Lyrische Schweiz

Doch entdeckt werden wollen (und sollen) vor allem die hierzulande weniger Präsenten: etwa Erika Burkarts „Familienballade“, die einem Zustand zustrebt, „in dem sich das Schweigen / ein neues Gehör schafft“, oder Lajser Ajchenrands Trauer- und Gedächtnistexte über den Holocaust in jiddischer Sprache, diverse Mundart- und Dialektdichtungen (u.a. von Manni Matter, Franz Hohler, Berti Jütz), Silja Walters Verse, schön und zerbrechlich wie ein Tanz aus Glas, Armin Sensers rauschhaftes poetologisches Langgedicht „Großes Erwachen“ oder auch Jürg Federspiels Humoreske „Hinterlass ein Zeichen“: „Mal einen Strich. Und schreib: Wer so hoch / pinkeln kann, melde sich bei der Feuerwehr“. …  Die wunderbarste Leistung dieser „schönsten Gedichte der Schweiz“ wirkt paradox: Rasch vergisst man nationale Zugehörigkeiten und versinkt statt dessen in die grenzenlose Schönheit der Poesie. Oft sind es die kleinen Verlage, die großartige Bücher hervorbringen. / Thomas Wild, SZ 9.10.02

PETER VON MATT und DIRK VAIHINGER (Hrsg.): Die schönsten Gedichte der Schweiz. Verlag Nagel & Kimche, München / Wien 2002. 260 Seiten, 16,90 Euro.

Weitere Besprechungen in der SZ-Literaturbeilage vom 9.10.02:

MIODRAG PAVLOVIC : „Einzug in Cremona“. Gedichte. Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main 2002. 184 S., 22,90 Euro.

die Oktoberausgabe der Zeitschrift Akzente (litauische Lyrik) Carl Hanser Verlag, München 2002, 7,30 Euro

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