift
Das Wort. Immer gibt es jemanden, der
Das Wort ergreift,
Am Anfang des Jahrhunderts oder
Am Ende des Jahrhunderts oder irgendwann
Dazwischen. Jemand muß es tun,
Also ergreife ich jetzt,
Mitten im Wort,
Das Wort. Das ist ein Wort,
Sage ich, und ein Wort reicht
Dazu nicht aus.
Hier ergreift einer das Wort,
Der wirklich was zu sagen hat:
Hier, sagt er,
Ergriff einer das Wort,
Der in Wirklichkeit nichts
Zu sagen hat!
Aus einem Gespräch, das Die Welt mit Charles Simic führte
Irgendwo haben Sie den Dichter als „Verkörperung von Wagemut, von individueller Freiheit und Demokratie“ bezeichnet, als uramerikanischen Typus.
Seit Walt Whitman kommen amerikanische Lyriker meist aus dem Nichts und sind gewissermaßen self-made. Die meisten von uns sind irgendwie in ihre Arbeit hineingestolpert und tun sie nicht aus der alten romantischen Überzeugung, ein missverstandenes Genie zu sein, sondern weil sie von einem tiefen demokratischen Gefühl geleitet werden.
Haben Sie den Eindruck, dass dem Dichter, der die „ältesten Werte“ verteidigt und „die Erfahrung des Einzelnen gegen die des Stammes behauptet“, wie Sie in einem Essay schreiben, in den USA und anderen westlichen Gesellschaften heute eine besondere Bedeutung zukommt?
Ich denke schon, aber man trichtert dies den Leuten nicht mit dem Hammer ein. Allein die Haltung macht einen Unterschied, und wenn man als Lyriker von dem Sockel herabsteigt und sich unters Volk mischt, ist schon viel gewonnen. Das schönste Kompliment, das ich je erhalten habe, stammt von einem Mann, der in einem Landstrich Amerikas, in dem es so viel Kultur gibt wie in der Sahara, mit verblüfftem und irgendwie verstörtem Ausdruck einer Lesung beiwohnte und danach auf mich zukam: „Entschuldigung, Mr. Simic, aber war das, was Sie vorgelesen haben, wirklich Poesie?“ Ich weiß nicht, ob ich ihn überzeugen konnte, aber er sagte: „Unglaublich, ich habe Gedichte immer gehasst, aber ich habe jedes Wort verstanden, das Sie vorgelesen haben.“
(…)
„Wann immer alles andere in Amerika zum Teufel zu gehen scheint“, schreiben Sie in einem Essay, „geht es der Lyrik gut.“ Werden deswegen momentan wieder mehr Gedichte gelesen?
Zumindest geht alles andere zum Teufel.
Charles Simic: Picknick in der Nacht. Gedichte 1962-2015. Aus dem Englischen von Wiebke Meier. Hanser, München. 280 S., 22,90 €.
Die russische Dichterin Anzhelina Polonskaya, die seit September 2015 in Frankfurt am Main als Gastautorin im Rahmen des Programms Frankfurt – Stadt der Zuflucht lebt, wird Anfang September im norwegischen Frederikstad den Literaturpreis Ord i Grenseland – Words on Borders Freedom Prize – erhalten. Die Auszeichnung wird jedes Jahr ausschließlich an verfolgte oder exilierte Autorinnen vergeben, deren literarisches Werk von ihrem Engagement für die Freiheit des Wortes künden. Die Auszeichnung wird auf dem internationalen Literaturfestival Ord i Grenseland in Gamlebyen, dem historischen Ortskern von Frederikstad, verliehen und ist mit $ 5.000 dotiert. Zu den letzten Preisträgerinnen gehörte die international bekannte türkische Autorin Aslı Erdoğan, die vor einigen Tagen in ihrer Heimat verhaftet wurde.
/ litprom
Erklärung und Aufruf zur Solidarität mit der Schriftstellerin Aslı Erdoğan
Aslı Erdoğan ist nicht allein!
Die Türkei wird jetzt nach dem Putschversuch in ein Regime der Repressionen ohne Ende hineingezogen. Journalisten, Akademiker, Autoren und Schriftsteller werden entlassen, verhaftet, gefoltert.
Eines der jüngsten Opfer ist die Schriftstellerin Aslı Erdoğan.
Die Repression, die ihre Stimme zum Schweigen bringen will, richtet sich gegen die freie Meinung.
Wir stellen uns hinter diese Stimme.
Nicht Schriftsteller, sondern Regierende müssen die Wahl treffen:
Soll das Leben mit Repression und Unterdrückung weitergehen oder optieren sie für Demokratie und Geschwisterlichkeit?
Wir treten weiter für Demokratie, Geschwisterlichkeit und Frieden ein und sagen und schreiben auch weiterhin unsere freie Meinung, wie es sich für uns gehört.
Erstunterzeichner:
Aslı Tohumcu
Murathan Mungan
Burhan Sönmez
Sema Kaygusuz
Ayşegül Tözeren
Eine Pressekonferenz dazu ist für Freitag, 19.08.2016, 11.30 Uhr (türk. Zeit) in Istanbul angesetzt: Cezayir Toplantı Salonu / Beyoğlu.
Die Neue Zürcher Zeitung schrieb über die Autorin:
Der in der Schweiz lebende kurdische Autor Yusuf Yesilöz informierte die Medien, dass seine Kollegin in der Nacht auf Mittwoch in ihrer Wohnung in Istanbul festgenommen worden sei, da sie Mitglied des beratenden Gremiums der kurdischen Tageszeitung «Özgür Gündem» war; diese wurde im Zuge der derzeit laufenden rabiaten Säuberungsmassnahmen am Dienstag gerichtlich verboten. Dreiundzwanzig Journalistinnen und Journalisten der Zeitung sind ebenfalls in Haft.
Asli Erdogan war der sprichwörtliche Falter, der von der tödlichen Flamme nicht lassen kann. In ihren autobiografisch geprägten Büchern atmet das fiebrige Temperament, das sie in sich trug und das für andere auch irritierend sein konnte. Im Innersten scheu und tief verletzt, hochbegabt – mit 24 durfte die damalige Physikstudentin am Cern in Genf forschen –, aber radikal unangepasst, wusste die Schriftstellerin selbst, dass sie immer am Rand des Abgrunds lebte, diese Exponiertheit wahrscheinlich sogar suchte.
Werke auf Deutsch:
Samuel Gerlach war kein großer Dichter, nach den wenigen Widmungsgedichten zu urteilen, die ich kenne. Seine Widmung für Königin Christina von Schweden, die neben vielen Landstrichen auch Pommern regierte, heißt
Untertähnigste Zuschrifft
Der Durchlauchtigsten / Großmäch=
tigsten und Sieghaftesten Fürstin
und Fräulein /
Fr. CHRISTINEN /
Der Schweden / Gohten und Wenden Königin /
Großfürstin in Finland / Hertzogin zu Brehmen /
Verden / Pommern / Ehesten und Carelien / Fürstin
zu Rügen / Fräulein über Wismar und Jngerman=
land / etc. Seiner gnädigsten Königin
und Fräulein
und beginnt so:
O Du Grosse Königinne / deines großen Vaters Bild !
Die du bißher seine Stelle / mit dem blanken Schwerd und Schild /
aber mehr noch mit Verstand / hast / im Deutschen Reich / vertretten /
die so sehr betrengte Kirch‘ auß dem Elend zu erretten /
und geht auch so weiter. Er gilt als wichtiger Theologe, ich kann es nicht beurteilen. Aber vor allem ist er ein Pionier – der Editionsphilologie und der Würdigung weiblichen Schreibens. Er erkannte das Genie der sehr jungen Dichterin Sibylla Schwarz und bewahrte ihr Werk so der Nachwelt auf, nicht nur schlechthin indem er es sammelte und 12 Jahre nach ihrem Tode druckte, sondern ebenso durch die modern anmutenden philologischen Prinzipien, nach denen er es edierte. Wie erst spät im 20. Jahrhundert üblich wurde, „verbesserte“ er es nämlich nicht, sondern gab es buchstäblich im Wortlaut mit allen Flüchtigkeitsfehlern und aller Fragmenthaftigkeit der Originale heraus. Wertvolle Informationen für heutige Leser!
Er war auch ein großer Stilist. Hier seine Strafpredigt über die vielen Druckfehler, die ein in Vertretung den Druck mehr oder minder beaufsichtigender Freund in das Buch schmuggelte. Furioser Katalog barocker Satzzeichen und Manifest der Editionsphilologie der Zukunft! Sogar einen Hauch Brecht kann man darin finden (nur für Kenner! 😉 )
Eß geht mihr in disem / wie in andern meinen außgelassenen Werklein / ja wie fast einem jeden / der / abwesend / etwas dem Druk untergibet / und also die Aufsicht einem andern / ob er auch der bäste Freund / oder der gelehrteste Mensch wäre / anvertrauen muß. Dan da nimmet der eine ihm nicht so vihl Zeit / oder hat nicht so vihl Uhrteil bey sich / daß er das Werk mit der Häuptschrift fleissig und genau überschlagen / oder auf alle Worte / Sylben / Zwerchstreichlein / (Commata) Punctstrichlein ; (Semi commata) Doppelpuncten : Punkten. Fragpuncten ? Verwunderungs= Klag=und Freudpuncten ! Grosse Buchstaben u. a. m. nötige achtung geben möchte / oder könte / sondern er sihet / ohne einige richtige Gedanken oder Nachsehung / nuhr über die Brille wegk / wohrüber dan dem ganzen Werk nicht allein ein häslicher Unschein gegeben / sondern auch mehrmal aller reiner Verstand und eigentliche Meynung benommen wird. Ein ander wil dagegen seine eigne Kunst und Weißheit alzuvihl dabey sehen lassen / nach deren er alles zu ändern und zu verbässern / oder vihlmehr zu verbösern sich unterstehet / und / wegen guhter Vertrauligkeit mit dem Verfasser oder Außfertiger / dessen guhten Fug zu haben vermeynet / dahero dan diser oftmahls sein eigen Werk fast nicht mehr für das seinige erkennen kan. Eben also ist eß mihr / oder vihlmehr diser seel. Jungfer / mit ihrem Werklein ergangen / daß sie auch noch nach ihrem Tod / vohn denen / die ihre Ehre am meisten retten und verteidigen sollen / fast schändlich beflekket / und auß Achtlosigkeit / oder / das ein wenig bässer klinget / Unachtsamkeit der Aufseher / mit vihlen Flecken / Makkeln / Rizen / Wunden / und andern ¶ übelständigen Masern fast übel zugerichtet ist / welche alle zu vertreiben und außzuheilen / eß vihl Flekwasser / Meissel / Wund=und Heilpflaster erfordern / das ist : Alle Fehler aufzusezen und zu endern man wohl einen ganzen Bogen Papyr bedürftig seyn würde. Also hat man das meiste dihr / Günstig=Geneigter / und der Schriftscheidung verständiger Leser / solches selber zu verbässern / das außgelassene einzu schieben / und das unverständlich=nebeneingeschlichene außzumustern / wider Willen / doch unumgänglich / überlassen müßen / und nuhr das vohrnehmste davohn heraußnehmen / und / wie eß zu endern / hieher sezen wollen.
Lieferbar ist eine Auswahl aus ihrem Werk bei Reinecke & Voß
Sibylla Schwarz – Ist Lieben Lust, wer bringt dann das Beschwer? Leipzig (Reinecke & Voß) 2016. 60 Seiten. 9,00 Euro.
Meine Gesamtausgabe ist beinahe fertig – Textteil und Kommentare abgehakt, fehlen nur noch Nachwort und Register. Balde!
Die Verlage Piper und Suhrkamp bringen gemeinsam eine 30-bändige Gesamtausgabe der Werke und Briefe Ingeborg Bachmanns heraus. Neben der Lyrik und Prosa sowie den Essays der österreichischen Dichterin (1926 – 1973) soll auch den bisher unveröffentlichten Korrespondenzen mit u. a. Uwe Johnson und Heinrich Böll „ein besonderer Stellenwert zukommen“, hieß es in heute in einer Ankündigung.
Möglich werde die erste Gesamtausgabe der Prosa, Gedichte, Essays, Hörspiele, Libretti und Korrespondenz durch die Öffnung des umfangreichen Nachlasses durch die Erben Bachmanns. Piper und Suhrkamp kooperieren dafür mit dem Salzburger Bachmann-Archiv. / ORF
Für jemanden, der selbst bei der Choreographie des eigenen Todes um den kleinstmöglichen Interpretationsspielraum bemüht war, hat man Brecht im Laufe der Jahre einer schwindelerregenden Anzahl scheinbar inkompatibler Deutungen und Vereinnahmungen unterzogen, und das innerhalb wie außerhalb Deutschlands: „zu politisch“, „nicht politisch genug“, „apolitisch“; „modern“, „postmodern“, „bis zur Unkenntlichkeit verallgemeinert“. „Das größte Unglück, das Brecht widerfahren konnte“, schrieb der russische Literaturwissenschaftler Efim Etkind 1976, im Sammelband zur vierten Konferenz der International Brecht Society: „Leider ist es passiert, Brecht ist ein wahrer Klassiker geworden. Heute erforscht man seine Beziehung zu allem anderen auf der Welt.“ / Katharina Laszlo, FAZ
Selten kommen lyrische Debüts so fertig und lakonisch daher wie dieses, mit dem sicheren Gespür dafür, dass das Schöne oft nur ein Konkurrenzprodukt zur Wahrheit ist. Trost gibt es keinen, nicht einmal von den Vögeln: „sie geben/ kunde von den gängen sagen sie sind/ wie wir aus einer luft die seltsam fließt/ als ob sie traurig ist.“ / Paul Jandl, Die Welt
Anja Kampmann: Proben von Stein und Licht. Hanser, München. 96 S., 15,90 €.
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