Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Gerhard Stadelmaier bespricht die Wiener Inszenierung von Schrotts Gilgamesh: Nun hat der sehr prätentiöse Schriftsteller Raoul Schrott , Jahrgang 1964, ein gelehrter Poesienerforscher und poeta doctus, aber doch wohl mehr doctus als poeta, die ältere babylonische Fassung mit der Unterweltsreise des Gilgamesh verschnitten und… Continue Reading „Inszenierung von Schrotts Gilgamesh“
Über eine Jandl-Inszenierung im Kölner a.tonal.theater schreibt der Kölner Stadtanzeiger: Nun kann man sich Jandls Lautkaskaden zuwerfen wie Bälle, die von einem fixierten Spieler zum nächsten wandern. Nichts lenkt hier ab von dem, was diese Aufführung inspiriert hat: Gedichte, aneinander gereiht, aufeinander getürmt, gestapelt… Continue Reading „Jandl-Inszenierung“
Oscar Sandner, 1927 in Bregenz geboren, hat sein Leben im Kulturbetrieb verbracht: als Leiter der entsprechenden Abteilung der Stadt Bregenz, Lehrbeauftragter für Kunstgeschichte an der Universität Innsbruck, Ausstellungskurator und Verfasser von Prosa, Hörspielen, einem Drama, Lyrik und zahlreichen Essays. Seine Gedichte sind im Band… Continue Reading „Bestaunen, nicht verstehen“
Vier Monate nach den Ereignissen, da die publizistische Hysterie längst wieder abgeflaut ist, veröffentlicht nun die österreichische Literaturzeitschrift „manuskripte“ (Nr. 154) in ihrer aktuellen Ausgabe ein Gedicht des Lyrikers Thomas Kling, das unmittelbar unter dem Eindruck der terroristischen Attentate entstanden ist, gleichwohl für die… Continue Reading „Manhattan Mundraum II“
In der „Welt“ bittet Franzobel die Venezianer, den Karneval nicht abzuschaffen, und definiert Rausch und Lyrik zugleich: Der Rausch ist eine wunderbare Sache, das Desaster des Daseins zu vergessen, sich selber zu entfremden, sich erst zu erkennen, Lyrik. Der Rausch, dessen Zustand in manchen… Continue Reading „Rausch und Lyrik“
Es sah einmal so aus, als schriebe Andreas Okopenko seine Lyrik für eine kleine Minderheit. Als 1980 im Verlag Jugend & Volk Okopenkos Gesammelte Lyrik erschien, war das ein Unterfangen, das erhebliche Widerstände überwinden musste. Nie hatte sich Okopenko in den Vordergrund gedrängt, nie… Continue Reading „Trakl-Preis an Andreas Okopenko“
In der Mitte standen Holligers Trakl-Lieder, deren viertes, „Trompeten“ uraufgeführt wurde. Holliger vertont weniger Gedichte als gewissermaßen Dichter: Er sucht für seine Zyklen gern eine repräsentative Auswahl aus der stilistischen Vielfalt eines Schriftstellers. Dem entsprechen dann auch die Kompositionsstrategien: „Ein Winterabend“ ist seiner strophischen… Continue Reading „Holliger vertont Trakl“
der deutschen Literatur. Dazu gehören auch slowenische Autoren wie diese zwei, die sich selbstbewusst auf einen eigenständigen Weg begeben. ath / schreiben die Salzburger Nachrichten über eine Lesung der Kärntner Slowenen Maja Haderlap und Fabjan Hafner (2.2.02)
Unter dieser sprechenden Überschrift bespricht Christiane Zintzen „Fragwürdige Publikationen nach dem Tode Ernst Jandls“ / NZZ 31.1.02
Auf Streuobstwiesen wachsen krüppelig, grazil oder mächtig himmelgreifend museale Baumindividuen, die es sonst kaum noch gibt. Sie tragen den gelbfleischigen Lavanttaler Bananenapfel, den Kronprinz Rudolf und den bräunlichen Lederapfel, die innen rötliche Ilzer Rose und die Schafsnase wie den Ponapfel, beides Winteräpfel, die gut… Continue Reading „Das Lavanttal ist ein Apfeltal“
In Graz ist am vergangenen Donnerstag der Dichter Alois Hergouth im Alter von 76 Jahren gestorben. Der vielfach ausgezeichnete Lyriker war u. a. maßgeblich an der Gründung des „forum stadtpark“ und der Literaturzeitschrift „manuskripte“ beteiligt. Alois Hergouth wurde am 31. Mai 1925 in Graz… Continue Reading „Alois Hergouth“
Michael Buselmeier bespricht für die FR Literaturzeitschriften ( hier manuskripte, Wespennetz, Theater heute und kolik). Als im November 2000 die Grazer manuskripte 40 Jahre alt wurden und zugleich deren 150. Ausgabe erschien, stellte Alfred Kolleritsch, der verantwortliche Herausgeber und Redakteur, im Editorial die rhetorische… Continue Reading „Archive für die Zukunft“
Nicht in Konstanz, aber in seinem österreichischen Geburtsort Schnifis gedenkt man des Dichters mit der interessanten Biographie und der „sehr feinen Lyrik“. Immerhin wurde Laurentius von Musikwissenschaftlern schon als „Schubert des 17.Jahrhunderts“ bezeichnet. Katholiken müsste der Name durch das Marienlied „Wunderschön prächtige“ bekannt sein.… Continue Reading „Schubert des 17.Jahrhunderts“
Der diesjährige, mit 100.000 Schilling dotierte Mondseer Lyrikpreis geht an den 1956 in Vaduz/Liechtenstein geborenen, in Wien lebenden Autor Michael Donhauser. Die Jury spricht Donhauser „Unbekümmert um Moden und Tendenzen“ zu, er habe „den Widerspruch zu seiner Sache und ästhetisch fruchtbar gemacht“. Oberösterreichische Nachrichten… Continue Reading „Mondseer Lyrikpreis“
Der Berliner Autor Ulf Stolterfoht (38) wurde „für seine souveräne Sprachbehandlung, den Reichtum an lautlichen und rhythmischen Formen und seine inhaltliche Präzession“ (Begründung der Jury) mit dem von der Stadt Wolfsberg gestifteten Christine-Lavant-Lyrikpreis in Höhe von 100.000 Schilling ausgezeichnet. / OÖN vom 25.09.2001
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