Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Ingeborg Bachmann veröffentlichte 1953 ein Gedicht, dessen erste Zeile lakonisch verkündet: „Es kommen härtere Tage“. Das Inferno des Krieges lag acht Jahre zurück. Im März ’53 starb Stalin. Am 17.Juni erhoben sich die Arbeiter gegen die DDR-Diktatur. In Korea herrschte ein fragiler Waffenstillstand. Im… Continue Reading „97. Es kommen härtere Tage“
Pommern singt nicht, sagte man. Als das romantische Deutschland sang, malten die Pommern, schrieb der Pommernflüchtling Hans Werner Richter. Bei pomlit finden Sie ein gutes Gedicht des pommerschen Malers Philipp Otto Runge, einen Text von Walter G. Goes über Kurt Tucholsky und eine Einführung… Continue Reading „96. Pomerania non cantat,“
Wenn Gedichte nicht besprochen werden, muß man es selbst machen. Klaus Grunenberg (wenn ich die Verwandtschaftsbeziehungen richtig interpretiere) tut das, bzw. läßt es die Kritiker Ed Moercke und Mark Beil-Ritzi tun. Am Heiligabend schon zum 100. Mal. Moercke beginnt so: Wieder so ein Gedicht, wo wir… Continue Reading „90. Lyrieeleison“
1 Völlig irritiert nahm Ludwig Bechstein 1821 sein erstes Honorar als Lyriker entgegen. Während seiner Apothekerlehre in Arnstadt hatte er erste literarische Versuche unternommen und auch drei Gedichte an die „D’olzische Jugendzeitung“ geschickt, aber keineswegs mit einem Obulus für die Veröffentlichung gerechnet. Kurz darauf erschien sein erstes Buch,… Continue Reading „89. Arnstadts Dichter“
„Klage der Ceres“ sei die Antwort auf Goethes „Alexis und Dora“ gewesen, ein Poem, das als Liebesgedicht an Schiller gelesen wird. Die Autorin benutzt den Begriff der Erlebnisdichtung wieder völlig unbefangen und kann sich dafür auf Goethes Selbstverständnis als Lyriker berufen. Vor zwanzig Jahren,… Continue Reading „88. Verschlüsselte Liebeserklärung“
Wie kaum ein zweiter Lyriker der Gegenwart kommt Wagner einem Ideal von Dichtung nahe, nach welchem Gehalt sich nicht diskursiv durch das Wort vermittelt, sondern evokativ in und mit dem Wort. Ein Glücksfall sind Wagners Gedichte aber auch darin, dass diese Lyrik sich nicht… Continue Reading „87. Glücksfall“
Diese Lyrik ist auf Verständnis aus – und im Grundton versöhnlich. Ungezwungen reimt Fels, Jg. 1946, Herz auf Schmerz, beschwört die Liebe, ruft Gott und die Engel an und freut sich über das Leben. / Kirstin Breitenfellner, Falter 22.12. Egal wo das Ende der Welt… Continue Reading „86. Versöhnlich“
Uljana Wolf las zusammen mit den Autoren Maggie Nelson, Guy Bennett and Stephen Motika aus Los Angeles in der Villa Aurora in Venice/ Cal. in einer Veranstaltungsserie, die lokale Autoren und Musiker mit internationaler und Avantgardekunst vereint. Uljana Wolf war im Herbst Poet in… Continue Reading „85. Uljana Wolf auswärts“
Warten auf Hornissen (Tonabnehmer über dem Hirn)Ich mache mal wieder nichts. Die Fliegen sind da, es ist Sommer. Eigenartig, sie machen keine Töne. Sie fliegen unter der Lampe. Immer wieder stoßen zwei scheinbar zusammen, dann erweitert sich der Raum um weniges. Er ist ein… Continue Reading „84. Meine Anthologie 65: Silke Peters, Warten auf Hornissen“
Der österreichische Schriftsteller Erwin Einzinger erhält den H.-C.-Artmann-Preis 2010. Einzingers Gedichte würden durch die Vielfalt der Töne, ihren Witz und die Breite ihrer Themen bestechen , urteilte die Jury. Die von der Stadt Wien im Zweijahresrhythmus vergebene Auszeichnung für herausragende Leistungen auf dem Gebiet… Continue Reading „83. H.-C.-Artmann-Preis für Erwin Einzinger“
Die Frage ist für den Iraner Khalfani, der in Deutschland lebt, von besonderer Relevanz: „Der Dichter fängt an Gedichte zu schreiben / wenn er schweigen muss“. In Deutschland, dem Land der Dichter und Denker, in dem die Dichter zwar schreiben dürfen aber nicht gelesen… Continue Reading „81. Gegen die Konformität der Wahrnehmung“
63 (2001) Jetzt werde ich die Welt beschreiben DAS MEER Soweit so blau DIE LANDSTRASSE Die Landstrasse hat der Mensch gemacht, scheidet also aus. DIE STADT Die Stadt hat ein Stadttor und das Dorf nicht. Hätte das Dorf ein Dorftor, wäre auch das… Continue Reading „79. Meine Anthologie 63: Reinhard P. Gruber, Jetzt werde ich die Welt beschreiben“
So ist es nur konsequent, dass sie ihr neues Buch ganz einem Fluss gewidmet hat. Wobei sie die reale Donau mit ihren Wirbeln, Fischen und dem Donaugold ‚tief unten / im Flussgrund‘ in eine eigene gedanklich-sprachliche Welt verwandelt. Der Sog der Sprache wird in… Continue Reading „77. Lyrisches Flussbett“
Jacques Derrida tritt dem Dichter und geliebten Lebenspartner Ernst Jandl an die Seite, mit dem Friederike Mayröcker in dem fünf Jahre nach seinem Tod erschienenen Prosabuch ‚Und ich schüttelte einen Liebling‘ (2005). Jandl geistert auch durch dieses Buch; an ihn, der unter dem Namen… Continue Reading „76. als säsze man im Zug und die Landschaft flöge vorbei“
HARDCOVER STUDIO Binnenreim auf der Bühne, Metapher in der Maske, Alliteration im Atrium: Der Berlin Verlag feiert den 10. Geburtstag der Lyrik-Reihe mit einem Lyrik-Parcours. Jan Wagner, Björn Kuhligk, Ron Winkler, Elke Schmitter und viele andere Autoren nehmen uns mit auf eine Probebohrung in… Continue Reading „75. Lyrik Live im Gorki-Studio“
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