Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Robert Prutz Lügenmärchen (1842) Jüngst stieg ich einen Berg hinan, Was sah ich da! Ich sah ein allerliebstes Land, Der Wein wuchs an der Mauer, Und dicht am Throne, rechter Hand, Stand Bürgersmann und Bauer. Wunder über Wunder! Keine Barone… Continue Reading „Lügenmärchen“
Wilhelm Runge (* 13. Juni 1894 in Rützen/Schlesien, als gefallen gemeldet am 22. März 1918 bei Arras, Frankreich) Kuckuck springt dem Walde auf die Schulter seinem Ruf greift Sonne in das Haar Kiesel rieseln Zittern wiegt das Gras Blumen plätschern Duft und winken Schweigen… Continue Reading „Kuckuck springt“
Klabund (* 4. November 1890 in Crossen an der Oder; † 14. August 1928 in Davos) Kleinstadtpfingsten Um eine schöne Pfingststimmung zu bewirken, Stellt man in den kleinen Städten Birken Vor die Tür. Und am Vorabend singen Die Mädchen süßsonderbare Lieder, die den Sommer… Continue Reading „Kleinstadtpfingsten“
Joachim Ringelnatz (* 7. August 1883 in Wurzen; † 17. November 1934 in Berlin) Pfingstbestellung Ein Pfingstgedichtchen will heraus Ins Freie, ins Kühne. So treibt es mich aus meinem Haus Ins Neue, ins Grüne. Wenn sich der Himmel grau bezieht, Mich stört`s nicht im… Continue Reading „Pfingsgedichtchen“
Hans Aßmann Freiherr von Abschatz (* 4. Februar 1646 in Breslau; † 22. April 1699 in Liegnitz) Eine Landkarte Ein Bürger dieser Welt lern auch die Welt erkennen/ Damit er iedes Land kan seine Heymat nennen.
Oskar Kanehl (1888-1929) Sonnenuntergang Die letzten weißen Wolkenflotten fliehen. Der Tag hat ausgekämpft über dem Meer. Wie eine rote Blutlache liegt es, in der das Land wie Leichen schwimmt. Vom Himmel tropft ein Eiter, Mond. Es wacht kein Gott. In Höhlen ausgestochner Sternenaugen hockt… Continue Reading „Sonnenuntergang“
Helmut Preißler Aus: Stimmen der Toten (1957) Friedhelm Gluger 1894-1940 Von Politik hielt ich gar nichts; mir schmeckte der Morgenkaffee. Soldaten marschierten; mir schmeckte der Kaffee noch immer. Als sie mich holten, las ich Lokales. Ratlos ließ ich den Morgenkaffee und ging, wohin sie… Continue Reading „Stimmen der Toten“
Paul Gerhardt (* 12. März jul./ 22. März 1607 greg. in Gräfenhainichen; † 27. Mai jul. / 6. Juni 1676 greg. in Lübben) Geh aus, mein Herz, und suche Freud 1. Geh aus, mein Herz, und suche Freud In dieser lieben Sommerzeit An deines… Continue Reading „Als die Bienenschar noch unverdrossen war“
Justinus Kerner (* 18. September 1786 in Ludwigsburg; † 21. Februar 1862 in Weinsberg) Spindelmanns Recension der Gegend. Näher muß ich jetzt betrachten Diese Gegend durch das Glas; Sie ist nicht ganz zu verachten, Nur die Fern’ ist allzu blaß, Jene Burg auf steiler… Continue Reading „Recension“
Manfred Peter Hein KATZEN solange der Nachmittag brütet ihr Fell atmet Schlaf Meilenhin über den Wald hier sichtbar ein Gespräch um nichts eine Attrappe dreht sich schwillt schwindet schwillt Wenn weiß in rot die Rosenbüsche über den Weg kommen und Sommer sagen wie kaltes… Continue Reading „Katzen“
August Kahlert (* 5. März 1807 Breslau; † 29. März 1864 Ebd.) Der Büchermarkt Hans berichtet treu sein Thun und Trachten, Siegfried dichtet neu die Römerschlachten, Hinz verpflichtet sich zum Weltverachten, Kunz vernichtet sich durch Liebesschmachten, Erich lichtet Trug, wohlausgedachten, Nestor sichtet klug, was… Continue Reading „Büchermarkt anno 1860“
Max Herrmann-Neiße (* 23. Mai 1886 in Neiße, Schlesien; † 8. April 1941 in London) Heimatlos Wir ohne Heimat irren so verloren und sinnlos durch der Fremde Labyrinth. Die Eingebornen plaudern vor den Toren vertraut im abendlichen Sommerwind. Er macht den Fenstervorhang flüchtig wehen… Continue Reading „Heimatlos“
Moses Rosenkranz (* 20. Juni 1904 in Berhometh am Pruth, Bukowina; † 17. Mai 2003 in Kappel, Deutschland) Erklärung der Judenmartern Jesus, Herz der Legenden, in deine ewigen Wunden stoßen sie hart ihre Hände an deinem Schmerz zu gesunden. Aber sie sind schon Millionen… Continue Reading „Jesus“
Jakob van Hoddis und Erwin Loewenson Der Bindfaden Rainer Maria Rilke gewidmet Du bist der Zage, bist der Blasse, Du bist der Nervigte und Krasse, Du bist, der ohne Unterlasse Dem Dienst der Völker sich geweiht. Du bist der Hehre und Fürbasse, Du bist… Continue Reading „Rilke“
Paul Ernst (* 7. März 1866 in Elbingerode (Harz); † 13. Mai 1933 in Sankt Georgen an der Stiefing, Steiermark) Der Bürger tadelt meistens den vom Adel, Der Arbeitsmann den Bürger tadelt meist. Der Redliche verfällt des Schuftes Tadel, Der Mann, der Nichts weiß,… Continue Reading „[Vom Tadeln]“
Neueste Kommentare