Kategorie: Deutsch

Neger-Idyllen

Doch auch viel direkter noch war Herder ein Kritiker des Kolonialismus: Dem 114. Humanitätsbrief, der einen Gedichtzyklus mit dem sarkastischen Titel «Neger-Idyllen» enthält, ist eine eindrucksvolle Einleitung vorangestellt: «Der Neger malt den Teufel weiss, und der Lette will nicht in den Himmel, sobald Deutsche… Continue Reading „Neger-Idyllen“

Günter Seuren gestorben

Der Schriftsteller Günter Seuren, geboren 1932 in Wickrath/ Niederrhein, starb am Mittwoch in München. Seuren, der vor allem als Erzähler und Drehbuchautor bekannt wurde, debütierte 1961 mit dem Gedichtband „Winterklavier für Hunde“. Nachrufe: SZ 13.12.03 / FR 13.12.03

Hölderlins „Die Kürze“

In der Frankfurter Anthologie, FAZ 13.12.03, stellt Wolfgang Schneider Hölderlins Gedicht „Die Kürze“ vor.

Stötteritzer Shakespeare

Vom „deutschen Shakespeare“ zum Regionalautor: Anne-Kristin Mai: Christian Felix Weiße (1726-1804) – Leipziger Literat zwischen Amtshaus, Bühne und Stötteritzer Idyll. Biographische Skizze und Werkauswahl, Sax Verlag, Beucha 2003, 15 Euro Leipziger Volkszeitung 12.12.03 Hier ein Gedicht – gewiß nicht shakespearisch, aber lesenswert: An die… Continue Reading „Stötteritzer Shakespeare“

lyrikmail Nr. 670 10.12.2003

Es regt sich, schnarrt und ächzt im Kehlkopf drin schlägt den harten Gong des Gaumens zwölfmal an Gewalpert wird vielleicht ganz oben wo sichs wölbt hier unten, wo der Kiefer leise knackt, spukt es in der Lippenfurche, huscht ein Schatten übers Kinn Statt Fäden:… Continue Reading „lyrikmail Nr. 670 10.12.2003“

Befreiung des Empfindens

Einen neuen Gedichtband von Alfred Kolleritsch zeigt die Kleine Zeitung vom 10.12.03 an: „Befreiung des Empfindens“, von Alfred Kolleritsch, Droschl-Verlag. 104 Seiten, 16 Euro

Luna Park

Ganz und gar nicht amused zeigt sich Paul Jandl über die „Vergnügungsgedichte“ von Franzobel, NZZ 9.12.03 Franzobel: Luna Park. Vergnügungsgedichte. Zsolnay-Verlag, Wien 2003. 176 S., Fr. 31.20.

Aufsässige Magie

«In dieser Poesie», so sagte Michael Krüger vor fast zwanzig Jahren in seiner Dankesrede bei der Entgegennahme des Peter-Huchel-Preises – und er meinte neben Huchels Gedichten auch namentlich jene von Ingeborg Bachmann oder Paul Celan -, «lebte ein Stück ältester Magie weiter, die sich… Continue Reading „Aufsässige Magie“

Sonnenaufgang über Berlin

In Rolf Schneiders Berliner Anthologie (Morgenpost) am 7.12.03: Karl Philipp Moritz Sonnenaufgang über Berlin. Das Gedicht beginnt so: Die Sonne, die den goldumsäumten Fächer Des Morgenrots entfaltet hat, Vergüldet nun mit ihrem Strahl die Dächer Und grüßt mit Lächeln unsre Königsstadt.

Vom Schnee

Und Ernst Osterkamp schreibt über Durs Grünbein „Vom Schnee“ oder Descartes in Deutschland. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003 ISBN 3518414550, Gebunden 144 Seiten, 19,90 EUR (Vgl. FR 26.11.03, SZ 8.11.03, Gert Scobel, Die Welt 7.12.03)

Vor 70 Jahren starb Stefan George

Als Stefan George am 4. Dezember 1933 starb ein populärer Lyriker. Ein Jahr nach Georges Tod summierte sein Verleger Georg Bondi die Höhe der Auflagen von Georges Büchern und gelangte zu staunenswerten Zahlen: Von keinem der Georgeschen Gedichtbände waren weniger als 10 000 Exemplare… Continue Reading „Vor 70 Jahren starb Stefan George“

Schizograph

Vor nahezu einem halben Jahrhundert hat ein Freund bei Peter Rühmkorf „Schizographie“ festgestellt. Schizographie, erklärt Rühmkorf selbstironisch, meint zwei Schreibantriebe, die schwer auf einen Nenner zu bringen waren und sind: ein apokalyptisches Grundgefühl einerseits und ein aufklärerisches Bedürfnis andererseits. … Vielleicht ist das ein… Continue Reading „Schizograph“

Thüringische Gedichte

An den Thüringer Lyriker Walter Werner (der in DDR-Zeiten wohl zu Recht zu den wichtigen Autoren der „mittleren“ Generation gezählt wurde) erinnert eine Kurzbesprechung in der „Thüringer Allgemeinen“, ca. 2.12.03 Walter Werner: „Gewöhnliche Landschaft. Thüringische Gedichte“, quartus-Verlag, 8,90 Euro.

Lyrik aus Rumänien

präsentierte das vierte Lyrik-Wochenende in Bern: Während die ersten beiden dank ihrer Zugehörigkeit zur deutschsprachigen Minderheit Rumäniens hierzulande so heimisch wie geachtet sind, sprengte die in Bukarest lebende Autorin Nora Juga gänzlich unbekannte lyrische Tropfen ein. Sie schillerten surrealistisch, spiegelten die literarische Gegenwart grotesk… Continue Reading „Lyrik aus Rumänien“

The Gemütlich World Schoenberg Left Behind

/ JEREMY EICHLER, NYT*) November 30, 2003 (über „Verklärte Nacht“, Text Richard Dehmel)