54. In deutschen (und türkischen) Koordinaten

Fixpoetry-Gastgeberin Julietta Fix hatte den Abend auf bedachte Weise in zwei Hälften unterteilt. In der ersten Hälfte kamen drei Autoren zu Wort, die auf facettenreiche Weise das weite Spektrum der zeitgenössischen Lyrik repräsentieren und mit ihrer Dichtung zugleich die poetischen Koordinaten sichtbar machten, in denen Gerrit Wustmanns Lyrik verortet ist.  …

Dass „die Poesie (…) geschieht, während das Ich geschieht“, ließ der Vortrag Milautzckis bis in die Tiefe erkennen. In Milautzckis behutsamem, feinsinnigem Vortrag wurden die Nuancen seiner Poesie auf eindringliche Weise lebendig. Eine andere Facette der Poesie zeigte sich im Anschluss daran durch Andrea Karimè, deren sprachspielerische Kompositionen keineswegs einem Selbstzweck dienen, sondern gleichermaßen leichtfüßig wie überraschend zwischen Sprachen und Kulturen flanieren – und damit vermitteln. …

Tief greifen Wustmanns Verse in das Blau zwischen Himmel und Meer, oszillieren zwischen Sinnlichkeit und Sehnsucht und sparen dabei auch das Dunkle nicht aus. Im Bewusstsein der Tradition – Wustmann flechtet in seine Verse Reminiszenzen an Autoren wie Sait Faik, Nazim Hikmet, Orhan Veli und Jörg Fauser ein – wird der Zyklus zu einem komplexen, farbenreichen Kaleidoskop, in dem das Vorfindliche synästhetisch ineinanderfließt. / Christoph Leisten, cineastentreff

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