Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Emil Botta (* 15. September 1911 in Adjud; † 24. Juli 1977 in Bukarest) Milchbruder Ausgebrannt sind wir vom Steuernzahlen, ausgeplündert, Mond und Sterne schwanden uns ins Ungefähr; im ganzen Weinberg blieb uns nicht ein Pfahl, und nun gehört uns nichts mehr, gar nichts… Continue Reading „Ausgebrannt, ausgeplündert“
Zum 700. Todestag Dantes morgen mehr – er starb in der Nacht vom 13. zum 14. September 1321. Heute ein Sonett aus dem 14. Kapitel seines Jugendwerks „Vita Nova“ in verschiedenen Fassungen. Interessant sind auch die verschiedenen Fassungen der rahmenden Prosapassagen, besonders des Kommentars… Continue Reading „Vita Nova“
Jacob Cats war ein berühmter niederländischer Dichter und Politiker, der noch jahrhundertelang gelehrt und gelesen wurde, einige seiner Zeilen bis heute sprichwörtlich. Cats wurde als Volksdichter mit Homer verglichen, schreibt Wikipedia (NL). Die junge Dichterin Sibylla Schwarz bekam seine Werke in die Hand und… Continue Reading „Frühreif“
Rainis (eigentlich Jānis Pliekšāns, fälschlich oft Jānis Rainis, * 30. August jul. / 11. September 1865 greg. in Dunava bei Jakobstadt, Gouvernement Kurland, Russisches Reich; † 12. September 1929 in Majorenhof (Riga-Strand)) Die neue Kraft Aushungern könnt ihr diesen schwachen Leib, Den Körper beugen,… Continue Reading „Die neue Kraft“
Martina Kieninger XI Beschluss (aus: Leitfaden der Pharmaziegeschichte. 1951) Oh drecksapothekne Assoziationen der Dichtkunst, Signaturmittel Hechtmittel der Belletristik wie gegen spitze Schmerzen der Wortwahl! Ach! Sprache wie geklemmt und ins Gestell übersee verwandter Sprachen Sprach und Brauchgesell schaft einer Wirk Grammatik wie von Viehverlöbnis… Continue Reading „Sängerin an der Lampe“
James Joyce (* 2. Februar 1882 in Rathgar, Dublin; † 13. Januar 1941 in Zürich, Schweiz) Chamber Music (1907) XXXV All day I hear the noise of waters Making moan, Sad as the seabird is when going Forth alone, He hears the… Continue Reading „Kammermusik“
Am 7. September 1914 endet die Schlacht bei Gródek in Ostgalizien zwischen österreichischen und russischen Truppen mit einer Niederlage für Österreich. Georg Trakl nimmt als Sanitäter an der Schlacht teil und überlebt sie nur um wenige Wochen. Georg Trakl (* 3. Februar 1887 in… Continue Reading „Grodek“
Cyrus Atabay (* 6. September 1929 in Teheran; † 26. Januar 1996 in München) Aus: Notizen 1 Was für ein Geschäft ich treibe? Ich handle mit zerrissenen Büchern. Und lebe vom Gutglück. 2 Ich habe es weit gebracht: ich brauche weniger Schlaf als ein… Continue Reading „Notizen“
Konstantin Ames Vom Bett, wo junge Seehunde lauten als hätte sie’s, in einer Gurgel (meiner), in einen Fluss verschlagen, zum Park (Volkspark) für verschlissene Chefsessel – und es gibt Beweisfotos, wertes Zentralorgan – hinaus auf die Gesellschaftsinseln inmitten dieser Façonschnitt-Epiphanien. Zwo lehnen schon an… Continue Reading „Inmitten dieser Façonschnitt-Epiphanien“
Antonin Artaud (* 4. September 1896 in Marseille – heute vor 125 Jahren; † 4. März 1948 in Ivry-sur-Seine) Ein Gedicht aus dem „surrealistischen Ziegelstein“. Schwarzer Dichter Schwarzer Dichter, ein Jungfernschoß plagt dich, bittrer Dichter, das Leben kocht und die Stadt steht in Flammen,… Continue Reading „Antonin Artaud 125“
Heute vor 220 Jahren schrieb William Wordsworth ein London-Gedicht. Sonett geschrieben auf der Westminster-Brücke 3. September 1802 Die Erde hat nichts Schöneres zu eigen Und stumpfen Sinns ist, wer vorübergeht, Bewegt nicht von des Bildes Majestät: Die Stadt, des Morgens Schönheit uns zu zeigen.… Continue Reading „Sonett geschrieben auf der Westminster-Brücke“
Wolfgang Hilbig (* 31. August 1941 in Meuselwitz; † 2. Juni 2007 in Berlin) Natureingang (frei nach Geoffrey Chaucer) Ach wenn April mit milden Schauern des Lebens dürre Adern bis zur Wurzel badet und Zephyrs süßer Atemhauch die Triebe all in Wald und Feld… Continue Reading „Natureingang“
Wolfgang Hilbig (* 31. August 1941 in Meuselwitz, Landkreis Altenburg; † 2. Juni 2007 in Berlin) Aus: prosa meiner heimatstraße 3 Aus: Wolfgang Hilbig: Gedichte. Mit einem Nachwort von Uwe Kolbe. Frankfurt/Main: S. Fischer, 2008
Màrius Torres (* 30. August 1910 in Lleida; † 29. Dezember 1942 in Sant Quirze Safaja) Ferne Musik, in der Nacht Hochmütig, flehend, lyrisch, ernst und grob, sanft wie ein Murmeln und starr wie ein Schrei, kommt nachts eine Musik von sehr weit her… Continue Reading „Ferne Musik“
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