Die Crux mit der Erb

Die lateinische „Crux“ bedeutet laut Duden nicht nur Kummer und Schwierigkeit, sondern auch „unerklärte Textstelle“, „unlösbare Frage“. Für ein Buch von Elke Erb, deren Lyrik stets mit dem Vorwurf hermetischer Unverständlichkeit konfrontiert war, ist das ein nicht ohne Ironie gewählter Titel. Die unerklärte Textstelle, um die es in „Die Crux“ geht, ist nichts Geringeres als das eigene Ich, das sich redend, räsonierend und reflektierend konstituiert. Dieses Ich ist nichts als Sprache. Es entsteht im Text. Elke Erb, Mentorin der anderen, inoffiziellen DDR-Lyrik, die nicht ideologisch, sondern wort-materialistisch orientiert war, reagiert auf alles, was ihr widerfährt, unmittelbar sprachlich. Poesie ist für sie eine Form von Erkenntnis, ein Experiment mit ungewissem Ausgang, stets betrieben mit dem Risiko, daß sie ins Leere führt. / Jörg Magenau, FAZ 31.12.03

Elke Erb: „Die Crux“. Urs Engeler Edition, Basel und Weil am Rhein 2003. 132 S., geb., 17,- [Euro].

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