116. und letztens 2010: No comment

Eine Meldung, die ich nicht unkommentiert durchlassen mag, und es im kurzen Jahrrest nicht mehr schaffe: der Deutschlandfunk stellt den Lyrikkalender ein. Das ist für sich traurig, aber sie tuns auch noch mit der dümmsten aller Begründungen. Nach 5 Jahren und 1800 Gedichten müsse man aufhören, wenn man den Qualitätsstandard halten will: es gebe einfach nicht mehr genug gute Gedichte, die man in 1 Minute vorlesen könne. Peng! aus! die schließen nicht nur ihren Kalender, sondern die deutsche Lyrik gleich mit! Darüber reden wir noch; ich auch.

Nächstes Jahr. Dann wird die Lyrikzeitung 10 Jahr alt. Genau gesagt morgen.

Ich wünsche allen Lesern eine gute Feier ins Neue und viele unerhörte Gedichte 2011!

5 Comments on “116. und letztens 2010: No comment

  1. Pingback: verspäterer Nachruf auf einen schmerzlich empfundenen Verlust | zebraistik60

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  3. Pingback: „Lyrikkalender‟-Sendung im Deutschlandfunk eingestellt | planet lyrik @ planetlyrik.de

  4. habe die „abkündigung“ auch gehört, und verwunderlich sowohl Müchlers begründung „weil auch mal das beste zu ende gehen muß“ als auch die etwas später folgende einlassung: „es war riskant, lyrik im radio zu machen, wer hat das schon mal versucht …“ – als ob nicht auch andere sender der ard schon so etwas, sicher in anderer weise als der dlf, im programm gehabt hätten, ich erinnere nur mal an Wend Kässens ambitionierte reihe im ndr, und selbst mdr-figaro brachte und bringt in gewissen abständen regelmäßig im morgenjournal ein gedicht zu gehör …
    Ansonsten kann ich nur Egmont Hesses kommentar unterstreichen.

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  5. ich habe mir das abschiedsgespräch im deutschlandfunk einmal angehört und folgenden kommentar an den programmdirektor geschrieben:

    sehr geehrter herr müchler,
    soeben habe ich auf ihrer internetseite gelesen, daß sie die sendung lyrikkalender eingestellt haben. ihre begründung für diesen rausschmiess ist erschreckend dürftig. sie haben die sendung quasi aus dem programm gelobt. mit unliebsamen angestellten wird im business ähnlich verfahren. eine typische beerdigungsrede. wenn sie tatsächlich der meinung sind, daß die zahl von guten gedichten unter einer minute endlich ist haben sie vom kleinen einmaleins der lyrik(szene) keinen schimmer. als programmdirektor muß man das vielleicht auch nicht, aber dann sollte man so ein entlassungsgespräch einem kompetenterem partner überlassen, der die katze aus dem sack lässt.

    mit poetischen besserungswünschen für das neue jahr des hasen

    egmont hesse

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