Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
„Ich bin ein Mensch – ein Mensch, der Gedichte schreibt“: Diesen einfachen Satz, der von dem kürzlich verstorbenen großen Lyriker Różewicz stammt, hat Tadeusz Dąbrowski einem seiner neuen Gedichte vorangestellt. Doch er könnte genauso gut als Motto des ganzen Bandes fungieren. Für ihn, schreibt… Continue Reading „Tadeusz Dąbrowski“
Seine Lyrik ist ein gewaltiges Schall- und Bildarchiv. Nun kann man, wie der am 1. April 2005 gestorbene Thomas Kling mit Sprache umgeht, in einer aufregenden Höredition erleben. Wenn es um den Vortrag ging, verstand Thomas Kling keinen Spaß. In einem kleinen Essay schrieb er es… Continue Reading „Klings Sprachinstallationen“
„Printemps des poètes“ hin oder her, Poesie hat nicht immer gute Presse. Sie ist so etwas wie das letzte Einhorn der Literatur. Ständig ist sie bedroht von der Forderung des unmittelbaren Nutzens, immer lastet auf ihr der Ruch des Elitären und der Unverständlichkeit. (…) Dennoch… Continue Reading „Frühling hin und her“
vom 8. bis 10. Mai / Poetry im Vorfeld / Poesiepreis-Verleihung am Schlusstag Münster (SMS) Die klugen wie unterhaltsamen Prosa-Miniaturen, mit denen die Büchner-Preisträgerin Brigitte Kronauer deutsche Balladen kommentiert hat, wertet Hermann Wallmann als eine Art „Vorschule des anreichernden und bereichernden Lesens“. Sie öffnen… Continue Reading „Internationales Lyrikertreffen Münster“
Kurzer Bericht zur Präsentation der Preisträger des Literarischen März 2015 im Lyrik Kabinett am 26. März Von Kristian Kühn http://signaturen-magazin.de/die-preistraeger-des-literaris… Auszüge: 1 Als erste las Özlem Özgül Dündar, Mitgewinnerin des Wolfgang-Weyrauch-Förderpreises 2015: „Wenn der Verstand das Gespräch verlässt“ – und zwar in München – darauf… Continue Reading „Kurzer Bericht“
… dann geht es in den Gedichten, fast sozialistisch anmutend, in gleichförmiger Kleinschreibung weiter nach Hohenschönhausen in die DDR-Vergangenheit. Das wird mit ‘in die grüne Linde geht mir keiner’ aufgerufen, indem einerseits die FDJ in einem der Gedichte benannt wird, andererseits mit der grünen Linde… Continue Reading „Aufgereiht“
Nach zwölf Jahren lyrischer Abstinenz legt der 1965 geborene, mittlerweile in Dresden lebende Marcel Beyer mit „Graphit“ wieder einen Gedichtband vor. Mit Verweis auf die mitunter kaum zu entwirrende Polyphonie seiner meist in Quartetten, also Vierzeilern verfassten, mitunter zu Zyklen verklammerten Gedichte heißt es… Continue Reading „Sehr deutsch?“
Tomas Tranströmer hatte Respekt vor der Sprache, er verschwendete sie nicht. „Ich bin umgeben von Schriftzeichen, die ich nicht deuten kann, ich bin durch und durch Analphabet“ heißt es in einem Gedicht. „Überdrüssig aller, die mit Worten, Worten, aber keiner Sprache daherkommen“, in einem… Continue Reading „Worte, Worte, aber keine Sprache“
kurz nach 5 weckt dich der erste Flieger – du wünscht ihm Guten Flug, drehst dich um, schläfst weiter Hansjürgen Bulkowski
Eine wissenschaftliche Tagung in Saarbrücken untersucht die Funktion erotischer Szenen in der Literatur, berichtet die Saarbrücker Zeitung. 2 Splitter: Von „feisten Hüften“ ist da die Rede, von einem „entzückenden Rücken“ und von schwellenden Muskeln, „die nicht nur zum Anschauen, sondern zum Betasten verführen“. Formulierungen… Continue Reading „Erregungsmomente“
Wer die späten Verse von Dichtern liest, liest lauter letzte Worte. Mehr als andere hat Tomas Tranströmer seine Leser auf sie vorbereitet. Sein Band „Das große Rätsel“ von 2005 – schmal wie alle seine Bücher – ist sein Vermächtnis geworden. In ihm ist November,… Continue Reading „Letzte Worte“
Unter dem Kommentar von Frank Milautzcki zum Leonce-und-Lena-Preis (bei Fixpoetry) entspann sich ein kleiner Wortwechsel zwischen David Krause und Konstantin Ames. Zitat: Krause: Inhaltliche Wagnisse … ich weiß gar nicht, was das sein soll. Von Tabubrüchen kann ja nicht die Rede sein, denn mir… Continue Reading „Für die einen neue Innerlichkeit, für die andern Lyrik fürs Taschentuch“
Kai Pohls „Auweia heißt jetzt Ai Weiwei“ (S. 117 ff.) mag auch als neodadaistische Textperformance mit dem Transformationsschutt aus der Sprache von Werbewirtschaft und Politik begriffen werden. In seinem Kompilierungsverfahren verknüpft er verschiedene Bedeutungs- und Sinnebenen. „Erwartung heißt jetzt Entwaldung“ ist da etwa zu lesen, oder: „beschleunigte… Continue Reading „My Degeneration“
Am 26. März wird Pierre Boulez neunzig Jahre alt. Drei Mal hat er in seinem reichen schöpferischen Leben Gedichte von René Char vertont. Recht bekannt sind die beiden frühen Vokalkompositionen auf die Gedichte «Le Soleil des eaux» und «Le Visage nuptial». Geradezu berühmt sind… Continue Reading „Boulez und Char“
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