Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
In der Frankfurter Anthologie, FAZ 13.12.03, stellt Wolfgang Schneider Hölderlins Gedicht „Die Kürze“ vor.
Vom „deutschen Shakespeare“ zum Regionalautor: Anne-Kristin Mai: Christian Felix Weiße (1726-1804) – Leipziger Literat zwischen Amtshaus, Bühne und Stötteritzer Idyll. Biographische Skizze und Werkauswahl, Sax Verlag, Beucha 2003, 15 Euro Leipziger Volkszeitung 12.12.03 Hier ein Gedicht – gewiß nicht shakespearisch, aber lesenswert: An die… Continue Reading „Stötteritzer Shakespeare“
Im Kapitel „Philosophien“, dem gewichtigsten des Bandes, geht es nicht länger um sinnliche, sondern um geistige Gewissheit. Was ist die Zeit, welche Farbe hat der Schatten, und wie sah die Welt in den Augen der Vorfahren, zum Beispiel in denen der Urkrebse aus? Die… Continue Reading „Die Welt im Trilobitenauge“
Es regt sich, schnarrt und ächzt im Kehlkopf drin schlägt den harten Gong des Gaumens zwölfmal an Gewalpert wird vielleicht ganz oben wo sichs wölbt hier unten, wo der Kiefer leise knackt, spukt es in der Lippenfurche, huscht ein Schatten übers Kinn Statt Fäden:… Continue Reading „lyrikmail Nr. 670 10.12.2003“
Einen neuen Gedichtband von Alfred Kolleritsch zeigt die Kleine Zeitung vom 10.12.03 an: „Befreiung des Empfindens“, von Alfred Kolleritsch, Droschl-Verlag. 104 Seiten, 16 Euro
Ganz und gar nicht amused zeigt sich Paul Jandl über die „Vergnügungsgedichte“ von Franzobel, NZZ 9.12.03 Franzobel: Luna Park. Vergnügungsgedichte. Zsolnay-Verlag, Wien 2003. 176 S., Fr. 31.20.
«In dieser Poesie», so sagte Michael Krüger vor fast zwanzig Jahren in seiner Dankesrede bei der Entgegennahme des Peter-Huchel-Preises – und er meinte neben Huchels Gedichten auch namentlich jene von Ingeborg Bachmann oder Paul Celan -, «lebte ein Stück ältester Magie weiter, die sich… Continue Reading „Aufsässige Magie“
In Rolf Schneiders Berliner Anthologie (Morgenpost) am 7.12.03: Karl Philipp Moritz Sonnenaufgang über Berlin. Das Gedicht beginnt so: Die Sonne, die den goldumsäumten Fächer Des Morgenrots entfaltet hat, Vergüldet nun mit ihrem Strahl die Dächer Und grüßt mit Lächeln unsre Königsstadt.
Den Hauptteil des Bandes machen französische, italienische und englische Sonette, außerdem Sonette im Freemix (niemand, der in Zukunft noch über den „Autor als DJ“ faseln will, sollte das mehr in Unkenntnis von Allemanns metrischem Scratchen tun: „Krachschwatzen“ oder „Schwachkratzen“ lautet die Frage). Schließlich noch… Continue Reading „schoen! schoen!“
Auden, Messiaen, Boulez, Rihm, Zimmermann, Stockhausen – sie berufen sich ebenso auf ihn wie Pissarro oder van Gogh. Das belegt die Modernität von Hector Berlioz. Man solle seine Farben hören, sie klängen wie Berlioz, sagt der Maler van Gogh zu seinen Bildern. In der… Continue Reading „Farben hören: Hector Berlioz und die literarische Moderne“
Und Ernst Osterkamp schreibt über Durs Grünbein „Vom Schnee“ oder Descartes in Deutschland. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003 ISBN 3518414550, Gebunden 144 Seiten, 19,90 EUR (Vgl. FR 26.11.03, SZ 8.11.03, Gert Scobel, Die Welt 7.12.03)
Harald Hartung, FAZ 6.12.03, bespricht: Adam Zagajewski „Die Wiesen von Burgund“ Ausgewählte Gedichte. Carl Hanser Verlag, München 2003 ISBN 3446203664, Gebunden 176 Seiten, 15,90 EUR
Als Stefan George am 4. Dezember 1933 starb ein populärer Lyriker. Ein Jahr nach Georges Tod summierte sein Verleger Georg Bondi die Höhe der Auflagen von Georges Büchern und gelangte zu staunenswerten Zahlen: Von keinem der Georgeschen Gedichtbände waren weniger als 10 000 Exemplare… Continue Reading „Vor 70 Jahren starb Stefan George“
Vor nahezu einem halben Jahrhundert hat ein Freund bei Peter Rühmkorf „Schizographie“ festgestellt. Schizographie, erklärt Rühmkorf selbstironisch, meint zwei Schreibantriebe, die schwer auf einen Nenner zu bringen waren und sind: ein apokalyptisches Grundgefühl einerseits und ein aufklärerisches Bedürfnis andererseits. … Vielleicht ist das ein… Continue Reading „Schizograph“
schreibt Ezra Pound (The Independent ca. 3.12.03), aber Ossip Mandelstam [mit Majakowski, Jessenin, und und und] widerspricht: Der Tod eines Künstlers … wirkt gleichsam als Quelle dieses Schaffens, als dessen teleologischer Grund“, schrieb Ossip Mandelstam 1916 nach dem Tod Skrjabins und formulierte damit den… Continue Reading „„No man can see his own end.““
Neueste Kommentare