Kategorie: Französisch

Ein Stein

Yves Bonnefoy (* 24. Juni 1923 in Tours; † 1. Juli 2016 in Paris) Ein Stein Der Tag im tiefsten Tag, wird er erretten Die wenigen Worte, die wir einst zusammen waren? Ich liebte so die Tage, ihr Vertrauen, und bewache Die wenigen Worte,… Continue Reading „Ein Stein“

Mantraprintemps Hölderlin

Das ist der Titel eines Zyklus von neun mehrsprachigen Gedichten von (Friedrich Hölderlin und) Jean-René Lassalle, zu finden in der Ausgabe 27 der Zeitschrift Mütze (Herausgeber: Urs Engeler). Jedes Gedicht des Zyklus besteht aus sechs Strophen, zwei auf Deutsch, eine auf Englisch und drei… Continue Reading „Mantraprintemps Hölderlin“

Qu’il vive. Es lebe!

René Char (geboren 14. Juni 1907 in L’Isle-sur-la-Sorgue, Département Vaucluse; gestorben 19. Februar 1988 in Paris) ES LEBE! Dies Land ist nur ein Wunsch im Geist, ein Gegen-Grab. In meinem Land zieht man die zarten Beweise des Frühlings und die dürftig gekleideten Vögel den… Continue Reading „Qu’il vive. Es lebe!“

Auf halbem Weg

Robert Desnos (* 4. Juli 1900 in Paris; † 8. Juni 1945 in Theresienstadt) AUF HALBEM WEG Es gibt einen bestimmten Moment im Ablauf der Zeit, Da der Mensch genau die Mitte seines Lebens erreicht. Den Bruchteil einer Sekunde, Ein flüchtiges Bißchen Zeit, schneller… Continue Reading „Auf halbem Weg“

Wider die Anagrammatisten

Johann von Besser (* 8. Mai 1654 in Frauenburg, Kurland, heute Saldus in Lettland; † 10. Februar 1729 in Leipzig) Wider diejenigen, die so gerne die Worte versetzen, oder Anagrammata machen; aus dem Frantzösischen des Mr. Colletet. Was hat doch auf dem Helicon, Ein… Continue Reading „Wider die Anagrammatisten“

Zehnzeiler

Margarete von Navarra (geb. Margarete von Angoulême, französisch Marguerite de Navarre; auch: Marguerite de Valois-Angoulême; * 11. April 1492 in Angoulême; † 21. Dezember 1549 in Odos-en-Bigorre) „Mutter der Renaissance“, „die erste moderne Frau“ ZEHNZEILER Ich fühlte tief im Herzen schon seit Jahren Zu… Continue Reading „Zehnzeiler“

Verbotenes Gedicht

Zwei Jahrhunderte (Charles Baudelaire wurde 1821 geboren), da kann man auch gerne zwei Gedichte lesen. Heute eins der sechs Gedichte, die am 20. August 1857 wegen „Beleidigung der öffentlichen Moral“ verboten wurden – das Verbot wurde erst 1949 aufgehoben. Hingegen wurden sie noch zu… Continue Reading „Verbotenes Gedicht“

Charles Baudelaire 200

Charles Baudelaire (* 9. April 1821 in Paris; † 31. August 1867 ebenda) Zum Jubiläum ein Gedicht aus den „Neuen Blumen des Bösen im Original und in mehreren deutschen Fassungen. LE COUCHER DU SOLEIL ROMANTIQUE Que le Soleil est beau quand tout frais il… Continue Reading „Charles Baudelaire 200“

Königliche Lüste

Goûts Royaux Louis Quinze aimait peu les parfums. Je l’imite Et je leur acquiesce en la juste limite. Ni flacons, s’il vous plaît, ni sachets en amour ! Mais, ô qu’un air naïf et piquant flotte autour D’un corps, pourvu que l’art de m’exciter… Continue Reading „Königliche Lüste“

Der Einarmige

Gisèle Prassinos (Geboren am 16. Februar 1920 in Istanbul, gestorben am 15. November 2015 in Paris) Eine französische Autorin mit griechischen Wurzeln, geboren in Istanbul. Ein „Wunderkind“ der Surrealisten. André Breton schrieb über die Gedichte der 14jährigen: „Das ist die permanente Revolution in hübschen… Continue Reading „Der Einarmige“

160-Zeichen-Gedicht

Perlentaucher vorgestern über das in Vorbereitung befindliche neue Urheberrecht: Es ist ein Kompromiss, jetzt kann man ihn nur ausprobieren, meint Andrian Kreye in der SZ zum jüngsten Entwurf für ein neues Urheberrecht: „Im letzten Entwurf sollten 20 Sekunden Audio oder Video, 1000 Zeichen Text und… Continue Reading „160-Zeichen-Gedicht“

harbst-lid

Paul Verlaine (* 30. März 1844 in Metz; † 8. Januar 1896 in Paris) Chanson d’automne Les sanglots longs Des violons     De l’automne Blessent mon cœur D’une langueur   Monotone. Tout suffocant Et blême, quand   Sonne l’heure, Je me souviens Des… Continue Reading „harbst-lid“

Du sei wie du, immer

Noch einmal im Celanjahr 2020: Paul Celan DU SEI WIE DU, immer. Stant vp Jherosalem inde erheyff dich Auch wer das Band zerschnitt zu dir hin, inde wirt erluchtet knüpfte es neu, in der Gehugnis Schlammbrocken schluckt ich, im Turm, Sprache, Finster-Lisene, kumi ori.… Continue Reading „Du sei wie du, immer“

Die Beschränkten und Bösen

Paul Éluard (* 14. Dezember 1895 in Saint-Denis bei Paris; † 18. November 1952 in Charenton-le-Pont bei Paris) Paul Éluards Gedichte gegen die deutschen Besatzer erschienen während des Krieges unter Pseudonym und gesammelt nach der Befreiung im April 1945 in dem Band „Au rendez-vous… Continue Reading „Die Beschränkten und Bösen“

Schinderhannes

Heute ein böses Märchen von Guillaume Apollinaire, keine freundliche Räuberromantik. Es entstand kurz vor dem ersten Weltkrieg, in dem Apollinaire gegen die Deutschen kämpfte. Er starb einen Tag nach dem Waffenstillstand an der Spanischen Grippe (oder den Folgen der Kopfverletzung?). Guillaume Apollinaire (* 26.… Continue Reading „Schinderhannes“