Wunderbarer Wahnsinn

Einen Platz in der Geschichte der New Yorker Avantgarde zwischen 1913 und 1923 hat Elsa von Freytag-Loringhoven (1874 bis 1927), geb. Plötz, geschiedene Endell und geschiedene Greve, auf jeden Fall verdient. Irene Gammel, eine deutschstämmige Literaturwissenschaftlerin, die seit langem in Kanada lehrt, hat mit einer Begeisterung, die dem wunderbaren Wahnsinn der „Baroness“ kongenial ist, das ganze Leben, Lieben, Dichten & Trachten dieser Volkskünstlerin erforscht, so weit überhaupt möglich dokumentiert und, vielleicht allzu großzügig, nach dem Muster der verkannten weiblichen Künstlerin in einer Männerwelt gedeutet. Ausdrücklich hervorgehoben werden muss in diesen harten Zeiten der Knickrigkeit und der Risikovermeidung auch das Engagement der Verlegerin Brigitte Ebersbach, die das Buch nicht bloß übersetzen ließ, sondern ihm darüber hinaus auch eine so luxuriöse Ausstattung genehmigte, dass es zu einem Schmuckstück jeder Büchersammlung taugt. / Katharina Rutschky, FR 31.12.03

Irene Gammel: „Die Dada Baroness. Das wilde Leben der Elsa von Freytag-Loringhoven.“ Aus dem Amerikanischen von Claudia Kotte. edition ebersbach, Berlin 2003, 256 Seiten, 34 Euro.

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