31. Grammatik der Sprachen von Babel

Immer wieder versuchen einige (ich paraphrasiere Volker Braun) ihre Vernunft und ihr Geld einzusetzen, um die Verhältnisse zu ändern. (Immer wieder raten ihnen die Verhältnisse, vernünftig zu sein, setzte Braun in einem anderen Leben fort). Eben passiert es wieder, dies Un-Vernünftige. Reinecke & Voß heißt ein neuer Verlag in Leipzig, von dem mir die ersten zwei Bände vorliegen. Gesammelte Aufsätze von Norbert Lange – Nachdrucke aus Zeitschriften und Anthologien wie Quellenkunde, Edit oder Umkreisungen sowie bisher Ungedrucktes. Lange gehört zu der neuen Leipziger Schule, die sich seit einigen Jahren ankündigt und die vielleicht, bei allen Überlappungen, den Berlinern um kookbooks und Jetzt bald selbstbewußt zur Seite treten wird. Die ersten Vorschuß-Lorbeeren (von Michael Braun und Alexander Nitzberg) zieren den Rücktitel. (Ich bin unironisch wie immer). Auf Lange wird zurückzukommen sein.

Jürgen Buchmann kannte ich von einigen Prosabänden, die ich in den ersten Jahren der Freiheit, eswar 1991, bei einer Lesung des Autors in Greifswald erwerben konnte. Vielleicht waren wir noch neugieriger und noch nicht von Bestseller-Kanonen durchschossen – wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, schien der Autor erstaunt über die Nachfrage. Eines der drei Bändchen, „Grammatik der Sprachen von Babel“ (Pendragon 1987), legen Reinecke & Voß jetzt in einer überarbeiteten und erweiterten Auflage neu vor. Mein Entzücken ist vom ersten Satz an wieder ganz da. Zwei Proben:

XXIV

Die Sprache zeichnet sich hierzulande durch eine große Zahl von Redewendungen aus, die Wert und Würde des Menschen gelten. Diese Wendungen genießen solches Ansehen, dass ihr Gebrauch den Vornehmen des Landes vorbehalten ist. Gesindel, das sie missbräuchlich im Munde führt, um etwa Küchenabfälle zu erbetteln, wird streng gerügt und der Türe verwiesen.

XXV

Der Gelehrte Mukhtar Ibn Ahmad erzählte mir einst unter Lachen, im Arabischen besitze jedes Wort viererlei Bedeutung: Es bezeichne erstlich eine Sache, alsdann ihr Gegenteil, fernerhin etwas, das mit Kamelen zu tun habe, und endlich eine Obszönität. In letzterer Hinsicht geht die Sprache dieses Volks noch weiter. Von den Modi des Verbums kennt sie einzig den Konjunktiv, der das Verlangen bezeichnet: Kein Satz, der nicht ein Zeugnis ihrer Begehrlichkeit wäre; noch die Greise verbringen den Tag mit lüsternen Reden. Die Grammatiker des Landes beklagen die Frivolität ihrer Sprache; einer, heißt es, der sich um ihretwillen entmannte, habe zu spät gefunden, dass er auch damit ihr nicht zu entrinnen vermochte.

(Mehr auf der Website des Verlages)

Der volle Titel:

JÜRGEN BUCHMANN

GRAMMATIK DER SPRACHEN VON BABEL
AUFGEZEICHNET NACH DEN GESPRÄCHEN DES MESSER MARCO POLO, EDELMANNS AUS VENEDIG, VON DER HAND DES MAESTRO RUSTICHELLO DA PISA, DER AUCH RUSTICIANO GENANNT WIRD, IM GEFÄNGNIS ZU GENUA.

Norbert Lange
Das Geschriebene mit der Schreibhand
Aufsätze
Taschenbuch 12 x 19, 112 Seiten
Originalausgabe
9,95 Euro
ISBN: 978-3-981347

Jürgen Buchmann
Grammatik der Sprachen von Babel
ISBN 978-3-9813470-1-2

16 Comments on “31. Grammatik der Sprachen von Babel

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  3. Wahlweise geht auch so…

    Subjektive: Ames, Amslinger, Genschel, Kuhlbrodt, Lange, Reinecke…

    Sprachmalerische: Sandig, Reyer, Elze, Küchenmeister…

    Sprachreflexive: Trojan, Rudolph, Preiwuss, Hefter…

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    • oder so: wir verzichten auf unsere Namen, veröffentlichen Texte anonym – im Ernst. Sagte auch schon Foucault, oder wer? Dann wäre der Blick auf den/die Text/e unverstellt, und puff – einige Zuordnungs-Kategorien wären wie weggezaubert.
      Würde die Buchindustrie natürlich nicht mitmachen. Und der ganze schöne Geniekult putt. Schnüff, schnüff.

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      • Liebe Martina,

        stimmt. Die anonyme Verfasserschaft von Texten findet man im Internet zwar alle Nase lang, doch meist von Hobbydichtern.

        Man könnte Kategorien spielen und sehen, wohin es führt, wenn man sich gegenseitig wechselnd einordnet und streitet.

        Setzte man Wandelbarkeit als Kriterium, könnte man AutorInnen, die einen Schreibansatz beibehalten und weiterzuentwickeln versuchen unterscheiden von solchen, die von Anfang an auf Stil-Divergenz setzen.

        Oder was ist mit Lyrik, die Techniken der Illusionserzeugung nutzt, um dem Leser die Identifikation zu ermöglichen und einer Lyrik, die auf Künstlichkeit setzt, um den Leser zu involvieren?

        Interessant ist, dass solche Kategorien kippen können. Bernstein hat ein ganzes Buch darüber geschrieben, wie subjektive Lyrik und wie sprachreflexive Lyrik gerade ins Gegenteil umspringen, wenn die aus den Ansätzen resultierenden Techniken zu Klischees werden.

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      • Ich meine „Artifice of Absorption“, in Charles Bernstein, „A Poetics“, 1992 bei Harvard University Press.

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  4. Woher diese Schreckhaftigkeit? Auch Ron scheint den Graben, den er Michael Graz in die Zeilen legt selbst hineingelegt zu haben. Ich verstehe Eure Furcht vor Einordnung, teile sie wahrscheinlich und habe deswegen nur eine solche, leicht zu relativierende Kategorisierung gewählt, damit der Nächste andere Kriterien vorschlägt. Die Wandlungsfähigkeit des eigenen Schreibansatzes wäre beispielsweise ein anderes. Ich finde es bedenklich, dass DichterInnen schnell dabei sind, zu beteuern, wo sie nicht hingehören, aber selten sagen wo sie „stehen“. Relativierungen sind schnell bei der Hand, logisch, doch der Rückzug auf den eigenen Einzelstatus führt zu nichts, außer vielleicht zum Postulat der eigenen Unverwechselbarkeit: „Wenn Du denkst, Du haschst mich, bin ich schon woanders…“
    Das ist natürlich auch wieder auslegbar. Es geht hier nichtmal um Streit, das Eisen ist ziemlich lau. Trotzdem machen Neun von Zehn erstmal einen Satz nach hinten, wenn was mal im Raum steht.
    Diskutieren bedeutet doch nicht gleich Streit. Immer nur Gruppenkuscheln ist öde, Verstehen kein Abnicken.

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    • Zitat: „Ich finde es bedenklich, dass DichterInnen schnell dabei sind, zu beteuern, wo sie nicht hingehören, aber selten sagen wo sie „stehen“. Relativierungen sind schnell bei der Hand, logisch, doch der Rückzug auf den eigenen Einzelstatus führt zu nichts, außer vielleicht zum Postulat der eigenen Unverwechselbarkeit…“.
      Ich versteh deine Argumente schon, lieber Norbert. Aber ist es denn so einfach zu sagen, wo man als Schreibende/r steht? Wenn man vorher schon weiß, wo man steht, ist dann das Schreiben überhaupt noch notwendig, kühn gefragt? Für mich bedeutet das Schreiben immer auch eine Suche, formal wie inhaltlich, so esoterisch das klingen mag, und diese Suche, der Vorgang, ist für mich gleichberechtigt mit dem fertigen Text (der vielleicht sogar ganz anders ausfällt, als man das beim Ausgangspunkt sich vorgestellt hatte). Deswegen schrecke ich vielleicht vor Kategorisierungen zurück – weil da natürlich ein für mich wichtiger Anteil der Arbeit gar nicht mit berücksichtig werden kann. Das will ich auch so annehmen. Aber mit der Postulierung einer Unverwechselbarkeit hat gerade das nichts zu tun, glaube ich. Hoffe ich. Liebe Grüße.

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  5. Eine Schreibschule in Leipzig gibt es, das DLL in der Wächterstraße. Von Leipziger Schule zu sprechen könnte polemisch missverstanden werden. Wollte man eine Schnittmenge unter den DichterInnen aus Leipzig bilden, würde der Begriff zwar handlicher, aber auch anfälliger. So zeigt es meiner Meinung nach das Beispiel des kooklabels für Berlin. Wie dort lassen sich in Leipzig Freundschaften unterscheiden, die sich poetologisch annähern, aber auch cliquenübergreifend bestehen.
    Die Begriffe, mit denen man die Leipzig-Gruppen unterscheiden könnte, sind sehr sehr wacklig. Trotzdem wäre es eine Diskussion wert.

    Sprachreflexive, Subjektive oder Sprachmalerische (mir fällt kein besserer Begriff eben ein) ließen sich vielleicht DichterInnen zuordnen. Dass dabei welche zusammenkommen, die nicht gemeinsam genannt werden wollen, versteht sich von selbst. Z.B.:

    Subjektive: Sandig, Reyer, Elze, Küchenmeister…

    Sprachmalerische: Trojan, Rudolph, Preiwuss, Hefter…

    Sprachreflexive: Ames, Amslinger, Genschel, Kuhlbrodt, Lange, Reinecke…

    (In Ulf Stolterfohts Cowboy-Anthologie kann man noch viele
    andere aus Leipzig entdecken.)

    Der Eindruck der Heterogenität hängt vielleicht auch daran, dass es in Leipzig, anders als in Berlin mit Kookbooks, bisher noch keine Anlaufstelle gibt, die sich der DichterInnen angenommen hätte. Der Poetenladen könnte diese Rolle einnehmen oder Reinecke & Voss. Zwischenzeitlich schien die Connewitzer Verlagsanstalt in die Rolle hineinzuwachsen, doch werden nach dem Weggang Sandigs dort soweit ich höre keine Einzelbände mehr gemacht.

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    • (Aaarrgh, lieber Norbert, liebe anderen, es lässt mir doch keine Ruhe): Menschen haben ein Bedürfnis nach Kategorisierungen, scheint es – und vielleicht ist es aus diesem Blickwinkel heraus verständlich, Einteilungen vorzunehmen, Gruppen zusammenzustellen nach den und den Kriterien – vielleicht entstehen ja so überhaupt Gruppen: immer von außen – und ist man drin in der Gruppe, fragt man sich immer nur: ja wo sind denn die anderen? Oder man weiß gar nicht, dass es noch andere gibt. (So ähnlich stehts glaub ich auch bei Monika Rinck, in „Ah, das Love Ding“).
      Also, so vorsichtig und auch gutmeint und durchdacht alle diese Einteilungen sind – ich kann sie von innen her, also von meinem Standpunkt aus nicht bestätigen, oder nicht erkennen. Wo ich mich befinde, ist definitv nicht da, wo mich andere verorten. Was manchmal nervig ist. Ich sage: ich bin nicht Napoleon. Und alle anderen sagen; doch, du bist Napoleon. Bei Norberts Eintrag wird mir quasi eine Schreibhaltung zugeschrieben – die ich manchmal AUCH habe. Aber bitte, bitte, sie mir nicht für immer geben! Nur für die nächsten zwei Wochen, gut? Jeder Text verlangt eine andere Form, denke ich, und mancher Text ist doch auch deswegen geschrieben worden, um Dinge auszuprobieren, also quasi UNTERWEGS, und ich denke, dass dieser Umstand in der Rezeption schon mitbedacht werden sollte. Aber dennoch muss es natürlich den anderen erlaubt sein, diese Einteilungen vorzunehmen – so lange sie nicht abwertend oder sonst wie gefährlich sind. Lang leben die Phantome! Martina.

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  6. „Ein mächtiges Häufchen. Die sind keine Gruppe, aber zeigen Sie mir ein Jahrzehnt, wo es in Leipzig so viele interessante LyrikerInnen und Lyrikerinnen gab wie im letzten.“
    Und wer soll das bestritten haben?
    Ihr Ton ist insgesamt sehr charmant. Immerzu Danke dafür.

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  7. Ahhh.. das ist ja wundervoll!

    Endlich dieses Mysterium um >Babel aufgedeckt. Immer wieder habe ich in verschiedenen literarischen Texten diesen Begriff säuselnd und verheißungsvoll murmeln gehört.

    Vielen Dank für diese Zitate! Sie haben mir einige Rätsel aufgedeckt, das Buch wird mein!

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  8. Norbert lebt seit sehr sehr geraumer Zeit in Berlin. Und noch kein potentiell infrage kommender Lyriker aus Leipzig konnte mit dem Begriff einer »Leipziger Schule« etwas anfangen, bzw. eine solche erkennen.
    Und: Wer von den »Berlinern um kookbooks« spricht, weiß natürlich, dass es sich eigentlich um nicht mehr als ein Dutzend handelt. Für ein Schreckgespenst vielleicht zu wenige, oder?
    Sodann ist nach zwei Bänden »Lyrik von JETZT (mit insgesamt 124 »Stimmen«) dann doch auch ein erklecklicher Haufe Leipziger AutorInnen eingejetztet. Nicht nur deswegen, lieber Michael Gratz: Ich sehe Ihren Graben nicht.
    Besides: A warm welcome to Reinecke & Voß!

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    • Lieber Ron Winkler,
      wieso Graben??? Warum Schreckgespenst? Wieso gleich so mißtrauisch? Nur ein tastender Versuch, einige Beobachtungen zusammenzuziehen. Michael Braun sprach im Zusammenhang mit Norbert Lange von der Lyrik des 21. Jahrhunderts – zitiert vom Verlag, natürlich. Wer würde das nicht? Aber wer weiß schon was vom 21. Jahrhundert? Zur Warnung benutze man Max Geißler: Führer durch die dt. Lit. des 20. Jahrhunderts. Weimar 1913. Fast keiner, den er lobt, ist heute bekannt, fast keiner den wir kennen kommt dort (lobend) vor. Na und? Eine Fundgrube von Informationen bleibt es allemal.
      Wissen wir Genaueres von den nächsten 2 Jahren? Oder von der Gegenwart? Der näheren oder ferneren Vergangenheit? Selbst wo Gewißheiten bis ins Schulwissen reichen, wie über „Expressionismus“, sind sie höchst fragwürdig. Da zöge ich es vor, wir kommunizierten weniger mit Gewissem, Abgesichertem, mehr mit viel mehr Probebohrungen.
      Ich kenne mindestens einen befreundeten Kritiker, von dem ich das Wort von der neuen Leipziger Schule vielleicht sogar gehört habe, wenn ja hat es bei mir ein Nicken ausgelöst. Sind nicht in den letzten Jahren etliche Autoren „nachgerückt“, aufgetaucht, die den Auftritt um 2003 um nur ein paar Jahre verpaßt haben? Stehen nicht etliche davon im Fortsetzungsband, im Neubuch, in Quellenkunde oder den Versnetzen? Ob das bloß eine Anreicherung ist oder etwas qualitativ Neues, wer kann das jetzt schon beurteilen? Aber fragen darf man doch. Ich sehe schon „Berlin“ 2. Hälfte 90er als eine Art Gravitationszentrum, um das herum JETZT entstand (und sich überraschend beim Fachpublikum durchsetzte). Und ich beobachte in den letzten Jahren das Hervortreten nur wenig jüngerer Autoren, die die Lyrikseminare bei Hummelt, Lentz, Stolterfoht … besucht haben. Mir gefällt, wie Lyrikjahrbuchherausgeber Stolterfoht staunt, daß ein paar Beiträge „von uns bis dahin vollkommen unbekannten Autoren stammen“ (seine Nachbemerkung). Stolterfoht war es auch, der (ich glaube in Bella triste) das Hervortreten überraschender neuer Autoren ankündigte. Die hat er wohl in Leipzig kennengelernt. Ungefähr das wollte ich skizzieren. Was das mit Gräben zu tun hat, ist Ihr Geheimnis. Erklären Sies mir?

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      • »bald selbstbewußt zur Seite treten« klingt mir stark nach A versus B. (Dass ich das entgegen Ihrer Intesion so lese, tut mir Leid. Lektüren sind Missverständnisse.)
        Aber was meinen Sie mit »Leipziger Schule« außer in Leipzig situiert? Noch einmal: Junge LyrikerInnen aus Leipzig, die ich auf den Bergriff ansprach, zuckten mit den Schultern. Sie sahen keinen essentiellen Zusammenhang, keine spezifisch Leipziger Poetik. Oder (Und) es war ihnen nicht sonderlich wichtig.
        Insofern, und so ist dieser Begriff ja auch entstanden [Norbert Hummelt hat ihn (mit) in die Debatte gebracht], scheint er mir ein Frontstellungswerkzeug zu sein. Und ich würde einfach gern wissen, wofür dieses Werkzeug denn nun ist, sein kann.
        Weiterhin, Zitat: »Ob das bloß eine Anreicherung ist oder etwas qualitativ Neues, wer kann das jetzt schon beurteilen?« Ich denke, das kann man schon können.
        Was übrigens ist neu daran, dass es in Leipzig, wo junge SchriftstellerInnen als solche ausgebildet werden, immer wieder junge und gute LyrikerInnen auftauchen. Erklären Sies mir?

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      • „das kann man schon können“: wenn Sies können, Respekt. Ich korrigiere dann gern „man“ zu „ich“. Mich interessieren Frontstellungen, wie sie gern und hier, fragend, auch von Ihnen gebraucht werden, eigentlich wenig (noch weniger Frontstellungswerkzeuge). Interesselinien (: meine) gehen meist quer durch Grenzen. Ost vs. West. Jung vs. Alt. 68er vs. 89er. Berlin vs. Leipzig. Als ob es nicht tolle 89er und beschissene 68er, ich spreche aber bloß von Lyrik jetzt, und umgekehrt gäbe usw. Und wer wüßte nicht, daß es zB in Berlin sowieso von allem alles gibt. Ich glaube, ich habe das erklärt mit dem Wort Gravitationszentrum. Das Hervortreten einer neuen „Generation“ (auch so ein Begriff) hat für mich schon damit zu tun, was sich an Gruppendynamiken im Plural vor 2003 entwickelte, unabhängig davon wo die Leute herkamen und hingingen. Ob das mit Leipzig 2008/10 auch so wird, weiß ICH nicht (wenn Sie Genaueres wissen, was Ihre Worte doch andeuten, „das kann man schön können“: wenn Sies können, tun Sies einfach, ich räume Ihnen jeden Platz ein). Aber drüber nachdenken will ich eben mal, und auch da (Leipzig) weiß ich Sone und Solche die Menge. Ich kann Ihnen mal ein Beispiel nennen für meine Wahrnehmung. Bella triste 20. e-Mail-Gespräche über Lyrik. Als ich die las, fand ichs insgesamt enttäuschend, Ausnahme: Trojan – Reinecke. Die sprachen über Handwerk und nicht über … (setze mal jeder selber ein). In dem Moment dachte ich, vielleicht ist das eben „Leipzig“. Aber bitte die Anführungszeichen nicht weglassen und das Wörtchen „vielleicht“.
        – Das letzte ist vielleicht am leichtesten zu beantworten. Gabs immer in Leipzig, ok. Aber die Häufung? Sandra Trojan, Nora Bossong, Mara Genschel, Luise Boege, Nadja Küchenmeister, Lars Reyer, Norbert Lange, Bertram Reinecke, Judith Zander, Konstantin Ames, Andre Rudolph. Sandig, Kuhlbrodt, Elze, … Ein mächtiges Häufchen. Die sind keine Gruppe, aber zeigen Sie mir ein Jahrzehnt, wo es in Leipzig so viele interessante LyrikerInnen und Lyrikerinnen gab wie im letzten. Nehme ich noch die Reihe der Seminarleiter am DLI dazu, dann kann man das schon für bemerkenswert halten. Ich korrigiere: ICH statt man. Ok? Jedenfalls: Hugh!

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