Kategorie: Europa

83. Scheinwelten

Ist es nicht irgendwie auch lustig, wie besonders rund um die Lyrik Parallelwelten konstituiert werden? Ein Fremder, der ohne Vorwissen an bestimmte Informationsquellen geriete, würde meinen, Leitner und die Seinen seien das Zentrum der deutschen Poesie, ein anderer würde sie gar nicht kennen und den… Continue Reading „83. Scheinwelten“

82. Und jetzt: Poesie

Der hier ursprünglich befindliche Text ist mitsamt Kommentaren in der Müllhalde gelandet: Und jetzt: Poesie. Nikolaus Lenau: Die Albigenser Schlußgesang [887] Wofür sie mutig alle Waffen schwangen Und singend in die Todesfeuer sprangen, Was war es? trotzte hier ein klarer Blick Ins Herz der… Continue Reading „82. Und jetzt: Poesie“

81. Dubpoetin

„Zuerst fühle ich einen Rhythmus oder einen Klang, und ich frage mich, was er mir sagen will“, erklärt Jazzmin Tutum. „Dann schält sich eine Idee heraus, in einem einzelnen Satz. Und aus dieser Haltung heraus entwickelt sich ein ganzes Gedicht. Was ich dazu aber… Continue Reading „81. Dubpoetin“

80. Umtriebe

Igel ist eine Autorin, die seit drei Jahrzehnten konsequent ihren literarischen Weg geht. Ich schätze sie als Gesprächspartnerin und Kollegin, mit der ich die Reihe Neue Lyrik im Auftrag der Kulturstiftung Sachsen im Verlag Poetenladen herausgeben darf, aber lange bevor ich sie persönlich kannte, schätzte ich… Continue Reading „80. Umtriebe“

77. Hungerkünstlerin

Drei Jahre nach dem Tod der Autorin ist Elfriede Gerstls Nachlass so weit aufgearbeitet, dass eine dicke und dichte Publikation erscheinen konnte. Faksimiles von Notizzetteln, Dokumenten, Tagebuchseiten, Veranstaltungsprogrammen und Fotos aus gut acht Jahrzehnten stehen Seite an Seite mit wissenschaftlichen Aufsätzen sowie Nachrufen, Erinnerungen,… Continue Reading „77. Hungerkünstlerin“

76. Lyrik in unlyrischen Zeiten

Im Gedichtband Nauz (zu Deutsch „Futtertrog“) der ladinischen Lyrikerin Roberta Dapunt stehen Gedichte neben äußerst prosaischen Fotos vom Sauschlachten in all seinen Stadien. Die lyrischen Momentaufnahmen bäuerlicher Existenz in Südtirol macht frau, wenn der mit Arbeit und Geschäftigkeit erfüllte Alltag es zulässt: im Dunkel… Continue Reading „76. Lyrik in unlyrischen Zeiten“

74. Pfarrerdichter

Vielleicht liegt es an seinem theologischen und altphilologischen Hintergrund, dass seine Lyrik modern und zugleich sehr traditionell wirkt. „Meine Gedichte folgen nicht der postmodernen Dauerschleife der Infragestellung des Autors oder einer fundamentalen Sprachkritik. Ich habe mich immer mehr reingeschrieben in ein ganz naives Vertrauen… Continue Reading „74. Pfarrerdichter“

73. Thomas Brasch

Ja, Brasch war »der poetische Sprecher (seiner Generation)«, das stand auch so in der FAZ; der Kleist seiner Zeit – oder, um es wieder mit Heiner Müller zu sagen, einer, »den man ziehen lassen sollte«. Esther Dischereit las: »Auf einem alten Foto ist (meine… Continue Reading „73. Thomas Brasch“

70. Poetopie

hinter dir Fußspuren im Schnee, unberührt weiß vor dir der zugefrorene See – unter den Schuhsohlen knackt das Eis Hansjürgen Bulkowski

69. Vorzimmer

Joachim John: »Die heutige Gesellschaft ist kein taugliches Modell. Wir benehmen uns wie eine Selbstmordsekte gegenüber der Natur. Globaler Kannibalismus. Ich zitiere einen deutschen Dichter meiner Generation, Karl Mickel: ›Die Welt ein Schiff Voraus ein Meer des Lichts Uns hebt der Bug So blicken… Continue Reading „69. Vorzimmer“

68. Peter-Huchel-Preis 2013 für Monika Rinck

Die Lyrikerin Monika Rinck erhält in diesem Jahr den Peter-Huchel-Preis. Sie wird für ihren Gedichtband „Honigprotokolle“ ausgezeichnet. Der SWR und das Land Baden-Württemberg vergeben den Preis seit 1983 für ein herausragendes lyrisches Werk des Vorjahres. Die „Honigprotokolle“ setzten einen „poetischen Resonanzkörper“ in Gang, der… Continue Reading „68. Peter-Huchel-Preis 2013 für Monika Rinck“

67. Stimmenkonzert

A.J. Weigoni veranstaltet in diesen Prægnarien ein furioses Stimmenkonzert aus Reimen und Kalauern, den Tücken der deutschen Grammatik und ihren Wortzusammensetzungen. Es gibt in diesen Gedichten Buchstaben als etwas Hörbares und Buchstaben als etwas Sichtbares. In der künstlerischen Auseinandersetzung treffen sich Bracht, Weigoni und Hieronymus regelmäßig… Continue Reading „67. Stimmenkonzert“

66. Lyrikfan

In der ersten Medien-Erregung wird Pep Guardiola, von Mitte des Jahres an neuer Trainer des FC Bayern München, bereits als Heilsbringer des Fußballs gefeiert. Dabei liebt er vor allem die Poesie. (…) Denn gerade ist in der Edition Delta in der Übersetzung von Juana… Continue Reading „66. Lyrikfan“

65. Vermutlich

Von historischen Umständen und politischer Verfolgung ist in diesem Kindheitsgedicht jedoch nicht die Rede. Die extreme Reduktion, die spröde Kargheit dieser Verse schafft trotzdem eine undefinierte Atmosphäre der Bedrückung. Der Gipfel der Ernüchterung ist in der siebten Zeile erreicht: „vermutlich von einer Rechnung“. Es… Continue Reading „65. Vermutlich“

64. Älterer Autor

Ich denke oft, daß man als älterer Autor unter Umständen wieder in Kneipen jobben muß, wenn man sich nicht irgendwie anders im Betrieb etabliert hat und die Förderung abnimmt. (…) Schriftsteller, die Lyrik schreiben oder eher avantgardistische Prosa, leben oft hauptsächlich von Förderungen. Aber… Continue Reading „64. Älterer Autor“